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  Freiwillige Einweisung - Tipps - Auswahl
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KOM2002 (plain)  Freiwillige Einweisung - Tipps - Auswahl

Thread Messages in thread:

reply Re: Freiwillige Einweisung - Tipps - Auswahl , ****** , 22 Apr 2007 08:50
plain Freiwillige Einweisung - Tipps - Auswahl , ****** , 20 Apr 2007 22:05
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Freiwillige Einweisung - Tipps - Auswahl
From: ******
Date: Fri, 20 Apr 2007 22:05:52 +0200
Language: German

 


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Hallo,

meine beste Freundin hat echte Probleme. Ich versuche mich kurzzufassen. Sie hat schlimme Zeiten in ihrem Leben mitgemacht, Missbrauch, Kindesverlust in der Schwangerschaft, sie liebt ihren Freund, mit dem seit langem Schluss ist...
Nun, sie ist länger schon in Phsychotherapie, aber das schlägt nicht recht an. Sie geht zur Arbeit, aber sie meint selber, sie bekommt das nicht mehr so recht hin. Sie ist chaotisch. Ich kenne sie seit seit bald drei Jahren. Ihre Wohnung ist das totale Chaos, und es wurde nicht besser. Ich habe immer wieder versucht, sie ein wenig zu motivieren, nach dem Motto: Wenn du ein bisschen Ordnung schaffst, dann hilft dir das. Sie sagte immer, sie hätte keine Zeit, ist zu müde oder hat keine Lust.
Sie merkt langsam, dass ihr das Leben im Moment aus den Fugen gerät. Sie ist nicht vernünftig und braucht wirklich bessere Hilfe.

Nun möchte Sie sich einweisen lassen.

Das finde ich eigentlich gut, obwohl ich Angst davor habe, das es schief geht. Ich bin da etwas geprägt, meine Schwester war in Therapie, geschlossen, alles ging schief, sie lebt nicht mehr.

Warum schreibe ich das? Eigentlich ganz einfach. Ganz platt formuliert: Wenn ich mir bei Amazon ein Buch kaufe, dann schaue ich mir an, ob das gut bewertet wird. Ich wünschte mir sehr, dass es sowas auch bei einer freiwilligen Einweisung gibt.

Was bedeutet das eigentlich? Wie sehr hat sie und ihre Familie und ihre Freunde noch Einfluss? Gibt es Entscheidungskriterien im Voraus? Bewertungen der Kliniken? Bezüglich der Problematik? Eine Freundin von mir war in einer (eigene Wertung) sehr guten Therapie, sie meinte aber, sie wäre in einer anderen wohl "verschlimmbessert" worden etc.

Mir gefällt der Gedanke immer weniger. Ich habe Angst um sie.

Vielleicht haben sie aufgrund dieser undifferenzierten Darstellung etwas zu schreiben!?

Danke.
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Re: Freiwillige Einweisung - Tipps - Auswahl (Reply to: 99529 from ****** )
From: ******
Date: Sun, 22 Apr 2007 08:50:19 +0200
Language: German

 


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Zunächst mal ganz platt : Um eine Änderung zu erreichen, müssen nicht SIE etwas wollen, sondern ihre Freundin. Sie leiden derzeit unter der Hilflosigkeit, dass NICHTS passiert. Möglicherweise ist dieser Zustand für Ihre Freundin nicht schön, aber immer noch weniger angstbesetzt als eine Änderung.

Dementsprechend werden Sie sie vermutlich nur schwer überzeugen können, dass nach ihren Maßstäben das Leben so nicht weitergehen kann.

Die grundsätzliche Frage ist dabei auch, ob denn überhaupt eine stationäre (psychiatrische) Behandlung erforderlich bzw. sinnvoll ist. Eine "Auswahl" zumindest im psychiatrischen Bereich gibt es dabei (zumeist) im engeren Sinne nicht, da den einzelnen Orten bzw. Bezirken eben psychiatrische Kliniken zugeordnet sind. Sie sind Teil eines sozial-psychiatrischen Netzes, dass verschiedene Leistungsanbieter unter einem Dach koordinieren soll.

In aller Regel wird man daher empfehlen, zunächst mal eine Hausarzt aufzusuchen. Das kann schon eine Hürde für sich darstellen. Der Hausarzt wird gemeinsam mit ihrer Freundin aber entscheiden können, welche Form der Weiterbetreuung notwendig ist. Neben der ersten Abschätzung, ob eine psychiatrisch relevante Erkrankung (etwa eine Depression, eine Angststörung, ein Hyperaktivitätssyndrom, eine Psychose oder Suchtproblematik) vorliegt, kann er eben auch als eine Art Lotse die Weiterleitung koordinieren und damit den Prozess der Hilfe etwas besser koordinieren.

So könnte es z.B. notwendig sein, dass ihre Freundin eine ambulante Betreuung durch einen Sozialpädagogen bekommt, der ihr ein wenig bei der Ordnung ihrer Probleme (bzw. des Haushaltes) Hilfe anbietet. Derartige Hilfsangebote werden manchmal von der Stadt, manchmal aber auch von Beratungsstellen angeboten. Nähere Auskunft kann man u.a. vom Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt erhalten, die in aller Regel die Angebote diesbezüglich kennen.

Vor einer stationären Behandlung kann es z.B. auch hilfreich sein, in einer Institutsambulanz einer Psychiatrie bzw. einer Tagesklinik sich vorzustellen (nach Absprache mit dem Arzt). Der Vorteil hier wäre, dass man eben noch in seinem alten Alltag abends und am Wochenende zurück ist und die Probleme da direkt angehen kann und muss, andererseits aber eben die Unterstützung der Profis in der Woche hat.

Welche Hilfe nun für sie richtig und zielführend ist bzw. welche angenommen werden kann oder wird, kann man so nicht sagen. Es ist aber leider meistens nicht von der "Bewertung" einer Klinik abhängig, sondern von der Motivation wie man jemanden mit psychischen Schwierigkeiten zu einer Änderung bringen kann und ihn bei diesem schwierigen Weg unterstützen kann.

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