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Abstrakt: Als Angst vor der Angst wird eine Erwartungsangst vor erneuten Symptomen eines Angstanfalls bezeichnet.

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Angst vor der Angst - Erwartungsangst bei Panikstörung und Generalisierter Angststörung

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Geschrieben von: Martin Winkler
Erstfassung: 2003-08-27. Geändert: 2014-01-05.

Was bedeutet "Angst vor der Angst"?
Warum neigen Angstpatienten zu verstärker Selbstbeobachtung?
Was ist eine Erwartungsangst (antizipatorische Angst)?

Antwort:

Angst vor der Angst

Kennzeichnend für sehr viele Patienten mit Angststörungen ist eine "Angst vor der Angst" bzw. eine Erwartungsangst (antizipatorische Angst). Hat eine Patientin oder ein Patient einmal eine Panikattacke oder eine andere Form einer Angststörung erlebt, so ist häufig eine verstärkte Angst vor dem Auftreten weiterer Angstanfälle zu beachten. Dabei geht es nicht allein darum, dass die Patienten die unangenehmen Angstgefühle nicht mehr erleben wollen, sondern häufig auch um unrealistisch verzerrte Befürchtungen wie z.B.:
  • die Kontrolle zu verlieren
  • hilflos auf der Strasse zu liegen und als Betrunkener verwechselt zu werden
  • an einem Herzinfarkt zu sterben
  • verrückt zu werden

Schon allein diese Befürchtungen und Erwartungsängste führen zu einer deutlichen massiven Anspannung und sind damit nicht selten tatsächlich eine wesentliche ungünstige Bedingung für das Auftreten erneuter Angstanfälle!

So findet man bei zahlreichen Patienten mit Angststörungen eine verstärkte Selbstbeobachtung. Damit ist gemeint, dass auf alle Arten von körperlichen Signalen oder minimalen Abweichungen geachtet wird und diese dann meist dramatisch bzw. als gefährlich eingeschätzt werden. Beispiele wären (völlig normale) Unregemässigkeiten des Herzschlages, Veränderungen der Hautrötung oder Engegefühle in der Brust. Letztlich müssen also die Symptome (der Angststörung) garnicht selbst auftreten, es reicht schon die Erwartung, dass dies noch einmal auftreten könnte.

Somit werden mögliche Gefahren oder Auslösesituationen in Gedanken ausgemalt und Vorkehrungen getroffen, dass "keine Angstanfälle" auftreten. So verständlich es auch zunächst erscheinen mag, so liegt doch die eigentliche Gefahr nicht in den Angstanfällen, sondern darin Handlungsfreiheiten im Leben dadurch einzubüssen und ständig in der Angst vor einem erneuten Angstanfall zu leben.

Beispielhaft für hieraus resultierende Vermeidungsstrategien wären z.B.:

  • nicht mehr allein aus dem Haus gehen
  • ständig eine Pille zum "Schutz vor Angstanfällen" dabei haben
  • ständig Angehörige / Freunde dabei haben
  • Vermeiden von U-Bahn, Bussen, Brücken, offenen Plätzen
  • ständiges Alarmieren des Notdienstes etc.

Die Therapie einer solchen Angst vor der Angst liegt einerseits in der Information über den Ablauf und Symptome eines typischen Angstanfalls, das Erlernen von realistischeren Bewertungen und Gedanken über Angst, Entwickeln eigener Bewältigungsstrategien im Umgang mit der Angst (und nicht Kampf gegen die Angst) und nicht zuletzt eine Expositionstherapie. Hierbei lernt man unter therapeutischer Anleitung sich der Angstsituation zu stellen und die Erfahrung zu machen, dass ein Angstanfall mit allen körperlichen, emotionalen und gedanklichen Reaktionen zwar ausgesprochen unangehm sein kann, aber wieder vorbei geht und keinesfalls ein lebensbedrohliches Ereignis ist.

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