Gesundheit Fragen
down arrow Anzeigen: right arrow 

Gesundheit Fragen
left arrow Anzeigen: down arrow

filler

Abstrakt: Antidepressiva : Gewichtszunahme durch Medikamente. Welche Medikamente machen dick bzw. haben die Nebenwirkung Gewichtszunahme?

Start Suche Themen Forum Psychologie Arzt Beratung online Neu Login/out Privat

 Gehe zu:
 Superfolder Neue Frage 

 Sie sind hier Antworten  Fragen zu psychischen Problemen

AKTUELL
WEITER

THEMEN

Gewichtszunahme durch Antidepressiva und Neuroleptika - Welche Medikamente machen dick ?

Schreiben sie eine Frage  locale Hilfe Info

Anfang Top Diskussion Diskussion Experten fragen Fragen an die Experten  printer Drucken
Frage(n):
Geschrieben von: Dr. Martin Winkler
Erstfassung: 2003-10-28. Geändert: 2014-09-20.

Welche Medikamente können zur Gewichtszunahme führen?
Führen Antidepressiva zu einer Gewichtszunahme?
Welche Antidepressiva machen nicht dick?
Ich habe seit einiger Zeit ein atypisches Neuroleptikum und ein SSRI (Cipramil) bekommen und nehme ständig zu. Können Psychopharmaka zur Gewichtszunahme führen?

Antwort:

Antidepressiva und Gewichtszunahme - Welche Medikamente machen dick ?

Vielleicht einer der häufigsten Gründe warum Frauen (aber natürlich auch Männer) Medikamente wie Antidepressiva ablehnen oder nicht mehr regelmässig einnehmen wollen ist die Angst vor einer Gewichtszunahme. Eine häufig gestellte Frage ist also "Welche Antidepressiva machen nicht dick ?" oder "muss ich bei dem Medikament Angst vor einer Gewichtszunahme haben?"

Man sollte dabei keinesfalls die Problematik verharmlosen oder kleinreden, denn tatsächlich können (bestimmte !) Medikamentengruppen mit einer Wirkung am zentralen Nervensystem AUCH eine Veränderung von Appetit und Essverhalten mit beeinflussen und so zu einer Gewichtszunahme beitragen.

Allerdings :

  • nicht das Medikament allein steuert oder beeinflusst das Essverhalten. Wieviel oder wie wenig man isst, wird letztlich von einer ganzen Vielzahl von Einflussfaktoren bestimmt. So kann natürlich auch die zugrundeliegende psychische Problematik oder eine Veränderung des Appetits im Verlauf einer Erkrankung eine Rolle spielen
  • nicht alle Medikamente führen in gleichem Ausmass zu Veränderungen des Essverhalten
  • spricht man eine Gewichtszunahme unter der Behandlung an, lassen sich häufig (praktisch immer) gute Alternativen bzw. Hilfe finden
  • dennoch sollte man IMMER NUTZEN und RISIKEN einer Behandlung gegeneiander abwägen.
Antidepressiva

Längst nicht alle Antidepressiva (Medikamente u.a. zur Behandlung von depressiven Verstimmungen oder auch Angststörungen) führen zu einer Gewichtszunahme. Ob und in welchem Ausmaß der Appetit beeinfluss wird, hängt von der unterschiedlichen Beeinflussung der Botenstoffe bzw. der Andockstellen im Gehirn (Rezeptoren) ab. Welche Medikamente führen also zu Keiner Gewichtszunahme bzw. allenfalls minimale Beeinflussungen?

1. Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)
z.B. Citalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin

2. Serotonin- und Noradreanlinwiederaufnahmehemmer
z.B. Venlafaxin

3. Reversible und irreversible MAO-Inhibitoren
z.B. Moclobemid , Tracylpromin

4. Selektive Noradreanlinwiederaufnahmehemmer
(Dieses können sogar als unerwünschte Wirkung eine Minderung des Appetits aufweisen!)

z.B. Reboxetin, Atomoxetin

Andere Medikamente können ggf. eine Gewichtszunahme beeinflussen.

1. Tricylische Antidepressiva
z.B. Amitryptilin, Clomipramin, Desipramin, Doxepin, Maprotilin, Trimipramin

2. Andere
z.b. Mirtazapin

Neuroleptika
Bei den neuroleptischen Medikamenten (u.a. zur Behandlung von Psychosen aber auch häufig unverzichtbar in der Behandlung und Stabilisierung von Manisch-depressiven Störungen) unterscheidet man die "klassischen" und die "atypischen" Neuroleptika.
Die neueren atypischen Neuroleptika unterscheiden sich u.a. ganz erheblich in ihrer Beeinflussung des Essverhaltens bzw. des Appetits (was u.a. mit der Wirkung auf das dopaminerge System zu tun hat).

Nur einen geringen Einfluss auf das Gewicht (im Vergleich zu den anderen atypischen Neuroleptika) hat das atypische Neuroleptikum Amisuprid. Die Erfahrungen bzw. Erkenntnisse mit dem atpyischen Neurleptikum Risperidon sprechen auch eher für eine geringgradige Beeinflussung des Essverhaltens (leichter Anstieg möglich, aber eher selten).

Gewichtszunahme unter Neuroleptika / Antipsychotika

Ohne Umschweife muss man feststellen, dass sog. Antipsychotika (Neuroleptika), die man u.a. in der Behandlung der Schizophrenie einsetzt, häufig zu einer Veränderung des Appetits bzw. des Essverhaltens, Wassereinlagerungen bzw. in der Folge zu einer Gewichtszunahme führen kann.

Auch wenn dies lange eher von den Pharmafirmen verharmlost wurde, sind besonders unter Olanzapin (Zyprexa ®) bzw. Clozapin etwa 10 bis 40 Prozent der Patientinnen betroffen. Dabei ist unklar, ob dieser Effekt dosisabhängig auftritt.

Besonders beim Zusammentreffen mit weiteren Risikofaktoren (z.B. bereits erhöhtes Gewicht bzw. Body-Mass-Indes, Bluthochdruck, pathologische Glukosetoleranz) kann dies sehr gefährliche Auswirkungen haben.

Allerdings unterscheiden sich nun die verfügbaren Antipsychotika / Neuroleptika in dem Risiko einer Gewichtszunahme unter der Behandlung.

Antidepressiva Verordnung  SSRI    Wechselwirkungen Antidepressiva
Antidepressiva Gewichtszunahme  Beipackzettel Antidepressiva   
Antidepressiva absetzen

Citalopram   Sertralin    Fluoxetin     Escitalopram        

 Mirtazapin   Venlafaxin   Duloxetin    Agomelatin             

 Amitriptylin    Opipramol    Doxepin    Clomipramin           

 

Gewichtszunahme bei einzelnen Neuroleptika / Antipsychotika (nach Benkert / Hippius)

Antipsychotikum

Mittlere Zunahme des Gewichtes innerhalb von 3 Monaten

Risiko für Gewichtszunahme

Sehr geringes Risiko
Aripiprazol
Ziprasidon

0-0,5 kg

0

Leichtes Risiko
Haloperidol (Haldol)
Amisulprid (Solian)
Fluphenazin

0,5 - 1,5 kg

+

Mittleres Risiko
Risperidon (Risperdal)
Quetiapin
Zotepin

1,5-3 kg

++

Hohes Risiko
Olanzapin (Zyprexa)
Clozapin (Leponex)
Thioridazin

Über 3 kg

+++

Achtung: Die Informationen auf Web4Health ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie bei einem Arzt oder Psychologen! Sie stellen nur ein Informationsangebot dar, das wir nach hohen Qualitätskriterien und klinischer Erfahrung gestalten. Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen über Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Für den Inhalt der verlinkten Internetseiten wird keine Haftung übernommen. Insbesondere gibt der Inhalt dieser Internetseiten nicht notwendig die Meinung von Web4Health wieder. Sollten Sie Änderungsvorschläge haben oder Fehler bemerkt haben, schreiben Sie uns .
Anfang Top
Start Suche Themen Foren Expertenrat Neu Login/out Privat
ed-treat-drugs-overweight Separator Copyright 2003-2014 Web4Health