Gesundheit Fragen
down arrow Anzeigen: right arrow 

Gesundheit Fragen
left arrow Anzeigen: down arrow

filler

Abstrakt: Selbstverletzendes Verhalten 7% der Jugendlichen verletzen sich selbst mit Messern oder Ritzen mit Rasierklingen.

Start Suche Themen Arzt Beratung online Neu Login/out Privat

 Gehe zu:
 Superfolder Neue Frage 

 Sie sind hier Antworten  Fragen zu psychischen Problemen

AKTUELL
WEITER

THEMEN

Ritzen / Selbstverletzendes Verhalten

Schreiben sie eine Frage  locale Hilfe Info

Anfang Top Diskussion Diskussion Experten fragen Fragen an die Experten  printer Drucken
Frage(n):
Geschrieben von: Martin Winkler
Erstfassung: 2003-08-19. Geändert: 2015-01-16.

Wie viele Jugendliche verletzen sich selbst mit Messern oder Ritzen mit Rasierklingen? Wie ueblich ist Selbstverletzendes Verhalten SVV?

Antwort:
Ritzen wird als selbstverletzendes Verhalten (SVV) verstanden. Viele Eltern und auch einige Ärzte sehen dabei die Selbstverletzung ihrer Kinder (bzw. ja eher Jugendliche und junge Erwachsene) als ein Versuch, Aufmerksamkeit zu bekommen. So einfach ist aber die Erklärung für die Selbstverletzung nicht.

Sehr häufig beschreiben Klientinnen mit SVV, dass das Verletzen eben eher dazu dient, einen unaushaltbaren inneren Druckzustand abzubauen bzw. ein Gefühlschaos mit Anspannung und Angst quasi zu beenden. "Wenn ich ritze, fühle ich mich", ist auch eine häufige Aussage von Patientinnen. Damit ist gemeint, dass zuvor ein Entfremdungszustand (Derealisation bzw. Depersonalisation) beispielsweise im Rahmen einer dissoziativen Symptomatik bestand.

Chirurgische Versorgung der Narben bei Ritzen

Häufig ist es so, dass bei selbstverletzendem Verhalten nur ein oberflächliches Verletzen der Haut besteht. Dies kann man häufig relativ leicht durch eine chirurgische Wundversorgung und vielleicht mit Steristrips versorgen. Eher als "Unfall" wird dann beim Ritzen so tief geschnitten, dass das Nähen notwendig ist. Um hässliche Narben zu verhindern, sollte dies von einem Chirurgen erfolgen.

Statistik zur Häufigkeit Selbstverletzendes Verhalten

Eine kuerzlich veröffentlichte, britische Studie des Center for Suicide Research, Oxford University berichtet, dass mehr als einer von zehn Jugendlichen sich freiwillig selbst verletzt.

Diese Studie mit mehr als 6000 Schuelern im Alter von 15 bis 16 Jahren, zeigte, dass 10.3% Erfahrung mit autoaggressivem Verhalten (ueber 64% davon sich selbst schneiden) hatten.

Wir wissen, dass diese Art von Verhalten unter Mädchen mehr verbreitet ist als unter Jungen (Bis zu 4 mal so häufig). Experten glauben, dass autoaggressives Verhalten bei Mädchen mit sexuallem Missbrauch verbunden ist, während Jungen, die sich selbst verletzen, eher unter körperlichen Missbrauch leiden.

Im Gegensatz zur gängigen Meinung ist es nicht so, dass diese Jugendlichen einfach nur Aufmerksamkeit wollen oder jemandem Angst einjagen möchten. Der häufigste Grund von autoaggressivem Verhalten ist, sich von einer schrecklichen Gemuetsverfassung, unerträglichen Gefuehlen oder Angst zu befreien. Einige dieser Jugendlichen haben auch Selbstmordgedanken oder wuerden den Tod als eine Konsequenz des selbstverletzenden Verhaltens akzeptieren. Aber dies trifft nur auf eine Minderheit der Schueler zu.

In der Studie wurde herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit, sich selbst zu verletzen bei Schuelern mit niedrigem Selbstbewusstsein, Angst oder Depression und jenen, die sich lieber in ihrem Zimmer einschliessen als ueber Dinge zu sprechen, sowie jenen, die glaubten wenige Freunde zu haben, höher ist.

Eltern (oder diejenigen, die herausfinden, dass ein Teenager sich selbt schadet indem er sich verletzt) sollten versuchen Hilfe anzubieten und Einfuehlungsvermögen zu zeigen, aber auch klar erkennen, dass sie wahrscheinlich die letzten sein werden, denen sich das Kind anvertrauen möchte.

Mehr über Selbstverletzungen (Ritzen) und seine Ursachen und Behandlung

Informationen der amerikanischen Akademie für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Mehr Frage und Antworten zum Thema Ritzen und Selbstverletzendes Verhalten

Achtung: Die Informationen auf Web4Health ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie bei einem Arzt oder Psychologen! Sie stellen nur ein Informationsangebot dar, das wir nach hohen Qualitätskriterien und klinischer Erfahrung gestalten. Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen über Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Für den Inhalt der verlinkten Internetseiten wird keine Haftung übernommen. Insbesondere gibt der Inhalt dieser Internetseiten nicht notwendig die Meinung von Web4Health wieder. Sollten Sie Änderungsvorschläge haben oder Fehler bemerkt haben, schreiben Sie uns
Anfang Top
Start Suche Themen Foren Expertenrat Neu Login/out Privat
border-selfharm-prev Separator Copyright 2003-2014 Web4Health