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Abstrakt: Anorexie Klinik : Was passiert bei der stationären Therapie (REHA) von Essstörungen? Wo findet man eine Klinik mit Schwerpunkt Bulimie / Bulimia nervosa, Anorexie / Magersucht oder Binge eating Störung?

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Klinik für Anorexie (Magersucht), Bulimie (Essbrechsucht) und Adipositas : Stationäre Reha bei Essstörungen

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Frage(n):
Geschrieben von: Dr. Martin Winkler
Klinik Lüneburger Heide
Kompetenzzentrum für Essstörungen
Am Klaubusch 21
29549 Bad Bevensen
info@klinik-lueneburger-heide.de
Erstfassung: 14 Mrz 2003. Geändert: 27 Apr 2008.

Klinik für Anorexie-Patientinnen? Was passiert bei der stationären Therapie von Essstörungen?
Wie sollte die Behandlung von Essstörungen ablaufen?
Wann ist eine stationäre Behandlung bei Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie erforderlich?

Antwort:

Essstörungen : Klinikbehandlung bei schwerer Anorexie oder Bulimie

Essstörungen wie die Magersucht, Bulimie oder die sogenannte Binge eating Störung sind psychosomatische Erkrankungen, die sich nicht durch eine einzelne simple Erklärung oder "Störung" erklären lassen. Sie stellen eine komplexe Problematik dar, die sich erst vor dem Hintergrund von seelischen Entwicklungs- und Wahrnehmungsstörungen, Lern- und Verhaltenseinflüssen im familiären Umfeld und vergeblichen eigenen Versuchen zur Beeinflussung individuell erklären lassen. Der chronische Verlauf führt dabei unweigerlich zu körperlichen wie psychischen Folgen und weiteren Komplikationen. Dies erfordert also ein Therapiekonzept für eine Bulimie- oder Anorexie-Klinik, das einerseits die störungsspezifischen Besonderheiten der Essstörungen versteht, die medizinischen Komplikationen erkennt und behandelt und einer weiteren Chronifizierung entgegen wirkt. Dies ist nur in der Kooperation von verschiedenen ambulanten und stationären Therapeuten in einem integrierten Therapiekonzept und mit klaren Behandlungsstrukturen möglich.

Eine stationäre Behandlung einer Essstörung wie Anorexie oder Bulimie erscheint uns dann angezeigt, wenn :

  • eine Essstörungsproblematik, die mit ambulanten (auch mehrgleisigen) Therapiemaßnahmen nicht (mehr) positiv zu beeinflussen ist, da sich die krankhafte Störung der Esskontrollproblematik nicht mehr unterbrechen lässt. Ziel kann hier die Symptomaufgabe und das (Wieder-)Erlernen eines geregelten Essverhaltens im Betreuten Essen sein.
  • erhebliche medizinische Folgen und Komplikationen eingetreten sind oder drohen (z.B. bei niedrigem Body-Mass-Index)
  • wenn die Essstörung eine Begleiterkrankung verdeckt, d.h. eine Symptomverschiebung auslöst, sobald das essgestörte Verhalten aufgegeben wird. Beispiele hierfür wären Selbstverletzungen (z.B. nach Traumatisierungen), Depressionen und Ängste (bzw. innere Leere), Zwänge oder auch Substanzmissbrauch oder Wahrnehmungs- und Organisationsstörungen und innere Unruhe bei ADS/ADHS
  • Hungern und bulimisches Essverhalten bei dem Versuch jeweils darauf zu verzichten, sich gegenseitig abwechseln
  • wenn eine Distanz bzw. Loslösung aus dem häuslichen Umfeld bzw. familiären Faktoren erforderlich ist, um eine Verstrickung in eine Essstörung zu unterbrechen
  • generell, um durch eine Unterbrechung das hohe Chronifizierungsrisiko zu senken und die stationäre Therapie als Lotsenfunktion für die Entwicklung eines integrierten Gesamtbehandlungsplans und einer langfristigen Veränderungsmotiviation und Perspektive zu nutzen. Größere Kliniken mit einem Schwerpunkt für Essstörungen haben ein Team von Experten aus unterschiedlichen Berufsgruppen :

    • Psychotherapeuten
    • Ärzte und Psychiater
    • Ernährungsberater
    • Pflegekräfte

    Ausgehend von einem stationären Therapiekonzept soll dabei exemplarisch ein viergleisiges Therapieprogramm dargestellt werden. Es besteht aus:

    • Medizinisches Monitoring und Behandlung bzw. Überwachung während der Symptomaufgabe
    • Einer spezifischen Ess-Psycho-Therapie
    • einer störungsspezifischen Psychotherapie
    • Ein Unterstützersystem (Sponsorsystem) von Mitpatientinnen in einem verstehendem Umfeld
    Zu Beginn der Therapie wir zunächst eine Bestandsaufnahme der invididuellen Problembereiche der Patientin erstellt. Bei bedrohlichen Fällen, d.h. einem hohen gesundheitlichen Risiko, erfordert dies besondere Kenntnisse und eine Überwachung (Monitoring) von medizinischen Komplikationen der Essstörungen. Dies stellt aber bei spezialisierten Zentren für Essstörungen auch bei der Anorexie eine absolute Ausnahme dar. So kann auch bei einem kritischen Body-Mass-Index (z.B. auch unter einem BMI von 12) in aller Regel eine stationäre Rehabilitationsmassnahme angeboten werden mehr Mehr zum Thema Behandlung von Essstörungen :

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