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ADHS bei Erwachsenen Reha oder Klinik : Stationäre Therapie für Erwachsene und Jugendliche mit HKS / ADHS

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Frage(n):
Geschrieben von: Dr. Martin Winkler,
ADHS-Therapie für Erwachsene
Klinik Lüneburger Heide
Am Klaubusch 21
29549 Bad Bevensen
winkler(at)adhs.ch
Erstfassung: 26 Sep 2004. Geändert: 13 Apr 2008.

Gibt es eine stationäre Behandlung / Rehabilitation / Klinik für Erwachsene mit ADHS /ADS / HKS / Hyperaktivität?
Welche Ziele gibt es für eine stationäre Behandlung von ADS bei Jugendlichen und Erwachsenen?
Was kann man bei ADHS im Erwachsenenalter machen ?

Antwort:

ADHS Erwachsene / ADHS im Erwachsenenalter

Bisher gibt es nur wenig Erfahrungen zur stationären multimodalen Therapie (Psychotherapie) für Erwachsene mit ADS / ADHS. Nach ca 2 jähriger klinischer Erprobung an einer anderen psychosomatischen Klinik wird seit Mai 2006 der Behandlungsschwerpunkt für ADHS - Erwachsene an der Klinik Lüneburger Heide in Bad Bevensen (bei Lüneburg) fortgesetzt.

Ein multimodales Behandlungskonzept speziell für ältere Jugendliche und Erwachsene mit ADHS und komorbiden Störungen soll hier Hilfe anbieten und auch auf die spezielleren Aspekte von ADHS bei Frauen Antworten und Unterstützung liefern.Typische Begleit- und Folgestörungen bei ADHS sind neben Depressionen und Burnout nach unserer Erfahrung insbesondere Essstörungen / Adipositas, Angst- und Zwangserkrankungen, Persönlichkeitsstörungen und weitere Impulskontrollstörungen. Auch Schlafstörungen sowie chronische Schmerzsyndrome (insb. Fibromyalgie) können mit ADHS assoziiert sein. Typischerweise bestehen neben den eigentlichen Kernsymptomen so häufig Probleme in der Emotionsregulation bzw. der Orientierungsreaktionen mit erheblichen Schwankungen der eigenen Leistungsfähigkeit bzw. affektiven Labilität.
Im Behandlungskonzept werden im Sinne einer neuro-kognitiven Therapie sowohl neurobiologische Grundlagen und wie auch psychische Folgen und soziale Auswirkungen einer lebenslangen Beeinträchtigung durch ADHS bei Erwachsenen aufgegriffen. Hierzu werden u.a. ein neues Verhaltenstherapiekonzept aus den USA (Safren und Mitarbeiter) mit Bausteinen eines Sozialen Kompetenztrainings von Cordula Neuhaus und Copeland kombiniert.

Wie auch im Kindes- und Jugendalter erfordert die komplexe Problematik der ADHS und begleitender Störungen einen multimodalen Behandlungsansatz mit der individuell ausgerichteten Hilfestellung zur eigenständigen Bewältigung der Problemsituationen. Dieser vernetzte Behandlungsansatz aus Medikation, Informationsvermittlung, Psychotherapie und Hilfe zur Selbsthilfe und Sozialberatung schliesst auch die weitere häusliche ärztliche und psychotherapeutische Betreuung oder Anbindung an Selbsthilfegruppen vorausschauend ein. Wichtig erscheint uns dabei, dass der Patient eine aktive Rolle am Therapieprozess einnehmen kann, klare Zielsetzungen bestehen und transparent über die Patienten an alle Therapieschritte und geplante Massnahmen beteiligt ist.

Vielfach gehen ambulante Therapeuten zunächst von einer Ich-strukturellen Störung oder komplexen Persönlichkeitsstörung bei diesen Patienten aus. Tatsächlich finden sich auch bei einigen Patienten hochgradige Integrationsstörungen der Persönlichkeit, die denen von Traumapatienten bzw. Persönlichkeitsstörungen vom emotional-instabilen Typus (bzw. "Borderline") entsprechen können. Ohne Berücksichtigung der ADHS-Konstitution werden jedoch nach unserer Erfahrung entsprechende Therapiebemühungen wenig zielführend bleiben. Übliche psychoanalytische oder verhaltensthreapeutische Behandlungsangebote führen im stationären Setting eher zur vollständigen Abgabe von Eigenverantwortung im Sinne einer Regression oder Rückzugs. Aufdeckende oder konfrontative Arbeit führt dagegen zu erheblichen interaktionellen Konflikten mit dem therapeutischen Team. Wiederholt machen ADHS-Betroffene dann negative Therapieerfahrungen mit Entwertungen und Vorwürfen der Therapeuten sich nicht übliche Behandlungskonzepte oder Empfehlungen halten zu wollen, wogegen die Patienten jedoch aufgrund der biologisch prädisponierten ADHS-Besonderheiten der Wahrnehmung, Selbststeuerung und Impulsivität dies als nicht können erleben. Nach der langjährigen frustranen Suche nach Erklärung und Behandlung ist die positive und wertschätzende Grundhaltung einerseits, anderseits eine stabilisierende und auf die akutelle Problemstellung zentrierte Therapeutenhaltung hilfreich für die Neuerfahrung „verstanden zu werden". Wesentliche Zielsetzung der Rehabilitation für Erwachsen mit ADHS ist es also zunächst, den Betroffenen aus einer Phase der Resignation und Rückzug hin zu einer aktiven Mitarbeit und lösungsorientierten Problembearbeitung zu bringen!
Somit sollte der Therapeut einerseits eine empathisch und respektierende Grundhaltung, aber auch eine aktive und strukturierende Rolle im Therapieprozess einnehmen können. Selbstwert- und Identitätsstörungen und wiederholte Kränkungen und Rückschläge im Alltag sowie die häufigen komorobiden Störungen bedingen -viel stärker als die eigentliche ADHS-Grundstörung selber- für viele ADHS-Patienten den starken Leidensdruck, der eine psychotherapeutische Unterstützung erforderlich macht.

Während ein defizitäres Selbstkonzept und syndromtypische dichtome Bewertungs- und Denkmuster dann sehr wohl einer psychotherapeutischen Hilfe zugänglich gemacht werden können, müssen die biologisch bedingte Impulsivität, affektive Instabilität und Reizoffenheit vom Therapeuten und Patienten im Sinne geeigneter Coping-Strategien aufgegriffen werden und eher im Sinne einer alltagsorientierten Hilfe zur Selbsthilfe geeignete Strategien und Organisationshilfen im Sinne eines Selbstmanagement- oder Coachingansatzes. Dabei können und sollen interaktionell Empfindungen und Gefühle mobilisiert werden und einer realitätsbezogenen Neubewertung eigener Handlungsmöglichkeiten zugänglich gemacht werden.Durch die Mobilisation von Affekten und anhand von Problem- und Konfliktsituationen im stationären Alltag können Neuerfahrungen in einem geschützen Umfeld erworben und neu erlernte Bewältigungsstrategien trainiert werden.

Ziele der stationären Rehabilitation bei ADHS und komorbiden Störungen

Das Ziel der ADHS-Therapie liegt darin, das vorhandene persönliche Potential bestmöglichst auszuschöpfen, die oft unzureichenden sozialen Fertigkeiten der Betroffenen (z.B. in der Kommunikation und Umgang mit Konflikten) zu verbessern und das Selbstwertgefühl zu stärken.

Hierzu tragen folgende Therapiebestandteile bei :

  • Entwicklung eines störungsspezifischen Wissen („Störungsmodell")
  • Neubewertung der Komorbiditäten / Biographie unter dem Blickwinkel ADHS
  • Definition von störungsspezifischen Behandlungszielen und Entwicklung eines Behandlungsplans mit stationären und nachfolgenden ambulanten Hilfsangeboten
  • Störungsspezifische Unterstützung zur besseren Kompensation der ADHS-Symptomatik und Förderung der individuellen Ressourcen
  • Wahrnehmung von individuellen Stärken und Verbesserung des Selbstwertgefühls
  • Stabilisierungsmöglichkeiten u.a. durch Achtsamkeitsübungen, positive Aktivitäten und Wiederentdecken eigener Ressourcen und Interessen
  • Vermittlung von Selbstmanagementstrategien / Coachingansätze
  • Erlernen von Stressbewältigungsmöglichkeiten und Umgang mit emotionalen Schwankungen
  • Erkennen und Verändern von verzerrten Wahrnehmungs- und Denkstrukturen mit kognitiven Therapietechniken
  • Verminderung von ungünstigen Verhaltensstrategien in Konfliktsituationen (Konflikttraining, Soziales Kompetenztraining)
  • Problemlösetechniken für Alltagssituationen und Überforderung
  • Aktive Kompensationsstrategien zur Verhinderung von Folgeprobleme und Schutz vor erneuter Dekompensation (z.B. „Notfallkoffer" und Pläne für Krisensituationen)

  • Strategien für eine längerfristige Änderung der Lebensbedingungen in Anpassung an die ADHS-spezifischen Besonderheiten
Was ist nicht möglich?
  • Notfallmässige Diagnostik und Therapie von ADHS
  • Ersatzweise Aufnahme statt Aufnahme in Psychiatrie aus sozialer Indikation
  • Diagnostik oder Behandlung gegen den Willen des Betroffenen
  • Therapie bei instabilen psycho-sozialen Rahmenbedingungen (z.B. fortlaufende Traumatisierungen, fehlende Wohnung, Deliquenz, akute existentielle Bedrohung) bzw. im Vordergrund stehende Problematik einer Hyperkinetischen Störung des Sozialverhaltens bzw. antisozialen Persönlichkeitsstörung. Leider müssen wir immer wieder die Erfahrung machen, dass bei schwerwiegenden Störungen der Persönlichkeitsentwicklung vor dem Hintergrund einer langjährig chronifizierten Hyperkinetischen Störung des Sozialverhaltens eine mehr oder weniger kurze psychosomatisch orientierte Rehabilitationsmaßnahme nicht hilfreich sein kann. Sicherlich stehen häufig Eltern von inzwischen Erwachsenen Patienten vor dem Dilemma, dass entsprechend geeignete Angebote der Jugendhilfe zur längerfristigen Stabilisierung und Förderung sozialer Kompetenzen nicht mehr zur Verfügung stehen und entsprechende Betreuungsangebote für Erwachsene fehlen. Wir sehen den Bedarf für entsprechende Angebote, können diesen Bedarf jedoch bei uns in der Klinik aus strukturellen Gründen nicht decken. Eine medizinische Rehabilitation kann also kein Ersatz für stabilisierende Angebote im Bereich einer notwendigen individuellen pycho-sozialen Betreuung liefern und wird kurzfristig auch keine solchen Ergebnisse bringen.
  • Akuter Suchtmittelkonsum oder im Vordergrund stehende Suchtproblematik ( ADHS und Suchtprobleme - Selbstmedikation mit Drogen?
  • Komorbiditäten komplexe Traumatisierung / Dissoziative Störungen, akuten Psychosen oder akuter Selbstmordgefährdung

    Stimulanzientherapie / Pharmakotherapie

    Bei entsprechender Indikation kann auch bei ADHS im Erwachsenenalter eine Therapie mit Psychostimulanzien eine Voraussetzung zur Stabilsierung sein und durch verbesserte Aufmerksamkeit und Selbstkontrolle die Mitwirkung um Umsetzung im psychotherapeutischen Prozess wesentlich erleichtern. Wir sehen die Kombination von Pharmakotherapie mit Stimulanzien häufig als Grundlage für unsere psychotherapeutische Arbeit, da die hierfür notwendige Aufmerksamkeitsleistung, Planung und Reflektionsfähigkeit durch die Medikation deutlich verbessert und so zunächst überhaupt eine Therapiefähigkeit (z.B. für die Gruppensituationen) erreicht wird. Stehen allerdings andere psychische Störungen (z.B. eine schwere Depression, Angststörungen, Essstörungen oder Persönlichkeitsstörungen) zunächst im Vordergrund, wird die Behandlung einen Schwerpunkt auf die Therapie dieser Grundprobleme setzen, jedoch die zusätzliche ADHS-Problematik entsprechend einbeziehen.

    In der Klinik ist bei entsprechender Indikation und ausreichend langer Therapiedauer auch eine Ersteinstellung auf ein Psychostimulans (Methylphenidat oder Amphetamin) möglich oder aber auch eine Umstellung der Medikation (z.B. auf ein modernes länger wirkendes Psychostimulans (z.B. Concerta, Medikinet retard, Ritalin LA). Nach ausführlicher Aufklärung über Möglichkeiten, Grenzen und Nebenwirkungen der Medikation erfolgt dann eine schrittweise Aufdosierung nach der Titrationsmethode unter fortlaufender Selbst- und Fremdbeurteilung des Therapieeffektes und möglicher (seltener) Nebenwirkungen durch. Die Ermittlung der individuellen Dosierung unter Berücksichtigung der Wirkdauer (bei kurzwirkenden Stimulanzien ca 3-5 h) und etwaiger Rebound-Effekte (Wiederauftreten von Unruhe oder aggressivem Verhalten bei nachlassender Wirkung) erfolgen in enger Abstimmung mit unseren Patienten, um eine bestmögliche Adaptation an Alltagsanforderungen und soziale Integration zu ermöglichen. Auch bestimmte antriebssteigernde Antidepressiva (Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer wie Atomoxetin = Strattera) können bei ADHS-Patienten indiziert sein. Selterner werden auch ältere (tricyclische Antidepressiva) als Therapiemöglichkeit diskutiert, wenn starke Gegenanzeigen gegen die Mittel der ersten Wahl bestehen.

    Wegen der vielfältigen Komorbidität mit anderen Erkrankungen kann auch eine Kombinationsbehandlung mit weiteren Medikamenten (z.B. Antidepressiva) notwendig werden. Dies richtet sich unter Umständen auch danach, welche klinische Symptomatik (z.B. ADHS oder Depressionen) derzeit klinisch führend ist. Vor allem neuere Antidepressiva wie Venlafaxin (= Trevilor ) oder Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRi) lassen sich gut mit Stimulanzien kombinieren.

    Psychotherapie der ADHS im Erwachsenenalter

    ADHS-Patienten haben häufig ein ausgeprägtes geringes Selbstwertgefühl und haben es nicht (oder nicht mehr) geschafft, ihr Leben allein in den Griff zu bekommen. Erwartungen, die an sie gestellt wurden, konnten sie häufig trotz grösster Anstrengung nicht erfüllen. Dies gilt leider auch in Hinblick auf vielfältige gute Ratschläge zur Verbesserung der Situation oder frustrierende Therapievorerfahrungen. Daher ist eine von gegenseitiger Wertschätzung und Akzeptanz gekennzeichnete Atmosphäre in der Klinik gerade für diese Patientengruppe die Grundvoraussetzung den Mut aufzubringen, über Gefühle, Enttäuschungen, traumatisierende Erlebnisse und Kränkungen zu sprechen und für die Zukunft eine realistische Zukunftsperspektive und einen möglichst konkreten Handlungsplan für schrittweise Veränderungen zu entwickeln.

    Das stationäre Behandlungskonzept soll dabei einerseits eine Verarbeitung und Neubewertung der erfahrenen emotionalen Verletzungen ermöglichen, andererseits aber auch durch Bestätigung und Anleitung zur Veränderung der aktuellen Situation eine konkrete Hilfestellung bieten. Dabei sind Stimmungsschwankungen und niedriges Selbstwertgefühl mit teilweise extremen Selbstabwertungen häufige Themen in der Therapie. Andererseits verfügen die Patienten über enorme Ressourcen und Kompensationsfertigkeiten, die sie möglicherweise nicht mehr frei entfalten oder nutzen konnten.

    Unser Behandlungskonzept ist gruppentherapeutisch orientiert. Dies ermöglicht den Patienten einerseits soziale Unterstützung und gegenseitige Hilfestellung, insbesondere aber auch den Erfahrungsaustausch über ADHS und damit verbundene Probleme im Alltag. Allein das Wissen um ADHS führt bei vielen Patienten dabei bereits zu einer Entlastung und Reaktivierung von Ressourcen, die dann im stationären Setting anhand von alltäglichen Problemsituationen optimiert und trainiert werden können.

    Definitionsgemäss handelt es sich bei ADHS um eine lebenslang bestehende Grundproblematik, die zu nachhaltigen Beeinträchtigungen der alltäglichen Lebensorganisation, Selbstbild und Identität und zwischenmenschlichen Verhalten (z.b. gegenüber eigenen Kindern, Partner, Arbeitskollegen) geführt haben muss. Eine zeitlich begrenzte stationäre Therapie kann in aller Regel eine neue Sichtweise auf bisher als eigenes Versagen, mangelnde Anstrengung oder schlechte Erziehung zugeordnete Probleme bringen, selten aber in dem kurzen stationären Zeitraum eine grundlegende Änderung von allen über viele Jahre erworbene Verhaltensmustern und Selbstbeurteilungen ermöglichen. Diese können jedoch bewusst gemacht und damit eine Änderung von dysfunktionalen Verhaltens- und Interaktionsmustern (z.B. Perfektionismus und Selbstüberforderung, wiederholte Konflikte und Eskalationen in Partnerschaft oder Beruf, Verhaltensexzesse) einem therapeutischen Zugang eröffnet werden. Im Rahmen einer stationären Rehabilitationsmassnahme muss thematisch eine Begrenzung auf ein spezielles Problemfeld bzw. Problemverhalten erfolgen. Diese Themen sollten zu Beginn gemeinsam in einem Therapieplan definiert werden. Erfahrungsgemäss fällt es gerade ADHS-Patienten schwer, eine solche Fokussierung auf einen Behandlungsauftrag anzunehmen und sich nicht im therapeutischen Angebot einer Klinik mit immer neuen Themengebieten zu beschäftigen. Hierzu werden in der ADHS-spezifischen Gruppentherapie störungsbildtypische Behandlungsbausteine angeboten, die einen Schwerpunkt auf ein funktionelles Verständnis der ADHS-Besonderheiten der Selbstwahrnehmung, emotionale Schwankungen und Instabilität, Impulsivität und Probleme in der Selbstwahrnehmung legen. Daneben sollen alltagsrelevante Fertigkeiten zur Selbst- und Alltagsstrukturierung und Bewältigung von täglichen Anforderungen im Rahmen der Therapie erworben und trainiert werden.

    Coaching bei ADHS im Erwachsenenalter

    Die bei ADHS-Erwachsenen häufig vorhandenen Probleme bei der Bewältigung von Alltagsanforderungen oder die angemessene Umsetzung von Lern- und Strukturierungsmethoden werden in Gruppen- und Einzel-Coaching thematisiert. Zwar bleibt der "Kampf gegen den inneren Schweinehund" auch nach der Therapie eine Herauforderung, doch kann dies bereits die Selbstwirksamkeitserwartung deutlich verbessern.

    Übliche Entspannungstherapieverfahren (Progressive Muskelrelaxation / Autogenes Training) werden nur selten von den ADHS-Patienten als hilfreich erlebt oder es bestehen ohne Medikation erhebliche Probleme durch die erhöhte Ablenkbarkeit und Reizoffenheit ein ausreichendes Entspannungsniveau zu erreichen. Entsprechende Therapieangebote werden jedoch in der Klinik auf Wunsch auch für ADHS-Patienten vorgehalten.

    Zudem besteht die Möglichkeit in einem Sozialen Kompetenztraining sowie einem Konfliktlösetraining übungsorientiert neue Verhaltensfertigkeiten für Situationen mit Konflikt und Durchsetzungscharakter zu erlernen und eigene Bedürfnisse angemessener zu äußern.

    Das psychotherapeutische Behandlungsangebot wird durch Therapieangebote unserer Kunsttherapie ergänzt. Hier bieten sich besonders günstige Möglichkeiten die häufig vorhandenen kreativen Ressourcen der ADHSler (wieder) zu entdecken.

    Sozial- und Berufsberatung Leider befinden sich viele Patienten aufgrund der ADHS-typischen Probleme in sozialen Problemlagen. Unser Sozialdienst kann Informationen und konkrete Beratung (z.B. Schuldenberatung, Hilfe bei Anträgen, Umschulungsmöglichkeiten und ggf. auch berufliche Reintegration) unterstützen. Dies kann auch die Hilfestellung für die nachstationäre Weiterbetreuung oder Informationen über Selbsthilfemöglichkeiten am Heimatort einschliessen. Bitte beachten Sie, dass wir lediglich beratende Möglichkeiten haben.

    Auch kurzfristige Aufnahmen können bei entsprechender Kostenklärung realisiert werden.
    Das Behandlungskonzept ist auf 6 Wochen ausgelegt und bietet einen multimodalen ressourcenorientierten Behandlungsansatz.
    Welche Schritte wären für eine Aufnahme zur stationären Rehabiltation sinnvoll und erforderlich?

    • Es muss eine ausreichende Motivation zur Behandlung vorliegen, da eben eine aktive Mitwirkung erforderlich wird. Aufnahmebemühungen gegen den Willen (z.B. des Sohnes oder der Tochter) werden wenig zielführend verlaufen. Im Vorgespräch muss zudem geklärt werden, ob die medizinische Rehabilitation bei ADHS von den individuellen Erwartungen bzw. Bedarf in einer psychosomatischen Fachklinik geleistet werden kann oder aber andere Betreuungsmaßnahmen erforderlich sind. Hier kann aber z.B. ein klärendes Vorgespräch in der Klinik sinnvoll sein.
    • In einem Gespräch mit dem Hausarzt bzw. behandelndem Arzt (Nervenarzt / Psychiater / Arzt für Psychotherapeutische Medizin) sollte man die Notwendigkeit einer medizinischen Rehabilitation mit Schwerpunkt ADHS ansprechen und überlegen, ob zur Ergänzung der ambulanten Therapie (oder zu Beginn einer entsprechenden ambulanten Behandlung) eine stationäre Massnahme sinnvoll erscheint
    • Der Arzt sollte einen ärztlichen Befundbericht für die Krankenkasse bzw. Rentenversicherungsträger ausfüllen. Antragsformulare sind in der Regel bei der Krankenversicherung erhältlich (die übrigens auch eine kompentente Beratung in Hinblick auf die Einleitung einer entsprechenden Therapie bieten kann). Sinnvollerweise sollten Vorbehandlungen und Unterlagen beigefügt werden und insbesondere dargestellt werden, dass eben ambulante Massnahmen nicht (mehr) ausreichend sind (z.B. bei drohender depressiver Dekompensation, Erschöpfung, kombinierte Störungen wie ADHS und Essstörungen) bzw. einen kombinierten stationären Behandlungsansatz erfordern. Die Unterlagen werden dann an die Krankenkasse bzw. Rentenversicherungsträger weitergeleitet. Mehr Informationen oder Hilfe bei Problemen:

      ADHS-Schwerpunkt für Erwachsene
      Klinik Lüneburger Heide
      Am Klaubusch 21
      29549 Bad Bevensen
      Tel. 05821-960-0 (Zentrale)
      Telefonsprechstunde ADHS Mo bis Freitag 10-10.30
      Dr. Winkler

      winkler(at)klinik-lueneburger-heide.de

      Mehr zur neuro-kognitiven Rehabilitation bei ADHS im Erwachsenenalter ADD-Online

      ADHS-Ambulanz für Erwachsene

      Im Rahmen einer Privatambulanz ist im Einzelfall auch eine ambulante medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung von ADHS und komorbiden Störungen möglich. Dies bezieht selbstverständlich auch eine diagnostische Einordnung / ggf. Zweitmeinung zu ADHS / ADS ein. Bitte beachten Sie aber, dass wir eine umfangreiche ADHS-Diagnostik im kassenärztlichen Rahmen nicht leisten können / dürfen.

      Weitere Suchbegriffe zu ADHS Erwachsene Hyperaktivität bei Erwachsenen; ADS bei Frauen ; ADHS bei Erwachsene, Hyperaktive Erwachsene, Behandlung in Klinik bei ADHS, Stationäre Therapie für HKS, ADHS-Ambulanz, ADHS Behandlung bei Erwachsenen, Diagnostik ADHS bei Erwachsenen

      ADHS Erwachsene
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