Viele Menschen nehmen körperliche Symptome wie ein Engegefühl im Hals, Schluckbeschwerden, Veränderungen der Zunge oder im Mundbereich (z.B. Ziehen oder Schmerzen) wahr, die ihnen grosse Sorgen machen.
Klossgefühl und Schluckbeschwerden Symptom einer somatoformen Störung / Somatisierungssstörung?
Hat eine gründliche hausärztliche Untersuchung keinen Anhalt für eine organische (= körperliche) Ursache wie z.B. eine Schilddrüsenvergrösserung ergeben und konnte wie in dem geschilderten Fall auch eine Urache im Nasen-Rachenraum bzw. eine Nervenerkrankung ausgeschlossen werden, so sollte man an eine psychische Auslösung der Symptomatik denken.
Die Psychiater bzw. Psychologen sprechen in diesem Fall von einer sogenannten "somatoformen Störung". Hierunter versteht man körperlich wahrgenommene Symptome an verschiedenen Stellen des Körpers, die aber nicht auf eine Schädigung (z.B. Entzündung, Tumor etc) des jeweiligen Organs zurück geführt werden müssen, sondern vielmehr durch Funktionsstörungen des sog. autonomen Nervensystems im Zusammenhang mit Stress, Belastungen oder auch sehr häufig Depressionen oder
Generalisierten Ängsten zu erklären sind.
Bereits umgangssprachlich spricht der Volksmund ja von einem "Kloss im Hals" oder uns bleibt "etwas im Hals stecken", wenn wir unter einer Situation leiden, für die wir keine Lösung sehen. Viele depressive Menschen berichten von einem solchen Klossgefühl, der in der medizinischen Fachsprache auch "Globusgefühl" genannt wird.
Ein Merkmal solcher psychisch mitbestimmten Symptome wie Engegefühl im Hals oder Schluckbeschwerden ist ein "Teufelskreis", der scheinbar zu einer immer stärkeren Symptomatik beiträgt:
- In einer allgemeinen Anspannungs- oder Belastungssituation (z.B. berufliche oder private Mehrbelastung, Trennung, Sorgen) bemerkt man erstmals ein körperliches Symptom
- diese Symptomatik wird verstärkt beobachtet, jedoch treten die Symptome vielleicht zunächst ab und zu auf, ohne dass man selber eine Erklärung dafür findet
- Jetzt sucht man seinen Hausarzt auf, der aber auch "keinen Befund" findet. Zur "Sicherheit" wird man zu einem Facharzt geschickt.
Trotz umfangreicher Untersuchungen (und ggf. einer erneuten Untersuchungen bei einem oder mehreren Spezialisten) finden die Ärzte aber keine Erklärung für die Symptomatik und sagen, es sei alles in Ordnung.
- Vielleicht ist man jetzt kurzfristig erleichtert, die Symptome treten aber dann doch wieder auf!
- Jetzt können Panikgefühle hinzkommen. Man achtet erst recht auf die Symptome und ist schon angespannt, wenn man überhaupt nur eine geringe Veränderung am Körper registriert
- Ausserdem treten Gedanken auf, die die Anspannung verstärken. Dies können Befürchtungen vor einem Tumor oder einer unheimlichen Erkrankung sein (die natürlich völlig unbegründet sind!)
- Dies alles verursacht eine innere Anspannung und eine Stressreaktion im Körper. Dadurch werden eine Reihe von Körperfunktionen aktiviert und auch eine muskuläre Anspannung erzeugt. Man bemerkt vielleicht einen beschleunigten oder scheinbar unregelmässigen Herzschlag, Schwitzen oder andere körperliche Symptome des Stress.
Diese Symptome werden nun wieder verstärkt wahrgenommen und quasi als Bestätigung für eine Erkrankung gewertet.
Der Teufelskreis ist geschlossen.
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