Ritalin Kontroll-Untersuchungen bei medikamentöser Stimulantientherapie
Grundsätzlich treten bei der medikamentösen Behandlung der ADHS mit Stimulantien wie Ritalin oder anderen Methylphenidatpräparaten keine dauerhaften Nebenwirkungen auf. Es ist also nicht zu erwarten, dass im Rahmen von Kontrolluntersuchungen besondere Auffälligkeiten festgestellt werden. Dennoch empfiehlt es sich, dass regelmässig (alle 3 bis 6 Monate) eine Kontrolle durch den Arzt vorgenommen wird, die sich auch auf den Verlauf der ADHS-Symptomatik selber bzw. Wachstum und veränderte Rahmenbedingungen im Leben bezieht. Dabei wird der Arzt in aller Regel folgende Dinge besonders untersuchen:
Körpergewicht
Einige ADHS-Kinder haben im Verlauf der Stimulanzienbehandlung eine zusätzliche Appetitminderung. Dies sollte überwacht werden.
Körperlänge
Es ist nicht ganz ausgeschlossen, dass die Therapie mit Methylphenidat das Körperwachstum hinsichtlich der Körperlänge beeinflusst. Wissenschaftler haben bei einer Untergruppe von ADHS-Kindern, die mit Methylphenidat behandelt wurden, eine Verringerung des Längenwachstums in der Grössenordnung von ca 1 cm gegenüber dem Durchschnitt gesehen. Allerdings zeigen viele ADHS-Kinder eine Variation im Wachstumsverlauf. Sie wachsen zunächst langsamer, holen dies aber in der Pubertät wieder auf.
Puls und Blutdruck
Es kann sein, dass der Herzschlag und der Blutdruck unter der Stimulanzientherapie leicht ansteigt. Dabei sollte der Blutdruck aber nicht mehr als 5 mm Hg (diastolisch) erhöht sein.
Blutbild
Obwohl keine Blutbildveränderungen zu erwarten sind, wird doch aufgrund einer Regelung für Amphetamine eine Kontrolle von Blutbild bzw. Differentialblutbild und dabei speziell der Thrombocyten empfohlen.
Eine neuere Untersuchung mit dem Retardpräparat Methylphenidat-OROS (Concerta) ergab auch bei über 2 jähriger Anwendung keine Veränderungen der Blutwerte (besonders untersucht wurde das Blutbild, aber auch Leber- und Nierenwerte)
Quelle : Kontrolluntersuchungen unter Methylphenidat
Leberwerte (Transaminasen)
Methylphenidat verursacht keine Leberschädigungen (im Gegensatz zum früher auch eingesetzten Stimulans Pemolin). Dennoch ist es empfehlenswert die Leberenzyme mit zu testen.
EKG
Ein Untersuchung der Herzaktiviät sollte vor Beginn einer Therapie erfolgen, bzw. dann wenn eine kardiale Vorerkrankung bekannt ist.
EEG
Eine Ableitung der Hirnströme im EEG sollte dann erfolgen, wenn Anfälle (Epilepsien) bekannt sind.
Im EEG eines ADHS-Patienten können (müssen aber nicht) sogenannte langsame Wellen (Theta-oder Delta-Aktivität) bzw. Dysrhythmien beobachtet werden. Ein EEG kann aber auch völlig unauffällig ausfallen und schliesst damit keinesfalls ADHS aus.
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