Gesundheit Fragen
down arrow Anzeigen: right arrow 

Gesundheit Fragen
left arrow Anzeigen: down arrow

filler

Abstrakt: Anpassungsstörung Ursachen, Symptome, Diagnostik und Behandlung bei Anpassungsstörungen mit depressiven oder ängstlichen Merkmalen

Start Suche Themen Forum Psychologie Arzt Beratung online Neu Login/out Privat

 Gehe zu:
 Superfolder Neue Frage 

 Sie sind hier Antworten  Fragen zu psychischen Problemen

AKTUELL
WEITER

THEMEN

Patienteninformation Anpassungsstörung

Schreiben sie eine Frage  locale Hilfe Info

Anfang Top Diskussion Diskussion Experten fragen Fragen an die Experten  printer Drucken
Frage(n):
Geschrieben von: Martin Winkler
Erstfassung: 2004-01-02. Geändert: 2014-01-26.

  • Was ist eine Anpassungsstörung?
  • Wo erhält man Patientinformationen zu Anpassungsstörungen?

Antwort:

Anpassungsstörung

Täglich müssen Menschen mit belastenden Situationen umgehen. Dabei gibt es sehr individuelle Unterschiede, wie sie auf Belastungen reagieren. Gelingt es nicht, die Belastungen angemessen zu verarbeiten und Bewältigungsmöglichkeiten für derartige Erlebnisse zu entwickeln, können Anpassungsstörungen auftreten. Hierbei können sowohl psychische wie auch häufig körperliche Beschwerden eine Rolle spielen.

Allgemein ausgedrückt ist also eine Anpassungsstörung eine Reaktion auf Stress mit einer erheblichen Beeinträchtigung im Alltag. Häufig treten hierunter Symptome der Angst, Depression und oder Schlafstörungen auf. In schweren Fällen können auch Selbstmordgedanken auftreten.

 

Definition Anpassungsstörung

Das ICD 10 definiert eine Anpassungsstörung wie folgt:

 

    Zustand von subjektivem Leid und emotionaler Beeinträchtigung, die soziale Funktionen und Leistungen behindern und während eines Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen, wie auch schwerer körperlicher Erkrankung, auftreten.

Definitionsgemäss handelt es sich dabei um relativ kurzzeitige Symptome (d.h. bis zu 6 Monaten), die als Reaktion auf eine oder mehrere belastende Lebensereignisse ("Stressor") aufgetreten sind. Es muss also ein klarer zeitlicher Zusammenhang (maximal 1 bis 3 Monate) bestehen. Es kommt dabei offenbar weniger auf die schwere der einzelnen Lebensereignisse an als vielmehr auf die subjektive Auswirkung für den Betroffenen und seine Bewältigungsfähigkeiten. Nicht selten führt eine Häufung von verschiedenen Belastungen in einer kritischen Lebenssituation (z.B. Veränderungen) zum Auftreten einer Anpassungsstörung. Die Betroffenen erleben dies dann häufiger als plötzliches Ereignis ("Dekompensation", "Nervenzusammenbruch", "Burn-out")

Die Diagnose wird häufig gestellt, nicht immer wird dabei aber eine gründliche Abgrenzung zu anderen psychischen Erkrankungen (z.B. Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen) vorgenommen. Besonders wichtig (und im Einzelfall schwierig) ist die Abgrenzung zur sog. Posttraumatischen Belastungsstörung, die auf ein akutes oder chronisches (komplexes) Trauma zurückzuführen ist. Diese Erkrankungen sind zumeist hinsichtlich der Dauer, dem Schweregrad bzw. den Auswirkungen auf die Lebensqualität und soziale Kontakte deutlich schwerwiegender als die Anpassungsstörung.

Welche verschiedenen Formen von Anpassungsstörungen gibt es?

In der klinischen Praxis macht die Unterscheidung der verschiedenen Formen einer Anpassungsstörung recht wenig Sinn. Grundsätzlich kann man aber schauen, ob eher ängstliche oder depressive Merkmale vorherschen und sich danach in der Ausrichtung der Therapie richten. Somit unterscheidet man :

  • Anpassungsstörung mit depressiver Grundstimmung
  • Anpassungstörung mit Angst
  • Gemischte Anpassungstörungen mit Depression und Angst
  • Anpassungstörung mit Störung des Sozialverhaltens
  • Anpassungsstörung mit gestörtem Sozialverhalten und Depressionen
  • Anpassungsstörung nicht näher bezeichnet (Rest)

Welche Ursachen hat eine Anpassungsstörungen?

Bereits der Begriff macht deutlich, dass es ein Zusammenwirken einer individuellen persönlichen Veranlagung ("Disposition"), eigenen Bewältigungs- und Unterstützungsmöglichkeiten sowie den auftretenden Belastungen ("Stressoren") geht. Immer wenn die individuellen Coping-Möglichkeiten für eine Änderung oder Anpassung an die Belastungsfaktoren nicht - oder nicht mehr - ausreichen, kann es zu einer "gestörten" Anpassung kommen. Diese Beschreibung wird auch als "Diathese-Stress-Modell bezeichnet.

 

In der klinischen Praxis erlebt man häufig, dass die Betroffenen bereits in der frühen Kindbheit entweder durch neuropsychiatrische Besonderheiten, Lernstörungen, andere körperliche Erkrankungen (Neurodermitis, Asthma etc) oder ungünstige familiäre oder soziale Faktoren "anders" mit Belastungen umgehen mussten. Die akute Anpassungsproblematik ist dann häufig eher ein Wiederaufflammen von alten Problemen oder Konflikten. Nicht selten wird dabei auch Wut, Verbitterung, Ärger etc ausgelöst, was man aber selber eben nicht unbedingt mit alten Konflikten oder Problemen in Verbindung bringt. Vielmehr wird dieser Konflikt dann auf andere Personen (Ehepartner, Arbeitskollegen, Lehrer der eigenen Kinder) projiziert und kann auch in der Therapie gegenüber dem Theraputen auftreten. Das wird dann Gegenstand der Therapie sein....

Welche typischen Beschwerden treten bei Anpassungsstörungen auf?

typische Symptome einer Anpassungsstörung wären

  • depressive Verstimmung bzw. Gerieztheit
  • Angstsymptome
  • Gereiztheit bzw. innere Verzweifelung und Sarkasmus
  • Schlafstörungen
  • Nervosität
  • Anspannung und Unfähigkeit zur Entspannung

Wie häufig sind Anpassungsstörungen?

Fast jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens mit Situationen konfrontiert, für die zunächst keine Lösung bzw. Ausweichmöglichkeit zur Verfügung steht. Daher sind die Anpassungsstörungen letztlich eine der häufigsten psychiatrischen bzw. psychsomatischen Störungen überhaupt.

Wie sehen meine Erfahrungen mit dem Umgang auf Belastungen im Vergleich zu anderen Betroffenen aus?

Typisch ist, dass viele Betroffene zunächst nicht ihre Probleme ansprechen bzw. sich eher als Opfer von ungünstigen Umständen ("Mobbing") sehen. Sie befürchten, dass durch das Ansprechen des Problems sie sich noch verletzbarer machen oder ihnen das Problem als Schwäche ausgelegt werden könnte. Daher versuchen sie häufig zunächst, durch Aushalten oder Überanstrengung eine Lösung zu erreichen.

Kann ich etwas tun, um das Problem zu bessern?

Es liegt in der Natur der Anpassungsproblematik, dass man zunächst selber ganz viel versucht, damit aber nicht erfolgreich ist. Grundsätzlich wäre es sinnvoll, dass man nicht allein nach einer Problemlösung schaut, sondern seine eigenen Ressourcen nutzt und wieder mehr in Richtung Gesundheit bzw. persönlichem Wohlergehen macht. Hierzu gehört :

  1. Sport bzw. Bewegung bei Anpassungsstörungen

    Nach derzeitigem Wissensstand ist Sport bzw. Aerobic / Zumba oder auch nur Spaziergänge mit dem Hund quasi genauso wirksam wie eine Psychotherapie oder Antidepressiva

  2. Wiederaufnahme von Hobbies und positiven Aktivitäten

    Häufig ist es so, dass man aufgrund der psychischen und zeitlichen Belastung frühere Hobbies und soziale Aktivitäten einschränken musste bzw. den Kontakt zu früheren Freunden meidet. Hier wäre es aber sinnvoll, wieder sich Freiräume zu schaffen und wieder mit früheren angenehmen bzw. positiven Aktivitäten zu beginnen.

  3. Entspannungsverfahren bzw. Yoga / Meditation

    Möglicherweise ist es nicht für jeden Menschen gleich gut geeignet. Aber Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training können gerade bei Anpassungsstörungen sehr hilfreich sein. Viele Krankenkassen und einige Arbeitgeber unterstützen daher Arbeitnehmer bzw. Versicherte bei den Kosten für ein Entspannungstraining.

  4. Achtsamkeit

    Die sog. Achtsamkeitsbasierte Therapie (mindfulness based therapy) ist gerade bei Stress und Belastungen bei Anpassungsstörungen ein sehr hilfreiches Verfahren. An vielen Orten werden bereits Kurse für Achtsamkeitstraining angeboten.

 

Welche Untersuchungen wird der Arzt vorschlagen?

 

Welche verschiedenen Behandlungsoptionen gibt es bei Anpassungsstörungen?

Welche Vorteile werden durch die Behandlung von Anpassungsstörungen erzielt?

Welche Risiken / unerwünschten Effekte werden durch die Behandlung ausgelöst?

Ist es notwendig Anpassungsstörungen zu behandeln? Was passiert ohne Behandlung bei Anpassungsstörungen?

Anpassungsstörung Medikamente : Welche Medikamente gibt es bei einer Anpassungsstörung ?

Wird die Behandlung die Symptome mildern?

Verhaltenstherapie Anpassungsstörung : Wie kann Psychotherapie helfen ?

Wie lange wird es bis zur Wiedererlangung der Gesundheit dauern?

Welche Auswirkungen wird die Behandlung der Anpassungsstörung auf Empfindungen, Gefühle und seelisches Befinden haben?

Welche Auswirkungen kann die Behandlung einer Anpassungsstörung auf das Sexualleben haben?

Wie wird das Risiko für andere Erkrankungen beeinflusst?

Was müssen Angehörige wissen, die einen Patienten mit Anpassungsstörungen betreuen?

Was kann man machen, um die Gesundung bei Anpassungsstörungen zu beschleuningen?

Wann kann eine stationäre Behandlung erforderlich werden?

Wo kann ich mich noch weiter über diese Symptomatik informieren?

Gibt es Selbsthilfegruppen für Anpassungsstörungen?

Ratgeber und Bücher zum Thema Anpassungsstörungen

Weitere Informationen zum Thema Anpassungsstörungen

Achtung: Die Informationen auf Web4Health ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie bei einem Arzt oder Psychologen! Sie stellen nur ein Informationsangebot dar, das wir nach hohen Qualitätskriterien und klinischer Erfahrung gestalten. Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen über Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Für den Inhalt der verlinkten Internetseiten wird keine Haftung übernommen. Insbesondere gibt der Inhalt dieser Internetseiten nicht notwendig die Meinung von Web4Health wieder. Sollten Sie Änderungsvorschläge haben oder Fehler bemerkt haben, schreiben Sie uns .
Anfang Top
Start Suche Themen Foren Expertenrat Neu Login/out Privat
soma-adj-start Separator Copyright 2003-2013 Web4Health