Ich habe einen Bekannten (19), der öfters, vor allem auch bei Alkoholkonsum sich nachts nicht unter Kontrolle hat.
Er ist hyperaktiv, ist auch schon seit langen deswegen in Behandlung,
und er hat auch Probleme auf öffentlichen Toiletten aufs Clo zu gehen.
Bei ihm ist es sogar schon so weit, dass er sich seinen Phallus abschneiden wollte und er sehr große Probleme damit hat.
Er will es verheimlichen und will mit niemanden darüber sprechen.
Braucht er eine Therapie, an wen soll man sich da wenden?
Grundsätzlich würde ich sagen, JA. Therapie wäre sinnvoll, wahrscheinlich hilfreich und notwendig. Allerdings bleibt zunächst unklar, ob sich ihr Bekannter auch einer solcher Therapie unterziehen würde bzw. welche Schwerpunkte gesetzt werden sollten.
Enuresis (Bettnässen) bei Jugendlichen und Erwachsenen ist kein "seltenes" Problem, sondern betrifft ca 1% aller Menschen. Allerdings ist hier ja zunächst nicht klar, ob nicht eher ein Alkoholproblem vorliegt. Zudem scheinen ja weitere Probleme (z.B. eine "schüchterne Blase") bei ihm vorzuliegen.
Es gibt verschiedene Ursachen von Enuresis, u.a. eben biologische Gründe (Mangel an einem Hormon, biologische Veranlagungen für ADHS = Hyperaktivität) und eben auch psycho-soziale Gründe.
ADHS ist aus meiner persönlichen Sicht eine der häufigsten beteiligten Faktoren (was aber daran liegen mag, dass ich auf ADHS spezialisiert bin). Eine medikamentöse Behandlung kann hier sehr hilfreich und lindernd wirken (z.B. mit tricyclischen Antidepressiva, einem Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer wie Edronax oder aber Stimulantien wie Ritalin). Vielleicht liesse sich hier die Therapie noch optimieren?