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Abstrakt: Darf man mit Medikamenten Autofahren?

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Fahrtauglichkeit und Psychopharmaka

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Geschrieben von: Martin Winkler
Erstfassung: 27 Dez 2003. Geändert: 27 Dez 2003.

Ist die Fahrtauglichkeit (Autofahren) durch Psychopharmaka aufgehoben?
Mein Mann wird aufgrund einer depressiven Störung mit einem Antidepressivum (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) behandelt. Seit mehreren Wochen ist er wieder nahezu beschwerdefrei, traut sich aber noch nicht wieder Auto zu fahren. Nun haben wir für das Frühjahr eine Ferienreise nach Italien geplant. Darf mein Mann überhaupt mit Medikamenten Auto fahren?

Antwort:
Grundsätzlich bestehen bei einer Dauerbehandlung mit zentralnervös wirkenden Medikamenten nur sehr selten Bedenken gegen das weitere Autofahren.

Dabei sind aber eine Reihe von (eigentlich selbstverständlichen) Aspekte zu bedenken:

In der Akutphase einer psychischen Erkrankung sollten die Betroffenen kein Auto (oder andere Fahrzeuge führen). Dies gilt ganz explizit bei sog. akuten Psychosen (d.h. Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis oder anderen Erkrankungen mit Veränderungen der Wahrnehmung). Nach Abklingen der akuten schweren psychotischen Symptome ist dann eine Fahreignung wieder gegeben, wenn dauerhaft keine entsprechenden kognitiven Einbussen bzw. Symptome eines Wahns mehr nachweisbar sind. Als eine wesentliche Voraussetzung wird hier in aller Regel die regelmässige Medikamenteneinnahme (insbesondere die Zuverlässigkeit, d.h. Compliance) vom Arzt beurteilt und danach die Wiedererlaubnis zum Autofahren gegeben.

Auch bei schweren Depressionen (mit entsprechenden Veränderungen des Denkens und der Selbstwahrnehmung) sollte vor dem Führen eines PKW zunächst das O.K. des behandlnden Psychiaters eingeholt werden.

Natürlich können Psychopharmaka in der Einstellungsphase (d.h. zu Beginn einer Behandlung) die Wahrnehmung und auch Aufmerksamkeitsfunktionen nachhaltig verändern. Daher ist in dieser Phase in aller Regel das Autofahren nicht erlaubt. Dies gilt besonders für eher dämpfende (sog. sedierende) Medikamente (insbesondere natürlich Benzodiazepine, Neuroleptika und bestimmte Antidepressiva wie z.b. Mirtazapin). Dies wird von den behandelnden Therapeuten aber in aller Regel auch ausdrücklich erwähnt und ist zusätzlich im Medikamentenbeipackzettel zu lesen.

Die rechtlichen Bestimmungen sind in den sog. "Begutachtungsleitlinien Krankheit und Kraftverkehr" detailiert beschrieben. Mehr

In jedem Fall sollte man aber jeweils mit seinem Arzt bzw. Psychotherapeuten darüber reden und sich im Einzelfall beraten lassen.

Achtung: Die Informationen auf Web4Health ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie bei einem Arzt oder Psychologen! Sie stellen nur ein Informationsangebot dar, das wir nach hohen Qualitätskriterien und klinischer Erfahrung gestalten. Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen über Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Für den Inhalt der verlinkten Internetseiten wird keine Haftung übernommen. Insbesondere gibt der Inhalt dieser Internetseiten nicht notwendig die Meinung von Web4Health wieder. Sollten Sie Änderungsvorschläge haben oder Fehler bemerkt haben, schreiben Sie uns .
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