Guten Tag,
ich leider seit längerer Zeit und Antriebsschwäche und wache morgens wie geräder auf, obwohl ich ausreichend geschlafen habe. Des weiteren leide ich unter Schwindelattacken und weiß manchmal nicht, wie ich von hier nach dort komme. Seit 3 Monaten bin ich krank geschrieben und werde mit Cipralex behandelt, da man bei mir Depressionen diagnostiziert hat. Seit kurzem habe ich ein unsagbares Brennen unter den Fußsohlen. Kann das mit den Tabletten zusammenhängen oder gibt es eine andere Erklärung? Ich kann nicht mal mehr Auto fahren und in Fahrstühlen falle ich fast um wegen der Schwindelattacken. Spazieren gehen kann ich nur in Begleitung. Außerdem habe ich Gelenkschmerzen und eine Stelle auf dem Kopf tut auch sehr weh beim Drücken. Ich habe schon CT und Kernspintomographie über mich ergehen lassen, der Kopf ist in Ordnung. Gibt es eine andere Diagnostik?
Vielen Dank für Ihre Hilfe
Horst (49 Jahre)
Hallo!
Natürlich kann und sollte man keine Ferndiagnosen per Internet stellen. Ich gehe einmal davon aus, dass die Ärzte andere medizinische Ursachen der Probleme sorgfältig ausschliessen. Dafür spricht die eingeleitete Diagnostik aus meiner Sicht. Ich würde noch schlafbezogene Störungen (z.B. Atemaussetzer und Schnarchen in der Nacht) als Hinweis für ein mögliches Schlaf-Apnoe-Syndrom ausschliessen wollen.
Grundsätzlich klingen die Beschwerden aber nach recht typischen Beschwerden einer sog. "Somatisierung", wie sie entweder im Zusammenhang mit einer Depression oder allein als "Somatisierungsstörung" auftreten. Typisch dabei sind wechselnde bzw. vielfältige körperliche Beschwerden, die sich nicht auf eine körperliche Ursache zurückführen lassen.
Die Medikation mit Cipralex sollte allerdings nach 3 Monaten anschlagen. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte man entweder die Dosis überprüfen oder aber einen Wechsel der Medikation erwägen. Fussbrennen wäre zwar keine typische Nebenwirkung (und ich würde es eher im Zusammenhang mit den anderen Beschwerden sehen), dennoch kann man natürlich einen Medikamenteneffekt nicht ausschliessen.
Zudem müsste man prüfen, welche nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Hierzu gehört z.B. eine Verhaltenstherapie. Da Sie jetzt schon recht lange krank sind, wäre ggf. auch eine stationäre Reha-Massnahme in einer Psychosomatischen Fachklinik zu erwägen.