Das Jugendlichenalter (Adoleszenz) wird allgemein als eine Phase von starken emotionalen Veränderungen und Turbulenzen angesehen, in der auch sehr häufig depressive Symptome auftreten. Aber die Mehrzahl der Jugendlichen leben dabei glücklich, so dass Depression als Krankheit vergleichsweise selten in dieser Altersgruppe ist. Dies trifft auch trotz der grundlegenden Veränderungen in körperlicher Hinsicht und sexueller Entwicklung zu und den Anforderungen eine eigene Identität innerhalb ihrer Familie zu entwickeln.
Besorgniserregend bleibt jedoch die steigende Zahl von Selbstmordversuchen besonders unter Jungen dieser Altersgruppe, die im Gegensatz zu einer sonst beobachteten Abnahme von Selbstmorden in allen anderen Altersgruppen steht.
Wir müssen auch betonen, dass eine im Jugendalter beginnende Depression häufig schwerer und wiederkehrend verläuft, so daß es von einer ganz besonderen Bedeutung ist, eine derartige Störung zu diagnostizieren und angemessen zu behandeln. Die Symptomatik unterscheidet sich dabei qualitativ nicht von der Depression im Erwachsenenalter. In einigen Fällen sind jedoch Irritabilität und sozialer Rückzug stärker hervorstechend und problematische Familienbeziehungen zu beobachten.
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