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Angst verrückt zu werden - Panikattacken und Katastrophengedanken

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Geschrieben von: Martin Winkler
Erstfassung: 21 Okt 2003. Geändert: 18 Jan 2008.

Ich habe schreckliche Angstattacken und glaube, ich werde verrückt. Wie gross ist das Risiko durch Angst und Panikattacken den Verstand zu verlieren?

Antwort:

Verrückt werden - geht das überhaupt?

Es ist eine ausgesprochen häufige, aber falsche und unpassende Überzeugung, dass man den Verstand verlieren könnte oder "durchdreht" wenn man eine Angstattacke bekommt. Im Moment einer schweren Angstattacke bei der Panikstörung meint der Patient vielleicht noch, dass er die Kontrolle über seine Gedanken und Gefühle verlieren könnte oder aber schwere Auswirkungen wie ein Schlaganfall oder Herzinfarkt drohen könnten. Verrückt werden kann man aber nicht.

Kein Zweifel, eine Angstattacke mit den begleitenden körperlichen Reaktionen ist unangenehm und auch für die Betroffenen unheimlich. Aber gefährlich im befürchteten Sinne ist eine Panikstörung nicht. Vielmehr läuft eigentlich eine recht normale und "sinnvolle" Alarmreaktion des Körpers in übertriebenem Ausmass ab, wobei die negativen Gedanken und Katastrophenbefürchtungen und der fehlende Abgleich an der Realität im Sinne eines Teufelskreies der Angst sich immer weiter aufschaukeln können. Zu Urzeiten war diese Alarmierungsreaktion sinnvoll, um den Körper schnell für eine Flucht- oder Kampfreaktion zu alarmieren. Die Gedanken mussten dabei natürlich auch nicht "logisch" sein, sondern sich allein auf die Gefahr und Flucht konzentrieren. Diese Alarmreaktion aktiviert also den Körper, kann aber keinen Schaden im Gehirn anrichten. Ganz sicher aber eben nicht dazu führen, dass man den "Verstand verliert". Auch wenn einigen Patienten während der Angst die Welt "fremd" vorkommt (Derealisation) oder sie sich selber wie fremd in der Umgebung vorkommen (Depersonalisation): Dies ist ein vorrübergehender Zustand, der auch wieder aufhört.

Vielmehr hält eine Angstreaktion für eine bestimmte Zeit z.B. 30 Minuten an, lässt dann aber auch irgendwann wieder nach. Dies zu erkennen und damit umgehen zu lernen ist eine wesentliche Grundlage in der Angstbewältigung.

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