Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Streng genommen kennt die europäische Klassifikation psychischer Störungen (ICD 10) die narzißtische Persönlichkeitsstörung überhaupt nicht.
Eigentlich bezeichnet "Narzißmus" im Sinne der Psychoanalyse auch zunächst völlig wertfrei die Fähigkeit eines Menschen zwischenmenschliche Beziehungen auszubilden. Im Sinne einer Persönlichkeitsstörung wird aber eigentlich das genaue Gegenteil davon gemeint. Narzißten sind demnach Menschen, die aufgrund eine übermässigen Selbstbezogenheit und andererseits extem hoher Empfindlichkeit gegen Kritik und Kränkungen und mangelndes Einfühlungsvermögen geprägt sind.
Aufgrund eines nur nach aussen scheinbar "grandiosen" Selbstbildes mit Phantasien der Allmacht bzw. Bewunderung von Anderen lassen Menschen mit einer narzißtischen Persönlichkeitsstörung andere Meinungen oder Kritik kaum zu. Häufig ist dahinter aber ein sehr unsicheres Persönlichkeitsbild, so dass die Betroffenen sich andererseits häufig sehr minderwertig bzw. depressiv fühlen.
Häufig leiden unter den Beschwerden der narzisstischen Persönlichkeitsstörung die Betroffenen weniger als ihre Angehörigen.
Zu den
Diagnostischen Kriterien der Narzißtischen Persönlichkeitsstörung nach DSM-IV
gehören :
Durchgängiges Verhalten und Gedanken an Großartigkeit (auch in der eigenen Phantasie), Suche und Bedürfnis nach Bewunderung und Anerkennung, mangelndes Einfühlungsvermögen in andere Menschen.
Mindestens 5 Kriterien sollten erfüllt sein :
Übertriebenes Selbstwertgefühl mit Übertreibung der eigenen Fähigkeiten und Talente. Erwartet als "etwas Besonderes" Beachtung zu finden
beschäftigt sich mit Phantasien des grenzenlosen Erfolges, Schönheit, Idealen
Ist der Ansicht, einzigartig und besonders zu sein und daher nur von ganz besonderen Menschen (mit höherem Status oder Titel) verstanden werden zu können oder mit ihnen Kontakt haben zu müssen (z.B. nur Leute mit Doktortitel)
Verlangt ständig nach Bewunderung
extrem hohes Anspruchsdenken an bevorzugte Behandlung oder unmittelbare Zustimmung und Erledigung von eigenen Ansprüchen
nützt zwischenmenschliche Beziehungen aus
Kann nicht nachempfinden und erkennen, wie andere fühlen oder welche Bedürfnisse sie haben
ist neidisch auf andere oder glaubt, dass andere auf ihn seien
seigt ein arrogantes und überhebliches Verhalten
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