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Panikattacken - Beschreibungen von Patienten

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Geschrieben von: Martin Winkler
Erstfassung: 24 Jan 2004. Geändert: 29 Jan 2008.

Wie erleben Patienten eine Panikattacke / Angstanfälle?

Antwort:

Panikattacken

Menschen, die erstmals eine Panikattacke bzw. Angstsymptomatik erleben, sind verständlicherweise dadurch hochgradig verunsichert und können die Beschwerden nicht einordnen. In der Hoffnung und Erwartung, dass es sich um eine möglichst einmalige Episode handelt, versuchen sie aber häufig alle möglichen (und unwahrscheinlichen) Belastungen als mögliche Auslöser zu vermeiden und ihre körperlichen Funktionen "unter Kontrolle zu bekommen". Gerade diese verstärkte Selbstbeobachtung und die eigentlich abwägige Annahme, normale körperliche Reaktionen durch seine Gedanken bzw. verstärkte Kontrolle verhindern zu können, führt vielmehr zu einer Aufschaukelung und Zusamme der Beschwerden.

Hier sind einige Beschreibungen, wie Patienten eine typische Panikattacke erleben

Frau M, 39 Jahre.

Es geschah ungefährt 3 Monate nach dem Tod meiner Schwiegermutter, die ich über ein halbes Jahr nach ihrem Schlaganfall gepflegt hatte. Ich wollte erstmals in den Urlaub nach Teneriffa fliegen. Mein Mann war derzeit beruflich sehr eingespannt und konnte nicht mitkommen. Wir hatten im Fernsehen noch einen Bericht über ein Flugzeugabsturz gesehen, was mich schon ziemlich verunsichert hatte. Am Abend vor dem Abflug hatte ich Magenschmerzen und ein flaues Gefühl im Bauch. Ich dachte mir zunächst nichts dabei, dann kam aber dieses starke Schwitzen und ich konnte kaum noch stehen. Mir wurde schumrig und ich dachte, ich falle gleich in Ohnmacht. Alles um mich herum wurde so unwirklich. Ich hatte nur noch Angst und spürte wie mein Herz in meinem Hals immer schneller und schneller schlug. Ich wollte nur noch, dass es aufhört und ich wieder bei klarem Verstand bin. Ich rief meinen Mann, aber er kam nicht. Ich hatte nur noch Panik. Als er dann endlich kam hat er den Notarzt gerufen. Der konnte aber nichts feststellen. Ich bin dann natürlich nicht in den Urlaub geflogen und bleibe jetzt auch lieber bei meinem Mann.

Herr K, 25 Jahre Versicherungsvertreter

Ich arbeite im Aussendienst bei einer Autoversicherung und war auf dem Weg zu einem Kunden auf der Autobahn unterwegs. Bei uns wird derzeit ordentlich gespart und wir kriegen mächtig Druck von der Leitung. Ich war schon zu spät, weil ich stundenlang im Stau auf der Autobahn gestanden hatte. Das Handy klingelte und ich erhielt eine SMS, dass ich mich bei meinem Chef im Büro melden solle. Aber ich konnte ihn dort nicht erreichen. Mir gingen tausend Gedanken durch den Kopf. Plötzlich wurde alles um mich herum so unwirklich. Ich konnte nicht mehr klar sehen und hatte Angst, die Kontrolle über den Wagen zu verlieren. Mein rechter Arm kribbelte und ich befürchtete einen Herzinfarkt zu bekommen. Der Hals schnürte sich zu und ich kriegte auch keine Luft mehr. Ich bin sofort auf den Seitenstreifen und habe angehalten. Ich konnte aber nicht mehr aussteigen. Ich dachte, jetzt hat es dich erwischt, gleich wirst du sterben. Keiner der Autofahrer hielt an und half. Es war zum verrückt werden.

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