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Abstrakt: ADHS und Verhütung Kann ich sicher mit der Pille verhüten, wenn ich Ritalin einnehme? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Östrogenen und der ADS/ADHS?

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Stimulanzien und die Pille bei Frauen

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Geschrieben von: Martin Winkler
Erstfassung: 2003-02-20. Geändert: 2014-11-21.

Kann ich sicher mit der Pille verhüten, wenn ich Ritalin einnehme?

Antwort:
Ja! Eine Einschränkung der empfängnisverhütendende Wirkung von üblichen "Pillen" ist nicht zu erwarten. Allerdings sollte man diesbezüglich natürlich die verschreibenden Ärzte von der jeweiligen Medikamenteneinnahme unterrichten und etwaige Gegenanzeigen gegen die Medikamenteneinnahme berücksichtigen.

Frauen mit ADHS weisen offenbar stärkere hormonelle Schwankungen auf. Ein Teil der vermeindlichen ADHS-Symptomatik kann daher möglicherweise auch durch homonelle Schwankungen und dementsprechende Reizbarkeit bzw. Stimmungsschwankungen erklärt werden. Viele ADHS-Frauen leiden u.a. auch an einem prämenstruellen Syndrom bzw. der schwerern Form der sog. Prämenstruell Dysphorischen Störung.

Die Empfängnisverhhütung ist also ganz klar unter der ADHS-Medikation mit Stimulanzien und auch unter Strattera gewährleistet.

Die Kombination von Stimulanzien und einem Östrogenpräparat wie in üblichen "Pillen" hat sich übrigens bei vielen Frauen mit ADHS sehr bewährt - auch wenn nicht die Verhütung das eigentliche Ziel ist.

Einen möglichen bzw. wahrscheinlichen Zusammenhang zwischen Östrogen bzw. den weiblichen Sexualhormonen und der klinischen Ausprägung der ADHS-Symptomatik berichten viele betroffene Frauen.

Dafür spricht ja auch, dass bei vielen Mädchen zunächst mit der Pubertät eine deutliche Beeinträchtigung auffällt bzw. eine Veränderung der klinischen Symptome berichtet wird. Zudem schildern ADHS-Frauen, dass sie nicht selten in eine Schwangerschaft deutlich weniger Beeinträchtigungen im Bereich ADHS haben. Weiterhin berichten viele ADHS-Frauen eine verstärkte Gereiztheit und stärkere emotionale Probleme im Sinne eines Prämenstruell Dysphorischen Syndroms (manchmal auch mit verstärkten Essanfällen bzw. nächtlichen Heisshungerattacken als dysfunktionale Selbstmedikation).

Wenn Frau einen Periodenkalender unter der ADHS-Medikation führt, wird häufig (nicht immer) deutlich, dass in Abhängigkeit von der Periode (perimenstruell) das Ansprechen einer üblichen Methylphenidatdosierung nicht mehr ausreicht. Dann kann eine bis zu doppelte Dosierung von Methylphenidat erforderlich werden (zu Strattera sind derartige Auffälligkeiten bisher nicht beschrieben).

Frauen mit ADHS haben offenbar stärkere hormonelle Schwankungen. Dies wird vielleicht nicht nur auf die Sexualhormone beschränkt sein, ist hier aber besonders auffällig. Mit der zusätzlichen Hormongabe der Pille wird ein gewisser Ausgleich erzielt. Dies kann sich durchaus in der klinischen Symptomatik bemerkbar machen (besonders wenn mit zunehmendem Alter die natürliche Östrogenproduktion etwas nachlässt).

Offenbar besteht dabei eine Wechselwirkung zwischen dem Dopaminsystem, an dem das Methylphenidat angreift, dem Östrogen und dem Botenstoff Serotonin. Bereits lange ist bekannt, dass Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (z.B. Citalopram, Paroxetin etc.) einen positiven Einfluss beim prämenstruellen Syndrom haben. Nach Berichten von Kathleen Nadeau und Patrica Quinn, die in den USA u.a. die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei ADHS untersuchungen, ist dies u.a. durch eine Beeinflussung auf Rezeptorebene der Botenstoffe denkbar.

Mehrere Frauen berichten, dass die zusätzliche Einnahme eines SSRI-Antidepressivum zu einer Besserung der Symptomatik geführt habe.

Gerade bei stärker ausgeprägten Stimmungsproblemen kann dies erforderlich sein. Ob und bei welcher Indikation auch die Gabe der "Pille" zur zusätzlichen Therapie der ADHS-Symptomatik angezeigt ist, sollte man aber aufgrund der bekannten Risiken und Vorteile der Östrogenmedikation sorgfältig abwägen.

P.S. : Ob es einen ähnlichen Effekt der Sexualhormonauswirkungen auch bei den Männern gibt, wissen wir nicht.

Bitte sprechen sie diese Themen aber gezielt bei ihrem nächsten Termin beim Frauenarzt UND auch dem für die ADHS-Therapie verantwortlichen ärztlichen Kollegen an !

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