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Abstrakt: Bei ADHS / ADHS / HKS kann sich aus der Selbstmedikation mit Alkhol ein Kontrollverslust mit der Enwicklung einer Alholabhängigkeit / Sucht entwickeln. ADHS und Sucht sind häufig miteinander verknüpft und erfordern eine spezielle Behandlung.

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Alkohol und ADS / ADHS / Hyperaktivität / Hyperkinetisches Syndrom

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Frage(n):
Geschrieben von: Dr. Martin Winkler ADHS-Schwerpunkt Seepark Klinik Bad Bodenteich Sebastian-Kneipp-Strasse 1 29389 Bad Bodenteich
Erstfassung: 01 Nov 2005. Geändert: 01 Nov 2005.

Besteht ein Zusammenhang zwischen ADS / ADHS und der Alkoholsucht / Alkoholkrankheit / Alkoholismus?

Wie kann bei einer Person festgestellt werden, ob ein Zusammehang zwischen Alkohol und ADHS besteht?

Antwort:
Die Alkoholkrankheit ist sicher immer nicht allein durch eine einzige Ursache, sondern durch eine Verkettung von verschiedenen Faktoren bedingt. ADHS ist also nie eine Entschuldigung, sondern allenfalls ein Teil der Erklärung.

Aus der Forschung weiss man, dass Kinder mit ADHS (insbesondere bei Vorliegen weiterer Verhaltensprobleme für oppositionelles Trotzverhalten oder Störungen des Sozialverhaltens) früher anfangen zu Rauchen bzw. auch Alkohol (und später andere Drogen) zu konsumieren. Schlimmer noch, sie haben wesentlich weniger Kontrolle darüber als Gleichaltrige, d.h. der Kontrollverlust ist stärker ausgeprägt.

Hierzu gibt es verschiedene Überlegungen, warum dies so sein könnte. Einerseits weiss man, dass es bei ADHS-Kindern Auffälligkeiten im sog. Belohnungssystem des Gehirns gibt (sog. reward-deficit). Simpel ausgedrückt, fehlt einigen ADHSlern offenbar die Fähigkeit auf übliche Belohnungen und Lob angemessen zu reagieren. Hier spielen sicher auch die Umgebung und das Elternhaus eine grosse Rolle, d.h. aufgrund der ADHS-Symptomati und häufig auch ADHS-Anteile der Eltern entwickelt sich ein Teufelskreis von ungünstigen Erfahrungen.

ADHS-Patienten haben eine niedrigere Frustrationstoleranz und eine verstärkte Impulsivität. Vereinfacht ausgedrückt, können sie sich also schlechter Bremsen als andere. Sicher ungünstige Vorbedingungen, wenn es um das Nein-Sagen bzw. Einschätzen des eigenen Umgangs mit Alkohol geht.

Daneben wird diskutiert, ob eben Alkohol eine sehr sehr ungünstige Form der "Selbstmedikation" darstellt. Also gegen die ständige Unruhe und Anspannung im Gehirn eingesetzt wird. Dies kann man tatsächlich bei einigen ADHSlern diskutieren.

Hinweise für eine ADHS-Veranlagung bei Suchtpatienten könnten sein :

  • Diagnose bzw. deutliche Hinweise auf ein Hyperaktivitätssyndrom / MCD / ADS / ADHS in der eigenen Kindheit.

    Häufig lässt sich bei genauerer Anamnese erfragen, dass bereits in der Kindheit eine neuropädiatrische Untersuchung bei Entwicklungsverzögerung, Koordinations- und Verhaltensstörungen bzw. eben Schulproblemen bestanden. Nicht selten wurden dann aber weitere Behandlungen nicht konsequent durchgeführt bzw. beschränkten sich auf Ergotherapie oder Frühförderung.

    Typisch ist z.B., dass diese Kinder wegen Entwicklungsverzögerungen im Bereich Einnässen / Einkoten länger oder sogar anhaltend bis in die Jugend / Erwachsenenalter betroffen sind.

  • Familiäre Hinweise auf ADHS

    Sind weitere Familienmitglieder (Geschwister, eigene Kinder) betroffen, so sollte natürlich noch stärker an ADHS gedacht werden

  • Vorgeschichte von Lern- und Schulversagen bzw. begleitende Teilleistungsstörungen wie Legasthenie etc.

  • Anhaltender bzw frühzeitiger Konsum von Zigaretten oder andere Formen der "Selbstmedikation" mit Cola, Kaffee, Essattacken etc.

  • Starke Reizoffenheit mit Unruhe und Anspannung bei starken Umgebungsreizen wie mehreren Menschen, Lärm, Licht etc.

  • Unfähigkeit, das eigene Leistungsvermögen auch tatsächlich umzusetzen (trotz vorhandener Kenntnisse und Motivation)

  • Unfähigkeit mit Langeweile und monotonen Aufgabenstellungen umzugehen

  • Defizite in der Alltagsorganisation bzw. Aufgaben, die längere geistige Anforderungen erfordern.

Natürlich sollten diese Einschränkungen nicht erst Folge des langjährigen Alkoholkonsums sein (d.h. nicht durch ein hirnorganisches Psychosyndrom, Alkoholdemenz etc.) besser erklärbar sein. Sie müssen sich wie ein roter Faden seit der Kindheit durch das Leben abzeichnen, wobei es aber durchaus Phasen geben kann, in der es zu einer teilweisen Anpassung bzw. Kompensation gekommen ist.

Somit gibt es keinen beweisenden oder ausschliessenden Test. Bei uns in der Klinik wenden wir manchmal einen spezielleren Fragebogen zum Thema ADHS und Sucht an. Letztlich ist es aber doch eine klinische Diagnosestellung, d.h. nur durch die Befragung, Fremdanamnese und Verhaltensbeobachtung zu stellen.

Für die Behandlung ist aus unserer Sicht erforderlich, dass zunächst eine angemessene Suchtbehandlung erfolgt, d.h. die Entgiftung und Bereitschaft zur Entwöhnungstherapie und langfristige Abstinenz vom Alkohol besteht. Ho

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