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  Vermutung und Hoffnung auf ADS
  Re: Vermutung und Hoffnung auf ADS
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KOM2002 (sad)  Vermutung und Hoffnung auf ADS

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reply Re: Vermutung und Hoffnung auf ADS , ****** , 12 Jan 2010 18:56
Vermutung und Hoffnung auf ADS
From: AE7F4B65FF63E9550FEAFD9D1D78C754
Date: Sun, 10 Jan 2010 13:16:24 +0100
Language: German

 
sad
Hallo Herr Dr. Winkler,

ich trage seit frühster Kindheit viele Symptome mit mir herum, die bislang noch nicht untersucht und diagnostiziert wurden. Da ich seit meinem ca. 13. LJ (bin nun 27) überlege, was mit mir los sein könnte, habe ich bereits eine Gesprächstherapie, mehrere Versuche und eine akribische "Symptomzusammentragung" angestellt. Da ich aktuell an einer beruflichen Weiterbildung knabbere, werde ich wieder stark mit Konzentrationsschwierigkeiten konfrontiert. Die hieraus entstehenden Beeinträchtigung auch im übrigen Alltag werden mir erst jetzt bewusst.

Ich vermute, eine ADS-Symptomatik aufzuweisen. Meine Hausärztin wollte dies nicht glauben und meinte, dass das bereits in meiner Schulzeit bemerkt worden wäre. Hinweise, wie "arbeitet sehr sorgfältig, benötigt aber immer mehr Zeit als vorgesehen..." stehen in allen Zeugnissen, in denen es noch keine Noten gab. Also, Grundschule. Vielmehr läge das Problem an einer Depression bzw. meiner depressiven, andauernden Verstimmung. Ich erfuhr frühkindlich und während der Kindheit und Jugend passiv häusliche Gewalt in der Familie und habe Probleme mit der Alkoholerkrankung meiner Eltern umzugehen bzw. mich davon zu distanzieren. Ich habe aber gar nicht den Eindruck, aktuell besonders depressiv zu sein und auch, habe ich seitdem ich mich erinnern kann (ca. 6. LJ) Schwierigkeiten mit meiner Konzentrationsfähigkeit. Ich bekam nun eine Überweisung zu einer Psychaterin / Neurologin mit der Bitte um Diagnostik und ggf. Medikation. Meine Hausärztin sagte, sie könne mir Psychopharmaker verschreiben, hielte aber mehr von der Aklärung durch eine Fachärztin. Ich bekäme dort sicher schnell einen Termin, das würde im Zusammenhang mit meiner Prüfungsvorbereitung für Klausuren am 8. und 9.3.2010 reichen. Der Termin, den ich ergattern konnte, ist am 15.3.2010.

Nun ist es so, dass ich von einem Bekannten Zugang zu einem Methylphenidatpräparat erhalten habe und es leichtsinniger Weise, entgegen der Diagnosevermutung meiner Ärztin, ausprobiert habe. Die Wirkung bei einer Zufuhr von 5 mg wirkt äußerst fokussierend und erleichternd auf mich. Ich habe das Gefühl, meine Aufmerksamkeit über einen weiteren Zeitraum mit 2,5 mg aufrecht erhalten zu können. Vielleicht ist das ein Placeboeffekt, weil ich auf einen Stempel / Erklärung für mein Symptombild hoffe.

Ich habe ein Brainstorming gemacht und die folgenden Symptome und Auffälligkeiten zusammengetragen und bitte Sie um eine Einschätzung. Es wäre toll, wenn Sie mir evtl. einen Ansprechpartner in Hamburg und Umgebung oder mit Sprechzeiten am frühen Abend auch gern in Niedersachsen nennen könnten.

- viel Zeit u. Kraft notwendig um alltägliche Routineaufgaben zu bewältigen
- Flüchtigkeitsfehler bei Aufgabenbewältigung, Kochen nach Rezept etc.
- Schwierigkeiten Texte / Zeitungen zu lesen; viel Zeit notwendig.
- langsame Denkfähigkeit
- schlechtes Selbstwertgefühl / verschobene Selbstwahrnehmung
- langsames Schreiben, sonst Schrift unleserlich
- Schriftbild von Tagesform abhängig
- verschreibe mich oft
- Schwierigkeiten bei Kommunikation, da Gadanken / Verfolgung des Gesprächs zu langsam o. Gedankenleere vorhanden
- große Ablenkbarkeit
- große Probleme aktiv zu organisieren / strukturieren
- Abneigung gegen zeitliche Pläne
- Schwierigkeiten Zeit einzuteilen / zu organisieren / gleichmäßig oder sinnvoll zu nutzen
- Termine / Verabredungen können nur schwer eingehalten werden
- Antriebslosigkeit (z.B. Dinge zu beginnen, morgens aufzustehen..)
- Angst vor sozialen Begegnungen / Kontakten, da Reize nicht gefiltert werden können und Kommunikation dann überfordert
- daraus resultierend Sorge, dass andere mich seltsam, komisch, dumm finden
- sehr geräuschempfindlich
- auch minimale Umgebungsgeräusche werden wahrgenommen und ziehen Aufmerksamkeit auf sich, außer andauernde, wie Uhrengeräusche.
- glaube manchmal dumm oder verrückt zu sein und habe Angst davor es zu werden
- manchmal unbegründetes, sehr kurzes Panikgefühl (Sekunden)
- Mutter rauchte während gesamter Schwangerschaft, Geburt medikamentös 4 Wochen über Termin hinaus verzögert, bei Geburt Asphyxie, Mutter scheint hyperaktiv zu sein
- häufiges Tagträumen und stundenlanges Nichtstun
- Kopfrechnen unmöglich, da Zwischenergebnisse nicht behalten werden können
- Verstehen von Gesprochenem oder Vorgelesenem manchmal nicht oder nur schwer möglich
- oftmals subjektives Erleben einer Reizüberflutung
- Kurzzeitgedächnisprobleme / Zerstreutheit
- Verdrängung von Aufgaben und Problemen
- Konflikt- und Frustrationsfähigkeit nicht vorhanden
- empfinde Zeitdruck als unerträglich (Kurzfristig - Stunden, Minuten), brauche diesen aber andererseits um Antrieb zu finden / Aufgaben zu erledigen
- kann Zeitvorgaben schwer einhalten
- Dauer von Abläufen / Zeiterfordernis kann schwer eingeschätzt werden
- kann nicht immer "ordentlich" von Hand schreiben
- Motorik des eigenen Körpers fühlt sich manchmal fremd / schwer an
- Mimik / Sprechen (Zungen- und Lippenbewegung) wird an manchen Tagen als schwer empfunden
- Gefühl, das mit mir etwas nicht stimmt, ich nicht aktiv an meinem Leben teilnehmen kann, vorhandene Gehirnressourcen nicht nutzen kann
-Mathematisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen gut. Logisches Denken auf Grund Gehirnträgheit oft nur schwer ohne Anleitung / Hilfe zu bewältigen aber bei Aufzeigen der Lösung oder Gabe von Denkansätzen immer leicht und vollständig nachvollziehbar. Grammatik gut. Sprache ok.
-Visuelle Reizaufnahmefähigkeit und Erinnerungsvermögen sehr stark ausgeprägt
- werde wegen langsamen Sprechens oft unterbrochen
- Tierliebe
- Nichtvorhandene Konsequenz im Beenden von Aufgaben und Aktivitäten
- offen für neue Interessen
- ich tue Dinge lieber allein, Gruppenarbeit / -situationen strengen mich häufig an
- ich bin sehr emphatisch
- ich bin sehr intuitiv
- schätze mich als suchtgefährdet ein und bin deshalb mit sämtlichen Substanzen (Alkohol, Drogen, Medien..) sehr vorsichtig
- ausgeprägte Sexualität
- bin sehr tollpatschig
- bis vergesslich - welch Überraschung.. =)

Die Erkrankung der Schilddrüse wurde abgeklärt und ausgeschlossen. Ich habe nicht wenig Bewegung und bin täglich min. 30 Min. draußen.

Es wäre toll, wenn Sie sich meine Auflistung durchlesen könnten und mir Ihre Einschätzung mitteilen würden.

Vielen Dank, Ann-Karin
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Re: Vermutung und Hoffnung auf ADS (Reply to: 145258 from AE7F4B65FF63E9550FEAFD9D1D78C754 )
From: ******
Date: Tue, 12 Jan 2010 18:56:23 +0100
Language: German

 


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Sorry, aber weder die Auflistung noch der völlig unverantwortliche Eigenversuch sagt irgendwas aus. Sie werden sich an einen Facharzt wenden müssen, der bzw. die eine Diagnostik unter Berücksichtigung von Stärken und Ressourcen / Begleitproblemen und Anforderungsprofil erstellen muss. Erfahrungsgemäss dauert es ca 3-12 Monate so einen Termin zu bekommen und mehrere Sitzungen bis man da eine Aussage machen kann.

Ich habe leider meine Wunder-Hellseher-Glaskugel zerbrochen, so dass ich da online keinerlei Aussage machen kann.

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