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Abstrakt: Scheidung und Gründung einer neuen Familie ist etwas, das auf alle Beteiligten Auswirkungen hat, und häufig leiden die Kinder am meisten.

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Auswirkungen einer Scheidung auf Kinder; Scheidung und neue Familien

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Geschrieben von: Hanna Molander, Studentin der Psychologie an der Universität Linköping. Übersetzt von: Karin Austen.
Erstfassung: 26 Nov 2006. Geändert: 15 Dez 2008.

Was ist der Effekt einer Scheidung auf Kinder? Was können wir tun, um im Falle einer Scheidung den emotionalen Stress für unsere Kinder zu reduzieren? Dies ist eine Sammlung vieler Fragen zum Thema Scheidung und neuen, alternativen Lebensstilen.

Antwort:
In der westlichen Welt ist die Kleinfamilie immer noch die häufigste Form des Zusammenlebens mit Anderen, doch mehr und mehr Menschen finden neue, andere Lösungen. Familien fallen auseinander und neue Menschen ziehen zusammen. Die Kinder sind dabei die Verbindung zwischen alten und neuen Familienmitgliedern. Die Familie ist nicht länger eine geschlossene Einheit. Dies stellt neue Anforderungen an unsere Fähigkeit, funktionierende Beziehungen zu unserer erweiterten Familie aufzubauen. Das bringt oft praktische und emotionale Probleme mit sich. Inwieweit sind wir von diesen neuen Strukturen betroffen und wie verändern sie die Rollen von Kindern und Eltern?

Kinder werden nicht mit Vorstellungen davon, wie das Leben sein sollte, geboren. Deswegen passen sich Kinder leichter an als Erwachsene. Ein Kind, das von Eltern großgezogen wird, die zwar nicht zusammen wohnen, aber eine Beziehung haben, oder die zwei Mütter und zwei Väter haben, halten dies nicht für etwas Besonderes. Deswegen treten oft erst dann Probleme auf, wenn das Kind von seiner Umwelt, die alternative Lebensstile nicht so leicht akzeptiert, negative Reaktionen erfährt. Kinder leiden normalerweise solange nicht, wie ihr Bedürfnis nach Liebe und Sicherheit befriedigt wird. Erwachsene hingegen haben eine Vorstellung von Richtig und Falsch, davon, wie die Dinge immer waren und sein sollten, und finden es daher oft schwierig, sich anzupassen. Plötzliche Veränderungen allerdings, wie eine Scheidung, sind schwer zu ertragen, sowohl für einen Erwachsenen als auch für ein Kind.

Eine Scheidung ist häufig eine traumatische Erfahrung. Ganz gleich ob man ein Kind ist oder ein Erwachsener, ob man selbst die Scheidung gewollt hat oder nicht: Man durchlebt eine emotionale Achterbahnfahrt von Chaos, Schuld Frustration und Hilflosigkeit. Jede Scheidung ist anders, doch sie haben alle eines gemeinsam, sie alle sind für einen längeren oder kürzeren Zeitraum mehr oder weniger schmerzhaft. Mit der Scheidung kommen eine Menge Veränderungen. Neue Gewohnheiten ersetzen alte. Sie verlieren möglicherweise alte Familienmitglieder und bekommen neue. Möglicherweise müssen Sie aus Ihrem alten Zuhause ausziehen, und die finanzielle Situation wird auch nicht dieselbe sein. Doch eine Sache, die immer die gleiche bleibt, ist die Tatsache, dass eine Scheidung stets von den Erwachsenen angebahnt wird. Die intime Beziehung eines Paares wird nun durch eine Eltern-Beziehung ersetzt. Dies kann für viele Eltern sehr schwierig sein, da sie so in ihren eigenen emotionalen Prozessen gefangen sind, dass die Bedürfnisse der Kinder vergessen werden. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Kinder wissen lassen, dass es nicht ihre Schuld ist. Ebenfalls bedeutend ist, dass die Kinder nicht für den elterlichen Konflikt missbraucht werden. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Kinder als Botschafter zwischen den Elternteilen agieren müssen. Ein Kind ist sehr loyal gegenüber beiden Eltern. Es fühlt sich häufig schuldig, wenn es Zeit mit dem einen verbringt, während der andere allein ist. Als Mutter oder Vater müssen Sie dann Ihre eigenen Bedürfnisse beiseite stellen und dem Kind vermitteln, dass Sie Verständnis dafür haben, dass es beide Eltern braucht und sie es ihm nicht übel nehmen, wenn es Zeit mit dem Anderen verbringt. Es ist auch wichtig, keine schlechten Dinge über Ihren Ex-Partner zu sagen. Ein Kind weiß, dass es ein Produkt zweier Elternteile ist. Wenn Sie Ihren Ex kritisieren, kritisieren Sie also gleichzeitig Ihr Kind.

Kinder reagieren immer auf eine Scheidung. Es ist nur eine Frage, des Wie und Wann. Wie diese Reaktion aussieht, hängt vom Alter, Geschlecht und der Persönlichkeit des Kindes ab. Gefühle von Wut, Niedergeschlagenheit und Trauer sind häufig. Wenn ein Kind gar keine Reaktion zeigt, benötigen sie möglicherweise Hilfe beim Ausdruck ihrer Gefühle, sonst könnten sie später eine Depression erleiden.

Wenn Sie eine neue Liebe in Ihrem Leben finden, stellen Sie sie Ihren Kindern nicht zu rasch nach der Scheidung vor. Die meisten Kinder hegen heimlich den Wunsch, ihre Eltern wieder zusammen zu bringen. Wenn Sie ein Kind danach fragen, möchte es fast immer, dass Vater und Mutter wieder zusammen sind, selbst wenn ihre Ehe schwierig war. Sie sind bereit, alles zu tun, damit Mama und Papa wieder ein Paar werden. Deshalb ist es besser, zu warten, bis das Kind akzeptiert hat, dass die Trennung endgültig ist. Wenn das Kind sich mit der Scheidung abgefunden hat, ist es leichter, es an den neuen Partner zu gewöhnen. Dennoch wird es wahrscheinlich Probleme geben. Das Kind wird sich der Veränderung entgegenstellen und um sein Territorium kämpfen. Wieder verändern sich die Rollen und neue Abläufe halten Einzug. Es wird möglicherweise noch komplizierter, wenn ein neues Stiefgeschwisterkind dazukommt. Es braucht gewöhnlich viel Zeit und Geduld, damit dies alles funktioniert. Wenn Sie Ihren neuen Partner vorgestellt haben, ist es wichtig, sich erstmal Zeit nur für Sie und Ihr Kind zu nehmen. Auf diese Art wird die neue Beziehung nicht zu einer Bedrohung. Viele Kinder vermissen ihre Eltern und wollen ihre Zeit nicht mit irgendjemand verbringen. Es ist schwer, zu Ihrem Partner zu stehen (der ebenfalls eine schwierige Zeit durchmacht) und gleichzeitig auf die Bedürfnisse Ihres Kindes zu achten. Wenn Ihr Kind nur zeitweise bei Ihnen ist, stellen Sie sicher, dass es sich wohl und zu Hause fühlt. Ein eigenes Zimmer, einen festen Platz am Tisch, eine Tasse mit dem eigenen Namen darauf im Küchenschrank sind wichtige Details, die den Platz Ihres Kindes in der neuen Familie bekunden.

Von den Kindern als ein neues erwachsenes Familienmitglied akzeptiert zu werden, ist nicht leicht. Je mehr das Kind darauf vorbereitet ist, umso besser. Versuchen Sie eher, Ihre ganz eigene Beziehung zu dem Kind aufzubauen, als ein neuer Elternteil sein zu wollen. Vielleicht müssen Sie sich am Anfang ein wenig im Hintergrund halten. Überlassen Sie dem Kind die Annäherung, wenn es bereit dazu ist. Mit einem neuen Familienmitglied kommen eine Menge anderer Verwandter hinzu. Vermeiden Sie größere Familientreffen. Lassen Sie eine neue Beziehung nach der anderen entstehen.

Nur weil alle Vereinbarungen getroffen sind und der ganze Papierkram erledigt ist, heißt das noch nicht, dass die Scheidung vorbei ist. Die emotionale Scheidung ist nicht vorbei, solange Sie Ichren Partner nicht losgelassen haben. Das Ende einer Beziehung bringt viele Veränderungen mit sich. Nicht nur die intime Beziehung ist vorbei, sondern auch gemeinsame Freunde, Schwiegereltern, Orte, die Sie oft gemeinsam besucht haben, sie alle verschwinden oder ändern sich. Eine Menge Menschen durchleben eine Krise, wenn eine lange Beziehung endet. Eine Krise, die durch eine Scheidung ausgelöst wurde, ist etwas, durch das man normalerweise allein durchkommt. Es gibt jedoch Phasen im Leben, in denen man größere Veränderungen erlebt, z.B. wenn man ein Kind bekommt oder seinen Job verliert. Wenn man in einer solchen Zeit eine Scheidung durchmacht, ist es wahrscheinlicher, dass man die Krise nicht ohne Hilfe bewältigen kann. Ein Mensch, der in einer Krise steckt, kann emotional instabil sein, Konzentrationsprobleme haben und sich eventuell auch in anderen Bereichen anders verhalten. Deswegen beginnt jemand, der in Scheidung lebt, möglicherweise, sich unvorhersehbar zu verhalten. Sie erkennen vielleicht sich selbst, Ihren Ex-Partner oder einen Freund nicht mehr wieder. Für jemanden, der in einer Krise steckt, ist die Unterstützung von Freunden und der Familie sehr wichtig. Als Ex-Partner können Sie diese Unterstützung nicht bieten, weil Sie Ihre eigene Trauer durchleben und Zeit und Raum brauchen, um damit fertig zu werden. Wenn Sie oder Ihr Ex-Partner zusätzliche Hilfe benötigen, um diese schwere Zeit zu bewältigen, ist es besser, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Achtung: Die Informationen auf Web4Health ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie bei einem Arzt oder Psychologen! Sie stellen nur ein Informationsangebot dar, das wir nach hohen Qualitätskriterien und klinischer Erfahrung gestalten. Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen über Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Für den Inhalt der verlinkten Internetseiten wird keine Haftung übernommen. Insbesondere gibt der Inhalt dieser Internetseiten nicht notwendig die Meinung von Web4Health wieder. Sollten Sie Änderungsvorschläge haben oder Fehler bemerkt haben, schreiben Sie uns
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