Ein gemeinsames / gemischtes Auftreten von Symptomen der Angst bzw. einer Depression sind eher die Regel als eine Ausnahme. Wenn man es sich genauer ansieht, findet man eine sog. Major Depression (also eine depressive Symptomatik über mindestens 14 Tagen) bei 50-65 Prozent der Patienten mit einer Panikstörung. Dabei scheint es häufiger so zu sein, dass eine Panikstörung einer späteren Depression vorausgeht. Nur bei etwa 1/3 der Fälle liegt erst eine Depression vor und es entwickelt sich dann später eine Panikstörung. In einigen Studien wird die Häufigkeit von Panikstörungen bei depressiven Patienten aber auch auf 37-54% angegeben. Die Häufigkeit der Patienten mit Panikstörungen, die mindestens einmal in ihrem Leben eine Depression haben, weisen in den Studien sehr grosse Schankungen zwischen 20 und bis zu 90% auf. Die meisten Experten gehen von einer Grössenordnung von etwa 50 Prozent auf.
Symptome beider Störungen können also zum gleichen Zeitpunkt auftreten. Selbstverständlich sind dann auch die diagnostischen Kriterien für beide Störungen erfüllt, so dass die Ärzte bzw. Psychologen formal auch sowohl eine Depression wie auch eine Angststörung diagnostizieren (was nicht unbedingt nun eine besonders schwere Symptomatik bedeuten muss).
Typische Anzeichen einer Panikstörung im Verlauf einer depressiven Episode können u.a.
- wiederholte Angstattacken (z.B. nachts oder morgens)
- Schwindelgefühle, Herzklopfen, Magenbeschwerden
- Unwirklichkeits- oder Entfremdungsgefühle
Andererseits können eben bei Patienten mit einer bekannten Panikstörung auch typische Merkmale einer Depression auffallen:
- Morgentief und Antriebsminderung
- Schlafstörungen (insbesondere frühmorgendliches Erwachen)
- Apathie, Lustlosigkeit, Energielosigkeit
- Gefühl der Gefühllosigkeit oder dauernde Leere