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Abstrakt: Bei Diabetes mellitus können Angststörungen wie die Panikstörung, Angst vor Unterzuckerung oder andere Angstprobleme zu zusätzlichen Komplikationen führen

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Diabetes und Angststörungen / Angst vor Hypoglykämien

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Geschrieben von: Dr. Martin Winkler
Erstfassung: 26 Sep 2004. Geändert: 15 Nov 2008.

Gibt es eine Häufung von Angst bei Diabetes?
Wie kann man mit der Angst vor Hypoglykämien bei Diabetes umgehen?
Ich habe Angst vor Folgeschäden bei Diabetes mellitus oder hilflos auf der Strasse aufgefunden zu werden.

Antwort:
Nach den bisherigen Kenntnisstand gibt es kein vermehrtes Auftreten von Angststörungen (z.B. Panikstörungen) bei Diabetes Patienten. Allerdings kann es durchaus sein, dass bei selbstunsicheren Patientinnen und Patienten sowie bei einer bestehenden Angststörung (oder auch Persönlichkeitsstörung) besondere Belastungen in Hinblick auf die Diabetes angenommen werden.

Typische Ängste von Diabetes-Patienten sind naturgemäss die Angst vor einer Unterzuckerung (Hypoglykämie-Angst) oder aber die Angst in eine peinliche Situation (Bewusstlosigkeit, Verwirrtheit, Verwechselung mit einem Alkoholiker) zu geraten, was zumeist Hinweis auf eine Soziale Angststörung (Soziale Phobie) ist.

Typisch für Patienten mit einer Angst vor Hypoglykämie ist eine schlechte Blutzuckereinstellung, d.h. sie versuchen aus Angst vor der Unterzuckerung deutlich zu hohe Blutzuckerwerte zu haben und weisen somit vermehrte Folgeschäden bzw. Probleme bei der Schulung auf. Einige Patienten weisen in der Folge ein Vermeidungsverhalten auf, d.h. sie verlassen aus Angst vor einer Unterzuckerung nicht mehr allein das Haus oder meiden bestimmte Orte und Aktivitäten. Dies kann zu einer Agroraphobie führen, d.h. es entwickelt sich eine Angst vor einer neuen Hypoglykämie und bestimmte Dinge werden DESHALB vermieden. Tritt zusätzlich eine ängstliche Anspannung bzw. Erwartung auf, spricht man von Erwartungsangst. Damit wären im klinischen Sinne die typischen Merkmale einer Angststörung erfüllt, die dann auch eine entsprechende Aufklärung und Behandlung erfordert.

Andere Patientinnen entwickeln sogenannte dependete Verhaltensmuster, d.h. sie klammern sich an einen Partner oder die Eltern, da sie sich mit der Diabetes-Therapie oder möglichen Unterzuckerungen überfordert fühlen (oder aber auch Zuwendung und Aufmerksamkeit einfordern möchten). Dies kann zu erheblichen Belastungen in der Partnerschaft beitragen.

Seltener führen Ängste in Hinblick auf mögliche Spätschäden der Diabetes zu einer eigenständigen Angsterkrankungen. Zwar ist eine Ungewissheit und Verunsicherung zu spüren, nicht selten weisen dann aber diese Patienten doch eher eine Vernachlässigung von Blutzuckerselbstkontrollen und regelmässiger Therapie auf. Es besteht also eher eine Angst, ein schlechtes Ergebnis mitgeteilt oder vor seinen Ärzten oder anderen Personen rechtfertigen zu müssen. Natürlich sollte dies eine unbegründete (irrationale Angst) sein, dennoch ist sie eine der Ursachen, warum bei bestimmten Patienten die Blutzuckerselbstkontrolle und Therapie schlecht funktioniert.

Auch wenn dies in der Öffentlichkeit möglicherweise als besonders "schrecklich" angesehen wird, ist die Angst vor der Insulininjektion oder regelmässigen Blutzuckerkontrollen im Sinne einer Nadel- oder Spritzenphobie nur selten behandlungsbedürftig bei Diabetikern. Hier sind die modernen Injektionshilfen in aller Regel schmerzfrei und damit auch nicht besonders angstbesetzt. Kennzeichen für Patienten mit Diabetes und Angstproblemen ist es, dass sie zusätzlich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind und eher zu sozialem Rückzug und Isolation neigen. Somit entfallen auch wichtige soziale Unterstützung z.B. in einer Selbsthilfegruppe oder auch notwendige Arztkontakte.

Eine besondere Problematik sind Unsicherheit und Ängste in Hinblick auf Sexualität. Beim Mann sind hier insbesondere Erektionsstörungen in Hinblick auf die Diabetes und vaskuläre Folgeprobleme zu diskutieren. Eine gute Übersicht über diese Thematik findet sich hier.

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