Gesundheit Fragen
down arrow Anzeigen: right arrow 

Gesundheit Fragen
left arrow Anzeigen: down arrow

filler

Abstrakt: Bulimia nervosa Symptome und Hilfe bei Bulimie bzw. Tochter mit Essstörung mit purging Symptomatik

Start Suche Themen Forum Psychologie Arzt Beratung online Neu Login/out Privat

 Gehe zu:
 Superfolder Neue Frage 

 Sie sind hier Antworten  Fragen zu psychischen Problemen

AKTUELL
WEITER

THEMEN

Bulimie (Bulimia nervosa): Ursachen, Symptome, Diagnostik und Behandlung von Bulimie (Bulimia nervosa, Essbrechsucht)

Schreiben sie eine Frage  locale Hilfe Info

Anfang Top Diskussion Diskussion Experten fragen Fragen an die Experten  printer Drucken
Frage(n):
Geschrieben von: Dr.Martin Winkler
Saale Klinik 1 Psychosomatik, Bad Kösen

Erstfassung: 2003-07-31. Geändert: 2015-01-10.

Was ist eine Bulimie ?
Hilfe meine Tochter kotzt ständig. Was kann man bei Bulimie machen ?
Wo finde ich Hilfe für eine Freundin mit Bulimie / Essbrechsucht ?

Antwort:
Kennzeichen einer

Bulimie / Bulimia nervosa

nach den diagnostischen Klassifikationssystemen (ICD 10 F 50.2 = Bulimia nervosa ) bzw. DSM-IV sind :
  • Ständige Beschäftigung mit dem Essen, unwiderstehliche (d.h. auch nicht zu kontrollierende) Gier nach Nahrungsmitteln. Heißhungerattacken in einer Häufigkeit von mehr als 2 mal pro Woche über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten
  • Kompensatorische (d.h. gewichtsregulierende) Maßnahmen wie Erbrechen, aber auch die Einnahme von Abführmitteln, Wassertabletten, übermässige sportliche Aktivität oder rigide Hungerphasen) zur Vermeidung einer Gewichtszunahme. Dieses gestörte Essverhalten tritt dann auch schon nach normalen Mahlzeiten oder kleinen Essportionen auf.
  • Übertriebene Furcht an Gewicht zuzunehmen ("dick zu werden") mit unrealistischen eigenen Gewichtsgrenzen bzw. unrealistischen Erwartunen an die eigenen Möglichkeiten und Einfluß das eigene Gewicht oder Körperbild zu beeinflussen
  • häufig Periodenstörungen mit schwachen oder seltenen Periodeblutungen

Man unterscheidet nach DSM-IV folgende Subtypen der Bulimie:

  • Purging-Typ bei Bulimie regelmässiges Erbrechen und / oder Mißbrauch von Abführmitteln, Diuretikern etc.
  • Nicht-Purging-Typ kein Erbrechen, aber übertriebenes Hunger und / oder übermäßige körperliche Aktivität um einer Gewichtszunahme entgegenzusteuern.

Klassifikation der Bulimie nach ICD 10

F50.2 Bulimia nervosa
F50.3 atypische Bulimia nervosa
F50.4 psychogene Essattacken
F50.5 psychogenes Erbrechen

Die Bullimia nervosa gehört wie die Magersucht zu den Essstörungen und geht einerseits mit sehr heftigen Essattacken und andererseits mit selbst ausgelöstem Erbrechen einher. Betroffene verheimlichen häufig lange auch ihren Eltern bzw. der Umgebung die Krankheit bzw. haben Angst überhaupt eine Therapie zu beginnen. Häufig ist der erste Schritt daher, das ich zunächst die betroffenen Angehörigen in eine Beratungsstelle für Essstörungen begeben, wenn sie bei ihrer Tochter oder Sohn den Verdacht auf eine Bulimie haben.

Nachrichten aus der Wissenschaft zur Bulimie

Bulimia nervosa: Zuviel Testosteron eine Ursache von Bulimie und Heisshungerattacken?

In einer Doktorarbeit, die in einer schwedischen Studie jetzt veröffentlicht wurde, untersuchte Sabine Naessén vom Karolinska Institut die Rolle von hormonellen Störungen bei Frauen mit Bulimie und Binge eating Störungen. Die These der Arbeit: Frauen mit Heisshungeranfäüllen könnten zu viel vom Testosteron haben, dem männlichen Sexualhormon. In der Studie konnten die Autoren zeiten, dass bis zu einem Drittel der Frauen entsprechende Stoffwechselstörungen haben, die auch ursächlich für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Bulimie bzw. Binge eating Störung verantwortlich sein könnten. Somit spielen Veranlagungsfaktoren bzw. die biologische Konstitution offenbar eine grosse Rolle, psychologische Erklärungsmodelle versagen dann bei dieser Patientengruppe.

Die Studie konnte zeigen, dass bei der Bulimie sowohl biologische und genetische Faktoren wie psychologische Ursachen beteiligt sein können. Die Hormonstörung ist durch ein Überangebot von Testosteron bzw. einen relativen Mangel des weiblichen Sexualhormons Östrogen gekennzeichnet. Dies könnte ein Argument für die Verordnung der "Pille" bei diesen Patientinnen sein, da hierdurch der relative Östrogenmangel ausgeglichen werden könnte.


Man nimmt an, dass zu viel Testosteron bei den Patientinnen zu Heisshunger und einer Sucht nach bestimmten hoch-kalorischen Lebensmitteln bzw. Süssigkeiten führen kann.

21 Patientinnen mit einer Bulimie wurden mit einem östrogenhaltigen Kontrazeptivum behandelt. Innerhalb von 3 Monaten gaben über die Hälfte an, deutlich weniger hungrig zu sein, bzw. das Craving nach Fett und zuckerhaltigen Lebensmitteln reduziert zu haben. 3 Fragen gaben an, dass sie völlig symptomfrei geworden seien.

Die Autorin kommt zu der Schlussfolgerung, dass dies ein starker Studieneffekt sei. Die hormonelle Behandlung kann somit eine Ergänzung oder Alternative zur kognitiven Verhaltenstherapie (Psychotherapie) darstellen.

Anmerkung: In unserer Klinik sehen wir Patientinnen mit einer Bulimie bzw. Binge eating Störung, die konstitutionell eine ADHS-Störung haben. Bei dieser Regulationsstörung sind hormonelle Störungen in der Verfügbarkeit von Östrogen bei Frauen häufiger zu sehen. Es wäre also zu untersuchen, ob es sich wirklich um ein Mangel von Östrogen handelt oder aber eine besondere Regulationsdynamik vorliegt. Wie dem auch sei: Eine sehr interessante Studie aus Schweden.

Bulimia Nervosa/ Bulimie

Symptome und Anzeichen einer Bulimie

Ursachen der Bulimie

Therapie bei Bulimie

Folgen der Bulimie


Komplikationen
separator Zahnprobleme separator Negative Auswirkungen separator Abführmittel und Schwellungen

Bücher zum Thema Bulimie bei Amazon.de

Training der emotionalen Selbstregulation Emoflex

Blog Bulimie : Blogbeiträge zur Bulimia nervosa

Twingly Blog Suche Bulimie Bulimie lang:de tspan:3m Blog-Beiträge zum Thema “Bulimie”

Mehr Informationen über Bulimie
Fachseiten zum Thema Bulimie / Bulimia nervosa
(wird auf einer neuen Seite gezeigt)
Achtung: Die Informationen auf Web4Health ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie bei einem Arzt oder Psychologen! Sie stellen nur ein Informationsangebot dar, das wir nach hohen Qualitätskriterien und klinischer Erfahrung gestalten. Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen über Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Für den Inhalt der verlinkten Internetseiten wird keine Haftung übernommen. Insbesondere gibt der Inhalt dieser Internetseiten nicht notwendig die Meinung von Web4Health wieder. Sollten Sie Änderungsvorschläge haben oder Fehler bemerkt haben, schreiben Sie uns .
Anfang Top
Start Suche Themen Foren Expertenrat Neu Login/out Privat
ed-bulimia-menu Separator Copyright 2003-2014 Web4Health