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Abstrakt:
Schlafentzug (totaler Schlafentzug, partieller Schlafentzug) ist eine nebenwirkungsarme Möglichkeit zur kurzfristigen Besserung bei Depressionen.
Daher mag es zunächst überraschen, dass man als eine nicht-medikamentöse Therapiemöglichkeit einen gezielten Schlafentzug (Wachtherapie) in die Behandlung von Depressionen einbinden kann. Durch die Veränderung im Schlaf-Wach-Rhythmus werden im Gehirn Veränderungen der Botenstoffe (Neurotransmitter) veranlasst, die sich positiv auf die Stimmung und Aktivität auswirken können und damit einen therapeutischen Effekt bei Depressionen haben können.
Bei einem Schlafentzug wird entweder ein
Leider hält die Wirkung meist nur wenige Tage an, so dass man ein- bis zweimal wöchentlich eine solche Behandlung durchführt. In aller Regel wird man sie mit weiteren psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlungsmassnahmen kombinieren.
Auch wenn das Grundprinzip des Schlafentzuges recht simpel klingt, sollte doch der Therapeut genau die Indikation (Sinn oder mögliche Gegenanzeigen) prüfen. Für schwer depressive Patienten ist häufig die Teilnahme an den Gruppenaktiviäten in der Nacht (z.B. Kochen, Handarbeiten, gemeinsame Spiele) bereits eine gewisse Überforderung). Andererseits habe ich viele Patienten erlebt, die unter einem Schlafentzug eine sehr positive Wirkung hatten und die sehr gerne an diesem zusätzlichen therapeutischen Angebot der Klinik teilgenommen haben.
Sie hätten sich daher neben einer Tagesklinik (ambulante bzw. teilstationäre Behandlungsmöglichkeit einer psychiatrischen Einrichtung) auch eine spezielle "Nachtklinik" gewünscht.