Gesundheit Fragen
down arrow Anzeigen: right arrow 

Gesundheit Fragen
left arrow Anzeigen: down arrow

filler

Abstrakt: Muss man mit einer Panikstörung krankgeschrieben und berentet werden?

Start Suche Themen Forum Psychologie Arzt Beratung online Neu Login/out Privat

 Gehe zu:
 Superfolder Neue Frage 

 Sie sind hier Antworten  Fragen zu psychischen Problemen

AKTUELL
WEITER

THEMEN

Panikstörung - Krankschreibung und Berentung

Schreiben sie eine Frage  locale Hilfe Info

Anfang Top Diskussion Diskussion Experten fragen Fragen an die Experten  printer Drucken
Frage(n):
Geschrieben von: Martin Winkler
Erstfassung: 14 Jan 2004. Geändert: 14 Jan 2004.

Wann ist eine Krankschreibung oder Berentung bei einer Panikstörung erforderlich?
Ich leide seit mehreren Wochen unter einer Angststörung mit Angstattacken beim Autofahren. Ich befürchte beim Autofahren ohnmächtig zu werden und an eine Leitplanke oder in die Gegenfahrbahn zu geraten. Ich bin Vertreter im Aussendienst und kann seither nur unter Tabletteneinfluss mein PKW führen (oder ich trinke). Mein Arzt will mir aber keine Benzodiazepine mehr verschreiben. Ich möchte von meinem Arzt weiter krankgeschrieben werden. Müsste ich nicht eigentlich in Rente geschickt werden?

Antwort:
Ohne Zweifel kann eine Angststörung mit oder ohne Vermeidungsverhalten zu schwerwiegenden psycho-sozialen Folgen auch oder gerade am Arbeitsplatz führen.

Dennoch wird nur sehr selten eine dauerhafte Krankschreibung sinnvoll sein - ja sie kann letztlich sogar eher dazu führen, dass sich die Erkrankung weiter chronifiziert und verschlimmert.

Sicher kann es sinnvoll sein, für einige Tage oder auch Wochen mit der Zielsetzung einer akuten Entschärfung der Situation eine Krankmeldung auszustellen. In dieser Zeit könnte z.B. durch einen Facharzt eine medikamentöse Therapie mit Hilfe eines Antidepressivums eingeleitet und zumindest die Suche nach qualifizierter ambulanter oder stationärer psychotherapeutischer Hilfe gestartet und konkret eingeleitet werden.

Was spricht nun gegen eine längere Krankschreibung oder Berentung?

Kennzeichen der meisten Angsterkrankungen ist es gerade, dass eine Konfrontation mit den Ängsten vermieden wird, bzw. mehr oder weniger Tricks angewendet werden, um nicht die Symptome der Angst zu spüren. Dieses sog. Vermeidungsverhalten und die Angst vor der Angst (Erwartungsangst bzw. antizipatorische Angst) beruhen aber in den allerseltesten Fällen auf Erfahrungen oder realistische Erwartungen, sondern stellen Katastrophisierungsgedanken oder ins extreme gesteigerte Befürchtungen dar. Je länger dabei der Kontakt zur Realität gemieden wird, desto abstrakter und unrealistischer werden die Ängste.

Durch die Krankschreibung würden also diese irrealistischen Ängste und Gedanken durch den Therapeuten bzw. Arzt letztlich noch bestätigt und anerkannt und die eigentlich völlig unzutreffende Beurteilung des Patienten noch verfestigt.

Dies sollte nicht falsch verstanden werden. Ohne Zweifel leiden die Patienten (und ihr Umfeld) unter der Angststörung und häufig genug ist auch eine schnelle Hilfe nicht möglich. Aussagen wie "man möge sich doch nicht so anstellen" sind also ebenso falsch wie eben der Wunsch nach Schonung oder Berentung. Vielmehr gilt es in der Therapie einen angemessenen Mittelweg zu finden.

Häufig genug geht es dabei eigentlich nicht um die konkrete Auslösesituation der Panikattacke (z.B. hier das Autofahren), sondern um dahinter liegende Konflikte oder Probleme. Im obrigen Beispiel könnte z.B. ein Konflikt mit einem Vorgesetzen, drohende Veränderungen am Arbeitsplatz oder Probleme im häuslichen Umfeld mit eine Rolle gespielt haben. Die Auseinandersetzung mit diesen Problemen wird aber auch nicht gesucht.

Achtung: Die Informationen auf Web4Health ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie bei einem Arzt oder Psychologen! Sie stellen nur ein Informationsangebot dar, das wir nach hohen Qualitätskriterien und klinischer Erfahrung gestalten. Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen über Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Für den Inhalt der verlinkten Internetseiten wird keine Haftung übernommen. Insbesondere gibt der Inhalt dieser Internetseiten nicht notwendig die Meinung von Web4Health wieder. Sollten Sie Änderungsvorschläge haben oder Fehler bemerkt haben, schreiben Sie uns .
Anfang Top
Start Suche Themen Foren Expertenrat Neu Login/out Privat
anx-panic-retire Separator Copyright 2003-2014 Web4Health