Reizdarmsyndrom - Colon irritabilie
Als Reizdarm-Syndrom wird eine besondere Empfindlichkeit des Magen-Darm-Systems bezeichnet, bei dem eine Reihe von körperlichen Beschwerden bzw. Schmerzen auftreten. Zu den Hauptbescherden eines Reizdarm-Syndroms zählen :
- Wechsel zwischen Durchfall und Stuhlverhalt (Obstipation)
- Krampfartige Schmerzen
- Blähungen
- Druckgefühl & Vollgefühl
In der Folge der Krankheitssymptomatik suchen die Betroffenen mehrfach Ärzte auf und unterziehen sich wiederholten Untersuchungen im Magen-Darm-Trakt (u..a. Magenspiegelungen, Darmspiegelungen), die jedoch keine richtungsweisenden Befunde ergeben. Die Überempfindlichkeit im Verdauungssystem ist auch nicht durch eine einzelne Untersuchung zu "objektivieren" sondern ergibt sich aus der klinischen Symptomatik und Ausschluss anderer körperlicher Erkrankungen oder Unverträglichkeitsreaktionen.
Wenn dann ein Arzt den Patienten eine Psychotherapie oder aber eine antidepressive Medikation empfiehlt, fühlen sich einige Patienten nicht in ihrem Krankheitsverständnis gesehen bzw. befürchten falsch behandelt zu werden. Dabei zeigen neuere Untersuchungen, dass sowohl die Verhaltenstherapie bei Reizdarm wie auch die spezifische Behandlung mit Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern eine sehr wirkungsvolle Behandlung darstellen können.
Dies gilt auch unabhängig von der Frage, ob zusätzlich (oder in der Folge der Krankheitsprobleme) eine depressive Störung vorliegt.
Über 90 Prozent des Botenstoffs Serotonin werden im Verdauungstrakt produziert und spielen dort für die Regelung der Verdauungsprozesse eine bedeutende Rolle. Demensprechend lassen sich mit Medikamenten, die dort wirken, auch eine Beeinflussung erzielen. Eine aktuelle Studie zeigte bei 21 Patienten mit einem Reizdarmsyndrom eine rasche Symptomlinderung bei Behandlung mit 20 mg Citalopram (einem gebräuchlichem SSRI). Zwar kann es in der Anfangsphase einer entsprechenden Behandlung zu einigen Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt (leichte Übelkeit, Durchfall) kommen, im Gegensatz zu einer herkömmlichen Behandlung mit tricyclischen Antidepressiva treten jedoch Nebenwirkungen wie Benommenheit oder Verstopfung nicht auf