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  Kann ein SSRI+MPH besser helfen als MPH allein?
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KOM2002 (question)  Kann ein SSRI+MPH besser helfen als MPH allein?

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reply Re: Kann ein SSRI+MPH besser helfen als MPH allein? , ****** , 24 Jan 2010 19:06
question Kann ein SSRI+MPH besser helfen als MPH allein? , ****** , 24 Jan 2010 17:06
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Kann ein SSRI+MPH besser helfen als MPH allein?
From: ******
Date: Sun, 24 Jan 2010 17:06:08 +0100
Language: German

 


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question
Sehr geehrter Dr. Winkler,

ich bin ADHSler (unaufmerksamer Typ) und habe auch eine Soziale Phobie. Außerdem habe ich einen sehr schlechten Schlaf.

Methylphenidat hat mir anfangs ganz gut geholfen, wobei ich die Rebounds als sehr unangenehm empfand. Deshalb hatte mich mein Therapeut auf Concerta 18 mg eingestellt. Dadurch wurde ich munterer und wacher. Ob das allerdings die volle Wirkung als Stimulanz war, weiß ich nicht. Innerhalb von ungefähr zwei bis drei Wochen wurde ich aber zunehmend ängstlicher und depressiver, und das MPH half nicht mehr, sondern machte mich noch verträumter und unaufmerksamer, als vorher. Auch verschlechterte sich mein Schlaf und die Muskelverspannungen.

Deshalb habe ich nach einer Medi-Pause mit meinem Therapeuten weitere Medikamente ausprobiert. Elontril half am ersten Tag wunderbar, aber schon am zweiten Tag war die Wirkung eher gegenteilig (nach einer sehr unerholsamen Nacht). Amphetamin besserte meine Sozialphobie schlagartig und anhaltend (ich nehme an, wegen der serotonergen Wirkung), aber machte den Schlaf noch schlimmer als die anderen Medis, so dass es als Dauerlösung nicht infrage kam. Strattera verschlechtert auch den Schlaf etwas, aber nicht so sehr wie die anderen. Ich nehme z. Zt. Strattera in einer niedrigen Dosis (2x18 mg), weil ich sonst auch wieder schlechter schlafe und alles Andere auch schlechter wird. Die Sozialphobie wird derzeit nicht medikamentös behandelt.

Zur schlechten Schlafqualität meint mein Therapeut, dass es eine primäre Insomnie sei. Allerdings denke ich eher, dass es sich um eine Fibromyalgie handelt, bei der die Komponente des unerholsamen Schlafes im Vordergrund steht.
Mir ist bekannt, dass Stimulanzien bei Angststörungen schlechter wirken und schneller Nebenwirkungen auftreten als ohne. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Kombination eines SSRI mit MPH helfen könnte, da MPH und auch Elontril initial eine gute Wirkung hatten, bevor es ins Gegenteil „gekippt“ ist (verbunden mit Depressivität, Ängstlichkeit und starker Benommenheit).

Ich bin mir deshalb nicht sicher, ob ich nun ein MPH-Nonresponder bin, oder ob Concerta 18 mg bei mir schon überdosiert ist, oder ob aufgrund der Angststörung und evl. Fibromyalgie (die bisher nie objektiv getestet wurde) eine Kombination mit einem SSRI gegen dieses „Umkippen“ der Wirkung „abschirmen“ kann.
Mich interessiert es daher, ob Sie einen Patienten wie mich als MPH-Nonresponder einstufen würden,
wie Ihre Therapie-Erfahrungen sind mit Patienten, die anscheinend sehr empfindlich auf MPH reagieren,
und ob Sie nach Ihren Erfahrungen bei einer solchen Konstellation wie bei mir (ADHS, Sozialphobie, evl. Fibromyalgie) eine Besserung/Stabilisierung durch einen SSRI erwarten würden.

Bitte entschuldigen Sie den langen Text. Im möchte mich schon 'mal vorab sehr herzlich für Ihre Antwort bedanken!

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Re: Kann ein SSRI+MPH besser helfen als MPH allein? (Reply to: 145802 from ****** )
From: ******
Date: Sun, 24 Jan 2010 19:06:59 +0100
Language: German

 


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Spontan würde ich aus meiner Erfahrung behaupten, dass ihr Problem nicht ihr ADHS ist. (wobei ich die Diagnose nicht in Frage stellen will, sondern die Auswirkung der Diagnose).

Vielmehr mache ich die Erfahrung, dass Schlafstörungen bzw. Störungen der Emotionsverarbeitung in der Folge der Reizfilterschwäche / Hochsensibilität eher wie traumatische Störungen oder eine Art emotionale "Vermüllung" zu verschiedensten Problemen führt. Hier kann und muss man anders therapieren. Die verschiedenen Medis sind schön und gut, kurzfristig kann es auch mal Erfolge geben.

Ich arbeite aber bei dieser Problematik zunächst an einer Verbesserung des Tag-Nacht-Rhythmus, dann an der "Defragmentierung" der miesen Gefühle.

Ein SSRI mag also kurzfristig eine Lösung sein, längerfristig wende ich dann "emoflex" an (siehe ggf. www.besser-als-erwartet.de)

Leider ist das Thema aber zu komplex, um es hier so anzureissen.




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KOM 2002