Home   News   Forums   Log in    Get personal advice    My area     Help    
|
Go to:
Alle Foren
  Fragen an die Experten
  Frage an einen Arzt / Psychiater / Sexualtherapeuten / (Verwenden Sie das Formular oben, nicht die Form unten.)
  ADHS
  Re: ADHS
AKTUELL:
WEITER


THEMEN

KOM2002 (plain)  ADHS

Thread Messages in thread:

reply Re: ADHS , ****** , 24 Mar 2007 20:05
plain ADHS , ****** , 24 Mar 2007 19:09
 97254. To top of pageTop   Next message down
ADHS
From: ******
Date: Sat, 24 Mar 2007 19:09:49 +0100
Language: German

 


Reply to this message

Reply to all  

plain
Ich bin 50 Jahre alt und nehme seit ca 5 Jahren Ritalin,jetzt Concerta. Da ich selbständig bin arbeite ich oft bis zum Umfallen. Das Problem ist nur dass ich immer weniger leisten kann, obwohl ich es möchte.Ich bin dann sehr unruhig kann aber körperlich und geistig nichts mehr leisten.Da ich aus dem therapeutischen Bereich komme kenne ich alle Tipps, die leider bei mir nicht funktionieren.Inzwischen habe ich hohen Blutdruck, Diabetes 2 (Medikamente), Fettstoffwechselstörung,Fibromyalgie und seit neuestem lichen ruber erosivus im Genitalbereich. Ich bekomme eine neue Erkrankung, bis sie erkannt wird gehen teileweise Monate hin (meistens finde ich sie selbst über das Internet). Ich bekomme Medikamente, und hoffe dass es mir besser geht, aber der Stress sucht sich ein neues Schlupfloch. Vor 2 Jahren war ich in einer Klinik zur Erholung, aber die hat nicht lange angehalten. Mir graut es inzwischen zur Arbeit zugehen, obwohl ich einen schönen interessanten und abwechslungsreichen Beruf habe. Es fällt mir schwer und ich habe ein schlechtes Gewissen meinen Arzt zu fragen ob es möglich ist dass ich mit diesen Erkrankungen Rente beantragen kann? Ich möchte nicht als Faulenzer gelten. Mir geht es nicht ums Geld da ich nur eine kleine Erwerbunfähigkeitsrentenversicherung abgeschlossen habe und keine Rente bekommen werde. Ganz ohne Geld kann ich nicht aufhören, da meine Kinder sich noch in der Ausbildung befinden. Vielleicht können sie mir helfen an welche Stellen ich mich wenden kann. Mich würde auch interessieren ob die o.g. Erkrankungen etwas mit meiner ADHS zu tun haben können oder unabhängig davon aufgetreten sind.
Für eine Antwort vielen Dank im voraus
 97257. To top of pageTop Previous message Previous message  
Re: ADHS (Reply to: 97254 from ****** )
From: ******
Date: Sat, 24 Mar 2007 20:05:39 +0100
Language: German

 


Reply to this message

Reply to all  

reply
Beim Lesen Ihrer Zeilen ging mir zunächst durch den Kopf : Hallo, er nimmt Methylphenidat um noch mehr die Selbstausbeutung auf die Spitze zu treiben. Oder anders ausgedrückt : Im Kopf hat sich noch nicht viel verändert. Das über die eigenen Grenzen gehen, die Bremse nicht finden und der Ausgleich zwischen Antrieb und auf sich selber acht geben (Selbstachtsamkeit) fehlt noch völlig.

Eine der grössten Probleme ist ja, dass in der ADHS-Behandlung die Medikation sehr wirksam sein kann. Meine Patienten beschreiben es mitunter als "stillen Koordinator", der ihnen hilft Gedanken, Gefühle, körperliche Reaktionen und Verhalten im Vorfeld von Ereignissen besser zu ordnen und dann Signale auch zu bemerken. Nur : Wenn man dies nie gelernt hat (oder aber auf diese Signale nicht achten will/ kann / darf oder so), hilft es natürlich nicht. Man fühlt sich vielleicht etwas ruhiger und man fällt vielleicht in Gesellschaft weniger auf. Aber wirklich was verändert hat sich nicht. Bis zum umfallen kann man auch als Nicht-Selbstständiger arbeiten. Aber ob das so gut ist ?

Daher bieten wir eben letztlich die Medikation nur im Zusammenspiel mit einer störungsspezifischen Psychotherapie. Es ist häufig ein Prozess, bei dem man erst lernt seine eigenen Grenzen und Belastungsfaktoren - aber auch Stärken und Interessen - neu zu entdecken. Manchmal über die Phase einer depressiven Niedergeschlagenheit, manchmal unter erheblichen Zweifeln.

Die von Ihnen genannten Erkrankungen sind ja in aller Regel entweder durch genetische Veranlagung, Fehlernährung und Bewegungsmangel sowie ein erhöhtes Stressniveau zu erklären. Fibromyalgie sieht man gehäuft bei ADHSlern (oder sollte man besser schreiben, Fibromyalgiker haben überraschend häufig auch ADHS?). Egal, wie es ist. Es mag Zusammenhänge geben. Aber sie sollten doch nicht eine "neue" Erkrankung nach der anderen anhäufen, sondern lernen ihren Lebensstil an ihre eigenen Bedürfnisse und biologischen wie sonstigen Gegebenheiten anzupassen ohne dass ihr Körper so ausbrennt und vergeblich nach Hilfe schreit...

Dr. Martin Winkler
ADHS-Schwerpunkt
Klinik Lüneburger Heide



You are not logged in
Today's date: Wed, 18 Jul 2018 14:44:42 +0200
KOM 2002