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Abstrakt: Die Behandlung einer Angsterkrankung wie der Panikstörung setzt eine aktive Mitarbeit des Patienten und eine Änderung des Verhaltens voraus. Man muss sich der Angst stellen und sie nicht länger vermeiden wollen.

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Angstattacken : Therapieziele der Psychotherapie

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Geschrieben von: Martin Winkler
Erstfassung: 28 Jan 2004. Geändert: 08 Mrz 2007.

Welche Ziele hat eine Psychotherapie bei Angstattacken (Panikstörung)?

Antwort:

Psychotherapie der Angst

Zielsetzung der Angstbehandlung ist die Beseitigung der Angstanfälle.

Dies mag zunächst trivial klingen, stellt aber doch an den Patienten und auch die Therapeuten besondere Anforderungen.

Zweifelos wünscht sich jeder Patient, dass die Angst ihn nicht mehr im Griff hat, sondern er bzw. sie selber eine aktive Bewältigung der Angst erreicht. Dennoch kann die Angst nicht so ohne weiteres ausradiert oder völlig in den Hintergrund verdrängt werden. Dies wäre sicher aus Sicht einiger Patienten die verlockendste Alternative oder Möglichkeit einer Angsttherapie. Sie würden sich am liebsten nicht mehr mit der Angst auseinander setzen müssen. Die Idealform einer solchen Therapie aus Sicht der Patienten wäre vermutlich eine Art Narkose aus der Mann dann ohne Ängste wieder aufwacht und sich nicht mehr bewusst mit den Ängsten auseinander setzen muss.

Das genaue Gegenteil passiert aber in aller Regel in der Therapie. Hier steht die gedankliche bzw. inhaltliche und emotionale Auseinandersetzung im Vordergrund. Die Angst und ihre körperlichen Reaktionen sollen in der Therapie im Mittelpunkt des Interesses stehen bzw. in sog. Expositionen eine ganz bewusste Konfrontation mit den Ängsten erfolgen. In diesen Übungen soll also nicht gelernt werden, wie man die Angst "klein" hält oder mit ihr leben kann. Vielmehr wird der Patient sogar angeleitet, die Angst möglichst intensiv und stark zu erleben. Nur so erlebt der Patient, dass die zuvor bestehenden Befürchtungen (z.B. am Angstanfall zu sterben, verrückt zu werden etc.) unbegründet waren. Und nur so erlebt der Patient auch, dass die Angstanfälle nach einer gewissen Zeit zurückgehen und nicht (wie befürchtet) immer stärker und stärker werden und zur absoluten Katastrophe führen.

Diese Auseinandersetzung mit der Angst wird vom Patienten nun ganz sicher zunächst als sehr bedrohlich bzw. fürchterlich erlebt. Kein Wunder. Wer würde sich freiwilig in eine für ihn bisher als bedrohlich erlebte Situation begeben?

So sehr auch die Angst bzw. die Folgen der Angst das Leben des Patienten bestimmen und negativ beeinflussen : Er oder Sie wird zunächst nach "sanfteren" Alternativen oder Tricks suchen.

Es muss für die Patienten völlig unverständlich erscheinen, wenn ein Therapeut ihnen also zunächst einen solchen Therapieweg vorschlägt und ihnen eine von ihnen bisher als "bewährte" Medikation empfundene Therapie mit angstdämpfenden Mitteln (z.B. Benzodiazepine wie Tavor, Diazepam, Lexotanil) vorenthalten oder andere dämpfende Mittel (z.B. Imap-Sprizen mit einer neuroleptischen Medikation) nicht empfiehlt.

Erst im Verlauf der Therapie wird dabei dem Patienten deutlich, welche anderen Vermeidungsstrategien bzw. Umwege und "Erleichterungen" sich in der Folge der Angsterkrankung eingeschlichen haben. Es gilt also häufig genau diese im Verlauf der Angsterkrankung entstandenen Folgen zunächst klar zu erkennen und sich dann aktiv dafür zu entscheiden künftig einen anderen Weg im Umgang mit der Angst zu gehen.

Es liegt auf der Hand, dass ein Patient sich auf einen psychotherapeutischen Weg erst dann einlassen kann, wenn er/ sie ein Vertrauensverhältnis zum Therapeuten aufgebaut hat.

Einfühlungsvermögen (Empathie) und Offenheit sind dabei wesentliche Kriterien für einen guten Therapeuten.

Aufgabe des Therapeuten ist aber nicht, die Angst oder die Probleme für den Patienten zu beseitigen.

Dies kann letztlich nur durch den Patienten unter Anleitung des Therapeuten erfolgen.

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