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Abstrakt: Warum tritt eine Panikstörung viele Jahre nach Trennungsängsten erneut auf?

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Wiederauftreten von Panikattacken nach Trennungsängsten in der Kindheit

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Geschrieben von: Martin Winkler
Erstfassung: 27 Aug 2003. Geändert: 27 Aug 2003.

Letztes Wochenende wurde ich von einer Biene in den Hals gestochen. Ich habe eine Wespengiftallergie und wurde notfallmässig in das Krankenhaus eingewiesen. Der Arzt dort erzählte mir von allen möglichen Gefahren, denen ich nur knapp entgangen wäre (z.B. Ersticken durch anschwellen der Luftröhre, Luftröhrenschnitt, allergischer Schock). Eine Allergie hatte ich schliesslich nicht, aber seither lebe ich in ständiger Panik ich könnte von einer Wespe gestochen werden und daran krepieren. Seither habe ich ständig wieder Angstanfälle!!!! Bereits in meiner Kindheit hatte ich eine Angststörung, kam aber bisher prima damit zurecht. Nach dem Tod meiner Mutter durch einen Autounfall (da war ich 7 oder 8 Jahre) alt, hatte ich Panikattacken mit einer ganzen Reihe von körperlichen Beschwerden.

Antwort:
Die geschilderte Situation ist recht typisch für eine Auslösesituation einer Panikstörung (oder auch anderer Angststörungen). Wie wir heute annehmen, besteht bei Angststörungen sowohl eine biologische (d.h. angeborene) Veranlagung in Wechselwirkung mit akuten Auslösern bzw. Belastungen (Stressoren).

Häufig kann man bei Angstpatienten eine entsprechende Veranlagung (Vulnerabilität) feststellen, die sich als erhöhte Empfindlichkeit darstellen kann. Überdurchschnittlich häufig treten dabei bei Kindern mit einer entsprechenden Empfindlichkeit Trennungsängste auf. Auch wenn dann häufig ein beschwerdefreies Intervall auftritt, kann ein akutes belastendes Ereignis zum erneuten Auftreten von Angstattacken führen.

Sicherlich war es nicht sehr feinfühlig, wie der Arzt in ihrer misslichen Situation reagiert hat. Dies ist aber nicht untypisch für viele gesundheitsbezogene Ängste. Ist man erst in einer angespannten Situation ist es ganz natürlich, dass man einseitig (selektiv) auf Gefahrensignale achtet und dabei auch eine ungünstige Selbstbeobachtung mit einer Erwartungsangst entwickelt. D.h. man ist ständig angespannt in der Erwartung, dass etwas schreckliches passiert. Diese Grundanspannung stellt selbstverständlich eine erhöhtes Stressniveau dar, so dass jetzt bereits kleineres Belastungen zum Auftreten von erneuten Angstanfällen beitragen können, nicht selten eben auch scheinbar spontan und ohne erkennbare Ursache.

Eine Behandlung sollte einerseits möglichst kurzfristig das Anspannungsniveau reduzieren. Dies kann einerseits durch eine fundierte und einfühlsame Information über die Ursachen und Wechselwirkungen der Angst geschehen. Häufig ist es auch sinnvoll, kurzfristig das erhöhte Anspannungsniveau zu senken. Dies kann zwar mit angstlösenden Medikamenten (Benzodiazepine erreicht werden), besser wären aber doch längerfristig wirksame Medikamente, die die Wahrnehmung und erhöhte Empfindlichkeit positiv verändern (z.B. Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer). Hilfreich ist eigentlich immer das Erlernen eines Entspannungsverfahrens (z.B. der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen). Viele Patienten erleben auch einen Ausdauersport als stress-senkend und damit langfristig förderlich.

In einer begleitenden Psychotherapie werden dann individuelle Auslöser und Auswirkungen der Angstsymptomatik identifiziert. Damit ist einerseits die Erwartungsangst bzw. daraus resultierende Verhaltensänderungen im Sinne von Vermeidungsverhalten gemeint. Häufig lassen sich akut vielleicht nachvollziehbare, langfristig sicher jedoch völlig irrationale Gedanken und Befürchtungen identifizieren und sinnvolle Bewältigungsmöglichkeiten im Umgang mit der Angst (statt gegen sie) zu entwickeln.

Achtung: Die Informationen auf Web4Health ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie bei einem Arzt oder Psychologen! Sie stellen nur ein Informationsangebot dar, das wir nach hohen Qualitätskriterien und klinischer Erfahrung gestalten. Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen über Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Für den Inhalt der verlinkten Internetseiten wird keine Haftung übernommen. Insbesondere gibt der Inhalt dieser Internetseiten nicht notwendig die Meinung von Web4Health wieder. Sollten Sie Änderungsvorschläge haben oder Fehler bemerkt haben, schreiben Sie uns .
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