Gesundheit Fragen
down arrow Anzeigen: right arrow 

Gesundheit Fragen
left arrow Anzeigen: down arrow

filler

Abstrakt: Als Nervenzusammenbruch wird laienhaft eine Krisensituation angesehen, die durch eine plötzliche psychische Belastung und Überforderung ausgelöst wird.

Start Suche Themen Forum Psychologie Arzt Beratung online Neu Login/out Privat

 Gehe zu:
 Superfolder Neue Frage 

 Sie sind hier Antworten  Fragen zu psychischen Problemen

AKTUELL
WEITER

THEMEN

Nervenzusammenbruch - Eine Krise oder eine psychische Störung

Schreiben sie eine Frage  locale Hilfe Info

Anfang Top Diskussion Diskussion Experten fragen Fragen an die Experten  printer Drucken
Frage(n):
Geschrieben von: Dr. Martin Winkler

Oberarzt Psychosomatik, Saale Klinik 1 Bad Kösen

Erstfassung: 2004-01-13. Geändert: 2014-10-21.

Was ist eigentlich ein Nervenzusammenbruch?
Meine Freundin soll mit einem Nervenzusammenbruch in eine Klinik eingeliefert worden sein. Sie war seit einigen Tagen nervös, hatte Schlafstörungen und war ständig unruhig und nervös. Muss ich mir ernste Sorgen um ihren Verstand machen? Hat sie eine seelische Krise?

Antwort:

Nervenzusammenbruch : eine psychische Krise

Als "Nervenzusammenbruch" wird laienhaft eine psychische Krisensituation angesehen, die durch eine plötzliche (oder aber sich schon länger abzeichnende) Belastung- und Überforderungssituation bedingt ist.

Hierbei handelt es sich aber nicht um eine klinische Diagnose, sondern eher um eine eher bildliche Beschreibung, die vielleicht ausdrücken mag, dass die Last für den oder die Betroffene einfach zu viel geworden ist. Eine offizielle Definition des Nervenzusammenbruch kann man also nicht geben.

Im Gegensatz zur Laienvorstellung oder Vorurteilen wird man aber durch eine solche Stressbelastung weder verrückt, noch tritt eine wirkliche Schädigung der "Nerven" = dem zentralen Nervensystem ein.

Die Symptome dieser "seelischen Krise" sind in aller Regel von kurzer Dauer und recht unspezifisch, d.h. auch bei zahlreichen weiteren psychologischen bzw. psychiatrischen Störungsbildern zu beobachten.

  • Unruhe
  • Nervosität bzw. innere Anspannung
  • Unfähigkeit zur Ruhe zu kommen
  • Schlafstörungen in Form von Einschlafstörungen oder Erwachen in der Nacht
  • nachlassende Konzentration
  • Erschöpfungsgefühl am Tag

Häufig finden sich daher neben Schlafstörungen weitere Anzeichen einer Anspannungssituation bzw. Stress (z.B. beschleunigter Puls und Atemfrequenz, Magen-Darmbeschwerden, Schwindelgefühl, Verspannungen). Hier muss man differentialdiagnostisch u.a. eine Angststörung ausschliessen.

Andererseits treten aber häufig auch Niedergeschlagenheit oder Verzweifelung (Gedanken wie :"Ich kann nicht mehr, Ich weiss nicht weiter") wie bei einer depressiven Verstimmung auf.

Eine besondere Form einer akuten Krise kann bei Vorliegen einer akuten oder chronischen Posttraumatischen Belastungsstörung / Dissoziativen Störung vorliegen. Hierbei stehen neben heftiger Anspannung und Angst vor allem das Wiedererleben von traumatisierenden Ereignissen in Form von Bildern (flashbacks) im Vordergrund.

Gemeinsam ist vielen Patienten, dass sich in aller Regel ein oder mehrere soziale Belastungen oder für den Betreffenden subjektiv schwerwiegende Veränderungen (z.B. Trennung, Partnerschaftskonflikte) herausfinden lassen. Ist diese Problemkonstellation entschärft, so werden auch die Symptome nachlassen.

Somit diagnostizieren Psychiater bei einem Nervenzusammenbruch am häufigsten eine sog. Anpassungsstörung. Damit ist gemeint, dass Belastungen und eigene Kompensationsmöglichkeiten und Unterstützung derzeit nicht ausreichen, um eine psychische Stabilisierung aufrecht zu erhalten.


Hieraus folgt für die Behandlung des Nervenzusammenbruchs : Einerseits versucht man durch eine kurze "Aus-Zeit" den Klienten einen gewissen Abstand von den Problemen (z.B. im häuslichem Umfeld) zu ermöglichen und z.B. eine akute Streitsituation zu entschärfen. Manchmal reicht es schon, eine Nacht darüber zu schlafen und mit einer Schwester, dem Arzt oder Sozialdienst darüber zu sprechen, wie es weiter gehen kann. Meistens geht es dann auch darum, die eigenen Ressourcen wieder zu entdecken oder Unterstützung für objektiv schwierige Belastungen (z.B. Pflege von Angehörigen oder Kindern) aufzubauen.

Somit ist ein Nervenzusammenbruch meistens als Signal für eine schon länger bestehende Problemsituation zu verstehen, für die der oder die Betroffene selber noch keine gute Lösung gefunden hat.


Hilft eine Krankschreibung bei einem Nervenzusammenbruch ?

In aller Regel wird der Arzt für einige Tage bis maximal 2 Wochen eine Krankschreibung ausstellen. Da es in aller Regel aber eben eine kurzfristige Krise ist, sollte man nicht von einer längeren Arbeitsunfähigkeit ausgehen. Vielmehr sollte alles daran gesetzt werden, möglichst wieder schnell zurück in ein normales Umfeld bzw. eine normale Struktur zu kommen. Im Rahmen einer ambulanten Psychotherapie kann man dann eben längerfristig auf die Suche nach Auslösern der psychischen Krise bzw. Anpassungsstörung und individuellen Problembereichen gehen.

Bücher und Ratgeber zum Thema Nervenzusammenbruch


Aktuelle Themen in unserem Psychologie-Portal in diesem Monat

1. Stress lass nach: Stressbewältigung und Entspannung erlernen

Wenn sich Stressbelastungen im Alltag häufen, stellen sich typische Warnzeichen wie Schlafstörungen, innere Unruhe, Magenbeschwerden und die Unfähigkeit zur Entspannung am Abend oder am Wochenende ein. Lesen Sie mehr über Stress und Möglichkeiten zur Entspannung ....

2. Lichttherapie bei Depressionen

Viele Menschen sind gerade in den "dunklen Monaten" vermehrt niedergeschlagen oder haben Probleme beim Aufwachen. Eine spezielle Therapie mit geeigneten Lichtlampen bzw speziellen Lichtweckern, die einen Sonnenaufgang im Zimmer simulieren, kann helfen....


 

Hilfe bei Stress / Blockaden / Burnout


Achtung: Die Informationen auf Web4Health ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie bei einem Arzt oder Psychologen! Sie stellen nur ein Informationsangebot dar, das wir nach hohen Qualitätskriterien und klinischer Erfahrung gestalten. Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen über Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Für den Inhalt der verlinkten Internetseiten wird keine Haftung übernommen. Insbesondere gibt der Inhalt dieser Internetseiten nicht notwendig die Meinung von Web4Health wieder. Sollten Sie Änderungsvorschläge haben oder Fehler bemerkt haben, schreiben Sie uns .
Anfang Top
Start Suche Themen Foren Expertenrat Neu Login/out Privat
psy-breakdown-sym Separator Copyright 2003-2014 Web4Health