Home   News   Forums   Log in    Get personal advice    My area     Help    
|
Go to:
Alle Foren
  Fragen an die Experten
  Frage an einen Arzt / Psychiater / Sexualtherapeuten / (Verwenden Sie das Formular oben, nicht die Form unten.)
 
  Re: Antidepressiva und Selbstwertprobleme
AKTUELL:
WEITER


THEMEN

KOM2002 (plain)  

Thread Messages in thread:

reply Re: Antidepressiva und Selbstwertprobleme , ****** , 31 Mar 2007 09:59
plain ------ , 29 Mar 2007 21:10
 97702. To top of pageTop   Next message down

From: ******
Date: Thu, 29 Mar 2007 21:10:50 +0200
Language: German

 


Reply to this message

Reply to all  

plain
Guten Tag!!

Ich leide im moment an Depressionen und hätte gern ein paar Fragen. Doch ich möchte ihnen vorerst meine Situation erläutern

Vor 2 Jahren haben die Depressionen angefangen. Grund: Ich habe mich in meiner alten Schulklasse ein bisschen arrogant verhalten und daraufhin wurde ich übels fertig gemacht.Langsam mit der zeit ging es mir immer schlechter und bekam Depressionen. Am Ende meines 10. Schuljahres habe ich nicht meinen Realabschluss geschafft und bin dann in anderen Stadt in Bonn umgezogen und wiederholte meinen Realabschluss.

In der neuen Schule ist es viel angenehmer und habe dort viele Freunde und bin sogar sehr beliebt. Aber die Depressionen gehen einfach nicht weg. Ich schreibe sogar im moment nur Einsen und zweien in der schule, doch es geht mir einfach nicht besser. Und ich sehe meiner Meinung sehr atraktiv aus und alle wollen mit mir zu tun haben, aber ich zeige kein Interesse und fühle mich unwohl unter Leuten

Ich möchte Ihnen meine Symptome erläutern:

- Quälende Traurigkeit
- unbegründete Angst
- Sozialphobie ( wenn ich unter leuten bin werde ich schüchtern und werde total
ruhig und nervös)
- Selbstmordgedanken
- Schlafstörungen
- den ganzen Tag erschöpft
- Interessenverlsut
- Bedürfnis mich selber zu zerstören

Ich habe im Beginn der Neuen Schule in Bonn für 5 Monate eine Therapie gemacht, doch meine Depressionen sind geblieben. Die Therapie hat mir nur mein Denken zu Problemen genützt, aber meine Depressionen sind geblieben. Ich habe währrend der Therapie für 2 Monate Johanniskraut eingenommen, doch ich spürte keine Wirkung. Ich habe dann mit der Therapie aufgehört und wollte mit richtigen Antidepressiva versuchen.

Ich bin dann zum Neurologen gegangen und er hat mir Amytriptelin-Neuraxpharm 25mg verschrieben. Ich sollte es langsam steigen bis 75 mg.
Zu Begin der 2. Woche hatte ich für ca. eine stunde eine sehr angenehme stimmungs aufhellung, doch dann ist diese postive stimmung wieder gefallen. Ende der 2. woche hatte ich den schönsten Tag in meinem Leben. Ich fühlte mich für einige Stunden richtig fit. Daraufhin habe ich nur kurz Musik gehört von meinem MP3 Player gehört und meine Stimmung ist sofort hoch geknallt. Ich war plötzlich total Kontaktfreudig und wollte mein neues postives Ich den Leuten zeigen. Ich hatte in dem Moment einen starken Selbstbewusstsein und mir ging es richtig super. Doch das war leider nur für ein paar stunden. Die 3. Woche hatte ich plötzlich starke Selbstmordgedanken und ein Bedürfnis mich selber zu zerstören. Zu Beginn der 4. Woche hatte ich starke Stimmungsschwankungen, mal ging es mir gut dann wieder scheisse und hatte andauernd auch adrenalin kicks die ganze zeit am steigen und wieder gesunken sind. Ich hatte nach 4 wochen wieder einen Termin bei meinem Neurologen und die Dosis wurde auf 150 mg erhöht. Nach der Dosis erhöhung schien meine Angst komplett verschwunden zu sein, und 3 Tage lang hatte ich sogar eine positive Stimmung und es war so ein Gefühl, ob sich jeder neue Tag was aufbauen würde.Ich hab mich sogar versucht selber fertig zu machen, doch es hat nicht geklappt. Es war so ein Gefühl ob meine Seele mir sagen würde, das ich kein grund habe mich fertig zu machen. Doch nach diesen 3 Tagen bekam ich wie so ein Schalter starke Selbstmordgedanken, mir ging es beschissen und ich wollte mich nur noch mich selbst selbstzerstören und meine Angst ist wieder stark gestiegen, das ich sogar Angst hatte mit dem Bus zu fahren( Es gab aber kein grund für diese plötzliche negative stimmung). Nach 3 wochen hatte ich wieder ein Termin mit meinem Neurologen. Er hat mir Citalopram verschrieben die ich morgens nehmen soll (20mg) und abends weiter Amitryptelin aber jetzt nur 100 mg. Jetzt ist es meine 2. woche mit citalopram und meine 8. - 9. Woche mit Amitryptelin. Und seit dem spüre ich nichts mehr Positives. Im Moment fühle ich mich nicht gut aber auch nicht schlecht.Es ist so ein Neutrales gefühl, habe aber selbstmordgedanken.

Jetzt zu meiner Frage:

1. Ist das normal, das das Antidepressiva so eine Wirkung zeigt, wie ich es beschrieben habe??

2. Wann kann ich endlich was postives vom antidepressiva spüren??

3. Was können sie mir empfehlen??

4. Was für eine Depresion habe ich, wenn sie meinen Symptomen sich anschauen? leichte, mittelschwere oder schwere depressionen??

Ich bedanke mich schonmal im vorraus für Ihre Antwort

 97907. To top of pageTop Previous message Previous message  
Re: Antidepressiva und Selbstwertprobleme (Reply to: 97702 from ****** )
From: ******
Date: Sat, 31 Mar 2007 09:59:07 +0200
Language: German

 


Reply to this message

Reply to all  

reply
Hallo!

Selbstverständlich kann man beim Lesen der Zeilen keine Diagnose oder gar individuelle Therapieempfehlung geben.

Ich gehe jedoch davon aus, dass hinter der depressiven Symptomatik vielmehr eine eigene Selbstwertproblematik bzw. Unsicherheit hinsichtlich der eigenen Persönlichkeit und dem Umgang mit anderen Menschen steht.

Ob dies nun "noch" im Rahmen einer relativ typischen Entwicklung hin zum Erwachsenenwerden steht oder aber weitere Problembereiche oder gar psychiatrische Erkrankungen dahinter stehen, müsste man im Rahmen der psychiatrischen Diagnostik und Verlaufsbeobachtung erheben.

Zunächst einmal müsste man Selbstmordgedanken sehr ernst nehmen. Auch wenn man mal pauschal chronische Gedanken an den Tod im Rahmen einer Persönlickeitskrise haben kann, so ist eben aus der eigenen Verzweifelung heraus dies als sehr ernst einzuschätzen. Wichtig wäre dabei, dass sie konkrete Ansprechpartner und Anlaufstellen für den Fall einer akuten Suizidalität kennen. Hierzu gehören neben dem behandelnden Psychiater die örtliche Psychiatrie, der ärztliche Notdienst oder zur Not auch schlicht die Polizei. Auch Krisennummern per Telefon oder ggf. auch im Internet können eine Hilfe sein.

Ihr Arzt hat verschiedene Antidepressiva ausprobiert. Es erscheint mir prinzipiell eine sinnvolle Vorgehensweise zu sein. Allerdings muss man eben auch überlegen, ob die Selbstwertproblematik oder Schwierigkeiten mit der eigenen Identität und Persönlichkeit damit gelöst werden. Vermutlich ja eher nicht. Die Medikation wird sie aber eher in die Lage versetzen, sich in einer Psychotherapie damit auseinander zu setzen. Grundsätzlich kann es schon sein, dass die Medikation so wirkt wie sie wirkt. Wichtig ist, dass man die Medikation ausreichend lange und ausreichend hoch dosiert einnimmt. Bei Amitryptilin wären 150 mg Minimum, bei Citalopram wohl eher 40-60 mg. Um ehrlich zu sein : Ich würde auch dann nicht erwarten, dass sich die Depression in Luft auflöst.

Ich denke, Sie würden zusätzlich Halt und Struktur brauchen. Gerade in Hinblick auf die Selbstmordgedanken. Ich würde z.B. darüber nachdenken, ob eine tagesklinische Behandlung in einer Psychiatrie, ggf auch eine stationäre Behandlung sinnvoll wäre. Durch die äußere Struktur einer Klinik und die Entlastung von Problemen des Alltags könnten sie ihre inneren Strukturprobleme vielleicht besser ordnen und mit einem Therapeuten gemeinsam konstruktive Lösungen suchen.

Die Frage ob ihre depressive Symptomatik nun eine Depression ist und ob mittelschwer oder schwer ist akademisch und hilft ihnen nicht. Ihnen geht es nicht gut und das ist klinisch mindestens als "mittelschwer" bis sehr schwer einzuschätzen. Sie brauchen Hilfe und sie sollten nicht zögern ihren Arzt auf eine weitere Hilfestellung im Rahmen einer teilstationären oder stationären Behandlung anzusprechen.

You are not logged in
Today's date: Fri, 19 Jan 2018 08:28:04 +0100
KOM 2002