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ADHS - Zeitkriterium

Geschrieben von:
Martin Winkler

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Erstversion: 18 Feb 2003. Letzte Veränderung: 01 Jan 2004.

Abstrakt:

Was ist das Zeitkriterium der ADHS-Diagnose?
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Um die Diagnose ADHS zu stellen, müssen schwerwiegende Symptome und Auswirkungen über mindestens 6 Monate nachweisbar sein - und erstmals vor dem 6. bzw. 7. Lebensjahr relevant in Erscheinung getreten sein.

Es kann zwar durchaus ganz erhebliche Variationen in dem Erscheinungsbild und Schweregrad der Symptome auftreten, so dass die Patienten bisweilen völlig symptomfrei erscheinen. Aber die Beeinträchtigungen müssen überdauernd und schwerwiegend ausgeprägt sein und nicht durch kurzzeitige Veränderungen bzw. Krisen im sozialen Umfeld oder durch andere akute Auslöser erklärbar sein.

Wichtig ist dabei, dass man ein unruhiges Verhalten nicht zwingend mit einer ADHS-Symptomatik gleichsetzen sollte. Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Kind unruhig bzw. motorisch "hyperaktiv" wirken kann. Andererseits kann durchaus auch ohne motorischer Unruhe die Diagnose ADHS zutreffend sein. Erst das die charaktischen Auswirkungen der ADHS-Symptomatik machen die Diagnose möglich. Daher müssen im Verlauf der Diagnosestellung andere mögliche Ursachen von Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen und Wahrnehmungsstörungen sowie andere Erkrankungen, die Impulskontrollprobleme als Nebensymptom aufweisen, ausgeschlossen werden. Einige mögliche relevante Ursachen könnten dabei sein :

Wenn eine vermeindliche ADHS-Symptomatik nur kurzzeitig - und noch dazu vielleicht nur in der Schule oder ausschliesslich im häuslichen Umfeld auftritt- sollten sorgfältig andere Ursachen ermittelt werden. Immer noch meinen einige Eltern oder Lehrer die Diagnose nach einer Fernsehsendung oder der Lektüre eines Selbsthilfebuches stellen zu können. Es reicht aber keinesfalls aus, die Symptome von ADHS zu kennen. Vielmehr muss man die Beeinträchtigungen und individuellen Auswirkungen und Ressourcen in Beziehung zum Entwicklungsstand des Kindes und seiner ganz persönlichen Eigenart stellen. Dies gelingt in aller Regel nur durch eine sorgfältige Beschäftigung mit dem Kind und Ausschluss anderer kinder- und jugendpsychiatrischer Störungen.

Mehr Information
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Quellen


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