Wodrin bestehen die wesentlichen Unterschiede zwischen einer psychotischen Depression, einer bipolaren Störung mit psychotischen Symptomen und einer Form der Schizophrenie, wie z.B. die schizoaffektive Störung?
Psychosen bzw. psychosenahe Symptome können bei einer ganzen Reihe von Erkrankungen auftreten (z.B. auch bei Persönlichkeitsstörungen oder organischen Hirnerkrankungen, Drogeneinfluss etc.). Wichtig für die Diagnosestellung bzw. Einordnung ist aber nicht allein die aktuell vorherrschende Symptomatik sondern der Verlauf bzw. die Entwicklung über mehrere Jahre, d.h. Beginn und ggf. familiäre Belastung für bestimmte Erkrankungen.
Bei einer psychotischen Depression muss eben bereits eine sehr schwere depressive Störung vorliegen. Häufig sind dabei frühere schwere depressive Episoden in der Vorgeschichte zu finden bzw. auch weitere Familienangehörige erkrankt. Eine Major Depression mit psychotischen Merkmalen ist daneben aber dadurch gekennzeichnet, dass ausserhalb der depressiven Episode bzw. nach adäquater Behandlung keine Hinweise auf Denk- und Wahrnehmungsstörungen bestehen (allerdings kann es ein sog. Residuum geben).
Bei phasisch, d.h. wiederkehrenden Störungen der Bipolaren Störung (manisch-depressiv) sind eben voneinander abgrenzbare Episoden mit einer Depression bzw. einer Manie zu finden. Hier ist (nicht immer, aber meist) eine Psychose eher in der Manie zu finden. D.h. es besteht eine massive Antriebssteigerung, Gedankenflucht, Geldausgeben etc.
Die schizoaffektive Störung ist recht schwer treffend zu charakterisieren, weil es eben eine Mischung aus Symptomen einer Psychose und einer Depression / Manie ist. Hier hilft in aller Regel die Vorgeschichte weiter und auch das Ansprechen auf bisherige Behandlungsversuche.
Dagegen ist bei einer Schizophrenie häufig der Beginn der Erkrankung (junges Erwachsenenalter) und das Vorliegen deutlicher Denk- und Wahrnehmungsstörungen (sog. formale und inhaltliche Denkstörungen) typisch. Auch hier gilt es wiederum, die Familienanamnese zu erheben und eben den Verlauf der Denkstörungen genauer im Blick zu behalten.