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Abstrakt: Zahnarztangst : Was ist eine Zahnarztangst / Dentalphobie ? Was tun bei Panik for dem Zahnarzt-Besuch ?

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Zahnarztangst / Dentalphobie : Was ist Zahnarztangst ?

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Frage(n):
Geschrieben von: Dr. Martin Winkler
Erstfassung: 2004-07-07. Geändert: 2011-09-09.

Was tun bei Angst vor dem Zahnarzt ? Zahnarzt Angst und Panik : Wie werden die Kosten für eine Behandlung übernommen ? Was ist Zahnarztangst ?

Antwort:

Zahnarztangst : Angst und Panik vor dem Zahnarzt

Die Angst vor dem Zahnarzt(besuch) (Dentalphobie, Oralphobie) gehört sich zu den häufigsten Phobien bzw. Angstproblemen im Zusammenhang mit Gesundheit überhaupt. Bei bis zu 15% der Bundesbürger soll eine ausgeprägte Zahnarztangst vorhanden sein! Selbst wenn vielleicht nicht bei allen diesen Patienten starke Angstsymptome auftreten, spielen Ängste vor dem Zahnarzt eine ganz erhebliche Rolle, da eben dadurch eine Zahnsanierung häufig unterbleibt.

Dabei ist es nicht selten, dass neben einer recht isolierten Angst vor dem Zahnarztbesuch selber (z.B. Angst vor dem Bohren, Geräuschen in der Praxis, "Bewegungsunfähigkeit" auf dem Zahnarztstuhl, Schmerzen, Mundsperre) bereits vorbestehende oder begleitende Ängste bestehen, die dann eine etwas andere Behandlung bedürfen können. Eine weitere Besonderheit besteht bei Patienten, die sehr schlechte Erfahrungen oder ungewöhnliche Probleme beim Zahnarzt hatten. Hierzu gehören z.B. Patienten, die nicht auf übliche Schmerzmittel oder Lokalanästhetika (zur Schmerzbetäubung) ansprechen, oder aber nicht lange an einer Stelle ruhig sitzen können (z.B. bestimmte Patienten mit einem ADHS-Syndrom = Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstoerung).

Eine Phobie wie die Zahnarztangst ist zunächst durch eine unangemessen starke Angst (Panik) vor einer speziellen Situation (hier der Zahnarzt) gekennzeichnet, die jedoch weit über eine Ängstlichkeit oder ein unangenehmes Gefühl in Bezug auf den nächsten Zahnarzttermin hinausgeht (wer geht schon gerne zum Zahnarzt?). Es ist also damit nicht die vielleicht entstehende "Peinlichkeit" gemeint, wenn man dem Zahnarzt ein über lange Zeit nicht saniertes Gebiss präsentieren muss Schliesslich ist das sein Job und eine Predigt über Zahnpflege zu diesem Zeitpunkt sicher fehlplaziert. Kennzeichen der Phobie ist vielmehr, dass sie weit stärker als bei anderen Menschen ausgeprägt ist und zu deutlichen Zeichen der Angst führt. Hierzu zählen u.a.

  • Körperliche Symptome der Angst :
    Schweissausbruch, Zittern, Herzrasen, Engegefühl in der Brust, Schwindelgefühle, Angst vor Ohnmacht oder Kontrollverlust

  • Gedankliche Verzerrungen / Katastrophisierungen :
    Typisch für Ängste sind sog. "kognitive Verzerrungen", d.h. eine recht einseitige und negative Sicht der Problematik, die sich in übertriebenen Gedanken und Kastastophenideen widerspiegelt. Dann wird der schlimmste mögliche Ausgang als wahrscheinlich, ja "totsicher" angenommen.

  • Vermeidungsverhalten :
    Wesentliches Merkmal einer "Phobie" wie der Dentalphobie (Zahnarztangst) ist die Vermeidung, d.h. die angstbesetzte Situation wird nicht mehr aufgesucht. Kurzfristig ist dadurch scheinbar die Angst weg. Langfristig nimmt aber nicht nur der Schaden (oder die Schmerzen) zu, sondern auch die innere Anspannung und Angst steigt. Es entwickelt sich

  • Erwartungsangst (sog. antizipatorische Angst):
    Jetzt reicht schon der blosse Gedanke oder die Erwähnung des Themas, um Angstsymptome auszulösen. Je nach Stärke bzw. Ausprägung der Phobie kann dies zu weiteren starken Einschnitten im Leben führen. Zusätzliche soziale Probleme bzw. Ausgrenzungen (Angst wegen schlechter Zähne oder Mundgeruch angesprochen zu werden) können hinzukommen.

Hieraus lässt sich bereits ableiten, dass sich Angst vor dem Zahnarzt auf sehr unterschiedlichen Ebenen abspielt. Kennzeichnend ist zumeist, dass bereits ein erhöhtes Anspannungsniveau (Stress) VOR dem eigentlichen Zahnarztbesuch besteht. Diese Anspannung schaukelt sich dann noch durch die Erwartungsangst weiter auf. In der Folge kann sich dann ein regelrechter "Teufelskreis" entwickeln, da die Angst / Phobie mit weiteren negativen Gedanken gekoppelt ist und dann die hieraus resultierende vermehrte Anspannung verstärkte körperliche Stress- und Angstsymptome auslöst.

Die Therapie muss also daran ansetzen, diesen Teufelskreis aufzubrechen. Dies ist in aller Regel in einer Kurzzeitpsychotherapie (Verhaltenstherapie) möglich. Hierbei wird genauer geschaut, welche Faktoren an der Entstehung und Aufrechterhaltung der Phobie beteiligt sind. Im wesentlichen wird dann der Teufelskreis der Angst dem Patienten verdeutlicht und damit die Angst als durchaus "rationales" bzw. verstehbare Problematik dargestellt. Mit dem Patienten werden innerhalb kurzer Zeit Strategien entwickelt, die die katastrophisierenden Gedanken und Vorstellungen relativieren helfen. Je nach Patient werden dann Hilfe für die akute Angstsituation bzw. Entspannungsmöglichkeiten vermittelt.

Hier bieten sich sehr unterschiedliche Ansatzmöglichkeiten an, die man ggf. kombinieren muss oder kann.

Hilfreiche Möglichkeiten für den Termin selber wären :
1. Informationsvermittlung / Beratungsgespräch
Ein guter Zahnarzt wird also bereits in einem vorbereitenden Termin entsprechende Ängste ansprechen und eine Beratung und Information anbieten. Hilfreich ist es natürlich auch, wenn eine Vertrauensperson mit zum Termin kommt. Das vertraunsvolle Gespräch kann so Ängste bereits abbauen helfen.

2. Medikamente vor dem Zahnarztbesuch
Sicher nicht die optimale Lösung, aber es stehen sowohl angstlösende Medikamente (Benzodiazepine), wie auch leichtere Beruhigungsmittel zur Verfügung, die die Erwartungsangst reduzieren können und damit die Voranspannung bereits lindern können.

3. Stressabbau / Entspannungstherapie
Sollten Sie ein Entspannungsverfahren (z.B. Progressive Muskelentspannung / Autogenes Training) beherrschen oder andere systematische Verfahren zum Stressabbau anwenden, so wäre dies auch oder gerade bei der Phobie sehr hilfreich.

3. Hypnose
Einige Zahnärzte bieten inzwischen Hypnose in der Therapie mit an. Hierbei wird ein tranceähnlicher Zustand erzeugt, so dass die Wahrnehmung für die Behandlung selber reduziert wird. 4. Akupunktur Dieses Verfahren wird von einigen Zahnärzten eingesetzt und kann insbesondere das erhöhte Stressniveau günstig beeinflussen

5. Musik / Brillen / TENS-Verfahren.
Auch ein Verfahren, um die Aufmerksamkeit abzulenken bzw. umzulenken. Dagegen ist das TENS-Gerät ein Verfahren, bei der über Reizströme die Schmerzwahrnehmung modifiziert wird.

6. Vollnarkose
Sicherlich eine denkbare Alternative, gerade wenn es sich um eine umfangreichere Behandlung handelt.

Steht die Angst vor dem "Bohren" im Mittelpunkt (z.B. wegen des Bohrgeräusches) kann auch eine spezielle Gelbehandlung erfolgen, die den kariösen Zahn speziell angreift und zumindest das Bohren deutlich reduzieren hilft.

Inzwischen gibt es Zahnärzte, die sich auf die psychothotherapeutische Behandlung von Patienten mit Dentalphobie spezialisiert haben. Sehr hilfreich für weitergehende Informationen sind z.B. die Internetseiten des Berliner Zahnarztes und Facharzt für Psychotherapie Alexander Pirk Gute Zaehne Dentalphobie , der u.a. auch einen Online-Fragebogen und weitergehende Patientenhilfen anbietet. Daneben finden sich im Internet noch weitere Anlaufstellen und Foren, die sich spezieller mit der Thematik beschäftigen.

Achtung: Die Informationen auf Web4Health ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie bei einem Arzt oder Psychologen! Sie stellen nur ein Informationsangebot dar, das wir nach hohen Qualitätskriterien und klinischer Erfahrung gestalten. Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen über Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Für den Inhalt der verlinkten Internetseiten wird keine Haftung übernommen. Insbesondere gibt der Inhalt dieser Internetseiten nicht notwendig die Meinung von Web4Health wieder. Sollten Sie Änderungsvorschläge haben oder Fehler bemerkt haben, schreiben Sie uns .
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