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Mirtazapin Remergil

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Geschrieben von: Dr Martin Winkler
Erstfassung: 18 Mrz 2007. Geändert: 08 Dez 2009.

Was muss ich über Remergil (Mirtazapin) zur Behandlung von Depressionen wissen?

Mein Hausarzt hat eine Behandlung mit Mirtazapin vorgeschlagen. Was für ein Medikament ist das? Ich leide unter Depressionen und Schlafstörungen, ausserdem ist mein Appetit in letzter Zeit schlecht.

Antwort:

Mirtazapin z.B. Remergil

Warum wird Mirtazapin (z.B. Remergil) verordnet?

Mirtazapin gehört zu einer relativ neuen (allerdings auch schon bewährten) Gruppe von Antidepressiva, die bestimmte Botenstoffe im Gehirn positiv beeinflussen. Psychiater sprechen auch von sog NASSA = Noradrenalin and Specific Serotonerig Antidepressants), weil besonders die Rezeptoren im Bereich noradrenerger und serotonerger Botenstoffe beeinflusst werden. Die sedierende Wirkung (= müde machend) wird durch eine hohe Bindung an die sog. Histamin H1-Rezeptoren erreicht. Interessanterweise nimmt mit höherer Dosis die "Nebenwirkung" Müdigkeit nicht unbedingt zu. Vielmehr treten dann stärker die noradrenergen und serotonergen Effekte in den Vordergrund.


Hauptanwendungsgebiet sind somit die Behandlung von Depressionen.

Zwischenzeitlich ist dieser Wirkstoff von verschiedenen Herstellern angeboten. Da das Präparat als "Nebenwirkung" auch Müdigkeit (in der ersten Phase der Anwendung) haben kann, verordnen einige Ärzte auch Mirtazapin bei Schlafstörungen oder Mischformen von Angst- und Depressionen.

Wie sollte Mirtazapin eingenommen werden?

Mirtazapin ist als Tablette bzw. auch als Schmelztablette (die sich im Mund auflöst) erhältlich.Üblicherweise nimmt man das Medikament einmal täglich ein. Da Müdigkeit eine Nebenwirkung sein kann, gerne auch abends. Dabei spielt es keine Rolle, ob es mit ohne ohne Essen aufgenommen wird. Man sollte sich aber hinsichtlich der Menge und Einnahmezeiten unbedingt an die Verordnung des Arztes bzw. Empfehlung der Apotheke halten und im Zweifelsfall nachfragen, wenn man etwas nicht verstanden hat.

Auch wenn man bereits einen guten antidepressiven Effekt erzielt hat und sich wohl(er) fühlt, sollte man dennoch die Einnahme von Mirtazapin zunächst fortsetzen. Sie sollten die Einnahme eines Antidepressivum nie ohne Rücksprache mit ihrem Arzt beenden. In aller Regel wird man mindestens 3-6 Monate nach Ende der depressiven Episode zunächst eine Erhaltungstherapie machen, um einen Rückfall zu verhindern. Liegt eine besonders hohe individuelle Gefährdung (zurückliegende depressive Episoden, starke familiäre Belastungen für Depressionen) kann man sogar auch länger über eine (ggf. niedriger dosierte) Weiterbehandlung nachdenken.

Was soll ich machen, wenn ich eine Einnahme von Mirtazapin vergessen habe ?

Wenn es sich nur um ein Vergessen von wenigen Stunden handelt, können sie die Tablette auch etwas später einnehmen. Allerdings gilt dies nicht, wenn der nächste Einnahmezeitpunkt für die nächste Tablette schon sehr nah ist. Dann sollten sie die vergessene Tablette nicht mehr nehmen und das reguläre Einnahmeschema fortsetzen. Eine doppelte Einnahme von Mirtazapin kann zu verstärkten Nebenwirkungen wie z.B. Müdigkeit oder Schwindelgefühle führen und somit u.a. die Fahrtauglichkeit einschränken.

Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte ich vor der Einnahme / Erstverordnung von Mirtazapin beachten ?

Vor der Einnahme bzw. Verordnung von Mirtazapin sollte man mit seinem behandelnden Arzt und dem Apotheker über folgende Punkte sich austauschen (wenn erforderlich bzw. zutreffend)

  • Mögliche Unverträglichkeiten gegen den Wirkstoff oder andere Tabletten
  • Andere Medikamente und Homöopathika, die man ggf. noch einnimmt. Dies gilt besonders bei sog. Irreversiblen Mao-Hemmer, die nicht zusammen mit Mirtazapin eingenommen werden sollten.
  • Sollten weitere Angehörige in der Familie u.a. an manisch-depressiven Erkrankungen leiden kann ggf. ein erhöhtes Risiko auch bei ihnen bestehen. Da Antidepressiva in seltenen Fällen sog. Phasenwechsel provozieren können, sollte der Arzt dies wissen.
  • Bei Frauen ist eine Schwangerschaft oder die Absicht schwanger zu werden wichtig. Man sollte keine Mirtazapin in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit einnehmen.
  • Mirtazapin kann insbesondere in der Anfangszeit der Behandlung Müdigkeit bzw. Benommenheit auslösen. Sie sollten daher kein Autofahren bzw. gefährliche Maschinen bedienen solange sie die individuellen Auswirkungen bei ihnen noch nicht kennen.
  • Alkohol kann die Müdigkeit noch zusätzlich verstärken. Zwar kann man grundsätzlich in üblichen Mengen mal ein Glas Wein oder Bier trinken. Sie sollten aber in der Anfangszeit möglichst keine Medikation mit Alkohol kombinieren.

Welche Nebenwirkungen kann Remergil haben?

Mirtazapine kann unerwünschte Nebenwirkungen haben, die aber häufig nach einer Anfangsphase von wenigen Tagen vorrüber gehen. Hierzu gehören :

  • Müdigkeit / Benommenheitsgefühl
  • Appetitsteigerung / Gewichtszunahme
  • Schwindelgefühle
  • Mundtrockenheit
  • Verstopfung
  • Magenbeschwerden
  • Herzbeschwerden wie z.B. Herzschmerzen, schneller Herzschlag
  • Krampfanfälle

 

Achtung: Die Informationen auf Web4Health ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie bei einem Arzt oder Psychologen! Sie stellen nur ein Informationsangebot dar, das wir nach hohen Qualitätskriterien und klinischer Erfahrung gestalten. Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen über Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Für den Inhalt der verlinkten Internetseiten wird keine Haftung übernommen. Insbesondere gibt der Inhalt dieser Internetseiten nicht notwendig die Meinung von Web4Health wieder. Sollten Sie Änderungsvorschläge haben oder Fehler bemerkt haben, schreiben Sie uns .
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