Home   News   Forums   Log in    Get personal advice    My area     Help    
|
Go to:
Alle Foren
  Fragen an die Experten
  Frage an einen Arzt / Psychiater / Sexualtherapeuten / (Verwenden Sie das Formular oben, nicht die Form unten.)
  ADHS
  Re: ADHS

KOM2002 (reply)  Re: ADHS

Re: ADHS (Reply to: 97254 from ****** )
From: ******
Date: Sat, 24 Mar 2007 20:05:39 +0100
Language: German

 


Reply to this message

Reply to all  

reply
Beim Lesen Ihrer Zeilen ging mir zunächst durch den Kopf : Hallo, er nimmt Methylphenidat um noch mehr die Selbstausbeutung auf die Spitze zu treiben. Oder anders ausgedrückt : Im Kopf hat sich noch nicht viel verändert. Das über die eigenen Grenzen gehen, die Bremse nicht finden und der Ausgleich zwischen Antrieb und auf sich selber acht geben (Selbstachtsamkeit) fehlt noch völlig.

Eine der grössten Probleme ist ja, dass in der ADHS-Behandlung die Medikation sehr wirksam sein kann. Meine Patienten beschreiben es mitunter als "stillen Koordinator", der ihnen hilft Gedanken, Gefühle, körperliche Reaktionen und Verhalten im Vorfeld von Ereignissen besser zu ordnen und dann Signale auch zu bemerken. Nur : Wenn man dies nie gelernt hat (oder aber auf diese Signale nicht achten will/ kann / darf oder so), hilft es natürlich nicht. Man fühlt sich vielleicht etwas ruhiger und man fällt vielleicht in Gesellschaft weniger auf. Aber wirklich was verändert hat sich nicht. Bis zum umfallen kann man auch als Nicht-Selbstständiger arbeiten. Aber ob das so gut ist ?

Daher bieten wir eben letztlich die Medikation nur im Zusammenspiel mit einer störungsspezifischen Psychotherapie. Es ist häufig ein Prozess, bei dem man erst lernt seine eigenen Grenzen und Belastungsfaktoren - aber auch Stärken und Interessen - neu zu entdecken. Manchmal über die Phase einer depressiven Niedergeschlagenheit, manchmal unter erheblichen Zweifeln.

Die von Ihnen genannten Erkrankungen sind ja in aller Regel entweder durch genetische Veranlagung, Fehlernährung und Bewegungsmangel sowie ein erhöhtes Stressniveau zu erklären. Fibromyalgie sieht man gehäuft bei ADHSlern (oder sollte man besser schreiben, Fibromyalgiker haben überraschend häufig auch ADHS?). Egal, wie es ist. Es mag Zusammenhänge geben. Aber sie sollten doch nicht eine "neue" Erkrankung nach der anderen anhäufen, sondern lernen ihren Lebensstil an ihre eigenen Bedürfnisse und biologischen wie sonstigen Gegebenheiten anzupassen ohne dass ihr Körper so ausbrennt und vergeblich nach Hilfe schreit...

Dr. Martin Winkler
ADHS-Schwerpunkt
Klinik Lüneburger Heide



How much is 8 + 8 :
Write Reply to Archive 215893

Author or secret name (pseudonym):
Subject:
Language:
Enter the text...  Plain Text  Guess  HTML

plain
Plain text
reply
Reply
happy
Happy
sad
Sad
angry
Angry
question
Question


You are not logged in
Today's date: Sat, 20 Apr 2024 12:30:06 +0200
KOM 2002