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  Spritzenphobie
  Re: Spritzenphobie
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KOM2002 (plain)  Spritzenphobie

Thread Messages in thread:

reply Re: Spritzenphobie , ****** , 03 Oct 2004 13:08
plain Spritzenphobie , ****** , 02 Oct 2004 18:00
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Spritzenphobie
From: ******
Date: Sat, 2 Oct 2004 18:00:24 +0200
Language: German

 


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Sehr geehrte Damen und Herren,
ich leide unter sehr extremer Spritzenphobie,dazu kommt noch das ich Asthma habe.
Ich möchte diese Phobie so gerne los werden und wollte Fragen was ich machen kann,wie ich vorgehen muß bzw welche Ärzte bzw Fachleute mir helfen können.
Ich bin 34Jahre und jünger werden wir ja nun alle nicht,habe tierische Angst das ich mal erkranke und aus Angst mich nicht behandeln lasse-Letztes Jahr bin ich ganz knapp an eine Op vorbei gekommen.
Bitte,können sie mir einen Rat geben,an wem ich mich wenden muß?
Vielen Dank!
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Re: Spritzenphobie (Reply to: 34413 from ****** )
From: ******
Date: Sun, 3 Oct 2004 13:08:02 +0200
Language: German

 


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Phobien, also Ängste vor einer konkreten Situation oder einem Gegenstand lassen sich am besten durch eine Verhaltenstherapie behandeln. Hierzu wäre also eine Psychologin oder ein Psychologe mit verhaltenstherapeutischer Ausrichtung zu empfehlen.

Das Vorgehen der Verhaltenstherapie bedingt aber eine gewisse Überwindung bzw. Wille zur Veränderung.

Nach einer Kennenlernphase wird der Therapeut mit Ihnen möglichst konkret die Angst identifizieren und beschreiben. Dabei geht es darum, was ihnen genau Angst macht und welche Katastrophisierungsgedanken damit verbunden sind. In einem ersten Schritt könnte z.B. eine Angsthierarchie erstellt werden, die angstbesetzte Situationen oder auch nur Vorstellungen in Verbindung mit der Spritzenphobie sortiert.

Die schlimmste Vorstellung wäre also vielleicht direkt eine Spritze vor einer Operation (100 %)

Etwas weniger angstauslösend könnte es sein, wenn man in einer Arztpraxis eine Blutabnahme hätte (95%) oder aber eine kleine Spritze in eine Bauchfalte bekäme (z.B. Heparin zur Blutverdünnung).

Weniger angstbesetzt wäre dann z.B. eine nur auf dem Tisch liegende Spritze in einer Arztpraxis (80%) oder aber ein Film, in dem viele Spritzen gegeben werden...

Weit weniger angstbesetzt (aber vielleicht auch schon problematisch) wären dann schriftliche Berichte über Operationen in einer Zeitung oder ein Bild von einer Spritze auf einem Photo...

Nachdem also eine ganz individuelle Angsthierarchie erstellt wurde, werden Katastrophisierungsgedanken in Hinblick auf die Spritzenphobie gesammelt.

Beispiele wären :
1. Ich werde bestimmt nicht wieder aufwachen
2. Ich könnte einen allergischen Schock bekommen
3. Ich werde verrückt oder verliere die Kontrolle
4. Ich blamiere mich, weil ich bestimmt vorher weglaufe
5....

In der Psychotherapie würde dann ein Entspannungsverfahren (z.B. die Progressive Muskelentspannung) traininert werden und Grundlagen der Angstbehandlung vermittelt werden. Dazu gehört u.a. die Erkenntnis, dass eigentlich die Angst vor der Angst besonders schlimm ist bzw. die Vermeidung der angstbesetzten Angst eine innere Anspannung und den eigentlichen Leidensdruck ausmacht. Letztlich ist also die Zeit mit der Anspannung vor einer möglichen Spritze viel viel schlimmer, als die eigentliche Gabe der Spritze (die ja in sekundenschnelle vorbei wäre).

Die eigentliche Therapie kann dann prinzipiell in zwei ganz unterschiedlichen Möglichkeiten durchgeführt werden.

1. Flooding
Als Flooding (oder überfluten) würde man die direkte Konfrontation mit der schlimmsten Situation der Angsthierarchie ansehen. D.h. man stellt sich der Angst und weicht ihr nicht mehr aus (Aufgabe des bisherigen Vermeidungsverhaltens). Grundlage jeglicher Angstbehandlung ist die Erfahrung, dass Angst zwar unangenehm, nicht aber gefährlich oder gar tödlich ist und nach einiger Zeit von allein wieder nachlässt (und sich nicht etwa wie angenommen immer weiter und weiter steigert). Diese Erfahrung macht der Patient beim Flooding, d.h er wird vielleicht ein Zittern, Schweissausbrüche oder andere Symptome verspüren, diese werden aber innerhalb eines begrenzten Zeitraums nachlassen und die Situation kann bewältigt werden.

2. Systematische Desensibilisierung
Bei diesem Verfahren stellt man sich zunächst mit therapeutischer Hilfe einer relativ geringen Angststufe, fängt also mit einer niedrigen Angst an.

Dies kann auch in der Vorstellung passieren. Man stellt sich also beispielsweise ein Bild der Spritze in in der Arztpraxis vor und lässt die innere Anspannung und Angst kommen. Nun wird man die zuvor gelernten Entspannungstechniken direkt anwenden und erleben, dass damit die Angst nachlässt. Dann wird die nächste Stufe der Angst aufgesucht. Also beispielsweise mit dem Therapeuten ein Besuch in einer Arztpraxis gemacht, um sich alles ganz genau von einer Arzthelferin erklären zu lassen. Als praktische Übung könnte es z.B. anstehen, dort einer anderen Patientin eine Spritze in den Bauch zu geben (etwa eine Insulinspritze). Schliesslich würde man dann soweit vorbereitet sein, dass man auch keine Angst mehr hätte, selber eine Spritze zu bekommen.

Glauben Sie mir, es klappt. Und es geht vergleichsweise schnell, innerhalb weniger Sitzungen.

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