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Warum Kinder Lügen

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Frage(n):
Geschrieben von: Martin Winkler
Erstfassung: 15 Jan 2004. Geändert: 15 Jan 2004.

Warum lügen jungen Kinder ständig?
Unsere 7 jährige Tochter lügt uns und ihre Lehrer ständig an. Was können wir nur noch mit ihr machen?

Antwort:
Leider gibt es keine eindeutige und leichte Erklärung dafür, warum einige Kinder zu wiederholten Lügen oder "Schwindeleien" greifen.

Einerseits muss man sich bewusst werden, dass es sich um eine zunächst völlig normale Entwicklungsstufe bei Kindern handeln kann. Im Laufe ihre Entwicklung spielen Fantasie bzw. Traumwelten eine grosse Rolle. Es fällt den Kindern dann nicht immer leicht, zwischen Realität und Schwindelei zu unterscheiden. Ganz klar geht es dann auch darum, Grenzen zu testen bzw. sich einen gewissen Vorteil zu "ergaunern".

Hier spielt dann aber auch die Eltern als Modell eine grosse Rolle. Ein Kind kriegt es z.B. frühzeitig mit, wenn die Eltern kleinere Schwindeleien benutzen, die uns vielleicht gar nicht auffallen. Ein kleines Beispiel dazu:

    Frau L. kriegt einen Anruf von ihrer besten Freundin, ob sie nicht am kommenden Wochenende bei der Renovierung der Wohnung helfen könne. Frau L. wusste von dem anstehenden Umzug, traute sich aber nicht ihrer Freundin abzusagen. Jetzt am Telefon schiebt sie einen Besuch der Schwiegereltern vor, der "leider nicht verschoben werden könne." Natürlich bekommt die 7 jährige Tochter Lina dies mit. Bei nächster Gelegenheit wird auch sie zu einer "Notlüge" greifen...
Häufig sind uns diese Kleinigkeiten keinesfalls bewusst. Es geht also auch darum, Kindern Ehrlichkeit bzw. gewisse moralische Werte praktisch vorzuleben bzw. nicht ständig nur mit einem erhobenen Zeigefinger davon zu reden. Besser wäre es das Kind selber zu fragen, welche Beziehung es zu Fantasie und Schwideleien hat und wie es selber in einer ähnlichen Situation behandelt werden möchte. Dies führt eher die Konsequenzen des eigenen Handelns vor Augen, als die permanente Ermahnung.

Gut und schön, dass wussten Sie wahrscheinlich schon...

Bei einigen Kindern spielt nun aber auch die Reaktion der Eltern auf eine Lüge eine grosse Rolle. Kinder versuchen unsere Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erhalten. Natürlich ist eigentlich eine Lüge die schlechteste Möglichkeit dazu. Aber immerhin erhalten sie dadurch eine gewisse Form von kurzfristiger Erleichterung und Bestätigung, da sie zunächst ihre Ziele (oder das Vertuschen eines Problems) zu erreichen scheinen. Wichtig wäre es also, den Kindern praktisch zu verdeutlichen, wie sie direkt die Aufmerksamkeit erreichen bzw. einen eigenen Einfluss auf das Handeln und Ergebnisse zu Haus und in der Schule ausüben können. Natürlich müssen Kinder auch lernen, dass sie keinesfalls alle Ziele mit Quengeln, Schwindeleien oder sonstigem tyrannischen Verhalten erreichen können. Aber es wäre sehr sinnvoll, wenn sie frühzeitig lernen, verantwortungsvoll zu handeln und die Konsequenzen ihres Handelns auch direkt sehen und begreifen können.

Hier sollte man die Kinder frühzeitig in Verantwortung (z.B. für ein Haustier, ein Blumenbeet etc) einbinden. Wichtiger vielleicht noch, dass man sie z.B. an Entscheidungen im Haushalt in gewisser Weise mit einbezieht (z.B. durch eine wöchentliche Familienkonferenz)

Diese Aussagen gelten im wesentlichen für Kinder ohne schwerwiegendere psychische Probleme oder psychosoziale Risikofaktoren. Um es noch einmal deutlich zu betonen: Lügen (und auch kleinere Diebstähle im häuslichen Umfeld) sind leider ein häufiges Problems - nicht aber eine schwerwiegende psychiatrische Störung.

Dennoch kann natürlich Lügen oder sog. "antisoziales Verhalten" auch auf eine schwerere psychiatrische Problematik hinweisen. Kinder- und Jugendpsychiater sehen gerade bei Kindern mit sog. Entwicklungsstörungen bzw. Störungen aus dem Umfeld des sog. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätssyndroms mit und ohne Hyperaktivität) häufig ein pathologisches Lügen. Quasi als fliessender Übergang gelten dann die Störung mit oppositionellem Trotzverhalten bzw. die Störung des Sozialverhaltens als psychiatrische Störungsbilder, die eine Häufung von unehrlichem Verhalten aufweisen.

Neben einer biologischen Veranlagung gelten gerade Erziehungsfaktoren bzw. soziale Einflüsse als begünstigende Faktoren für einen solchen Verlauf.

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