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  Extrem schwere Depression - Vater hungert sich zu Tode
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KOM2002 (sad)  Extrem schwere Depression - Vater hungert sich zu Tode

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reply Re: Extrem schwere Depression - Vater hungert sich zu Tode , ****** , 20 Dec 2009 21:46
sad Extrem schwere Depression - Vater hungert sich zu Tode , ****** , 20 Dec 2009 17:09
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Extrem schwere Depression - Vater hungert sich zu Tode
From: ******
Date: Sun, 20 Dec 2009 17:09:55 +0100
Language: German

 


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sad
Hallo,

ich hoffe, dass Sie mir helfen können, bzw. mir sagen können, an wen ich mich noch wenden könnte.

Mein Vater war schon immer etwas komisch und hat teilweise sehr sonderbare Ansichten gehabt, bspw. sich/andere schon immer ungerecht behandelt gefühlt.

Beispiel dafür: Mein Bruder bekam eine schlechte Note in der Schule und mein Vater, selbst pensionierter Lehrer streitet sich mit dem Lehrer im Briefverkehr um einzelne Punkte und Fehler, und das teilweise ewig lang (über mehrere Wochen/Monate und ungezählte Briefe).

Im Folgenden werde ich einige Infos einstreuen, die aus den Tagebuch-ähnlichen Aufzeichnungen meines Vaters und den Erzählungen meiner Mutter zu entnehmen sind. Ich selbst war zu diesem Zeitpunkt im Ausland.

Am Hochzeitstag war mein Vater nun mit meiner Mutter Essen. Er hatte bereits vorher begonnen vermehrt von "das kenne ich", "das hast du mir schon erzählt" etc. zu reden, obwohl es bewiesenermaßen gar nicht sein konnte, da eine Info gerade erst topaktuell war. Nun am Hochzeitstag zeigt meine Mutter meinem Vater
ihren neuen Arbeitsplatz und er meinte zu ihr: "Aber Sarah (Name geändert), wieso zeigst du mir das denn? Auf diesen Stühlen habe ich doch schon gesessen.
Ich bin erschreckt!" - In Wirklichkeit war das eine komplette Umkehrung dessen was gerade geschah. Er hatte er diese Stühle und dieses gerade erst komplett neu eingerichtete Gebäude nie gesehen. Gut, insoweit ist das nur
eine Fortsetzung des vorherigen "kenne ich schon".

Doch bei dem anschließenden Essen Gehen der beiden hatte mein Vater offenbar Deja-Vue Erlebnisse, wie er mehrmals in seinen Aufzeichnungen betont. Danach war er nicht mehr normal. Es war zunehmend schwierig überhaupt Dinge mit ihm zu besprechen, bis nach 2 weiteren Wochen unmöglich. Er liegt den ganzen Tag im Bett oder sitzt auf dem Sofa im Wohnzimmer. Er isst ca. 2 Stück Brot pro Tag und trinkt etwas Tee, hat schon geschätzte 10-20 kg abgenommen. Er wäscht sich nicht mehr. Er geht nicht mehr außer Haus. Ich wüsste nicht, dass er die Kleidung wechselt. Die Haare sind ungeschnitten.

Soweit wäre das sicherlich komisch für mich als Laien, aber die Begründungen sind absurd: Überall sieht er Gefahr. Wenn er vor die Tür treten würde, "würden
sie ihn umbringen". Der ehemalige Arzt (mein Vater ist 69 und hat auch Herzprobleme & Diabetes) ist auch ein Feind. Alle sind Feinde. Er kann sich die Haare nicht waschen, weil sie ihn dann "verbrühen" würden. Wir haben kein Geld mehr (behauptet er, ist nicht so). Angeblich hätten wir auch keine Einnahmen mehr (was Unsinn ist, meine Mutter arbeitet) und alles würde abgebucht werden. Er hat Geld auf den Tisch gelegt und gesagt, wenn das alle ist, wären wir pleite(stimmt nicht).

Als es erst halb so schlimm war, fing es damit an, dass er z.B. sagte, er hätte keinen Bankzugriff mehr, die hätten ihm den genommen. In Wirklichkeit hatte er (auf einmal?) die Technik nicht mehr verstanden und ein Anruf bei der Hotline (durch meine Mutter) hat das Problem geregelt.

Während diese ganze Situation sicherlich problematisch ist (er hungert sich ja tot! bzw. vllt. ist es gefährlicher, dass er verdursten würde), wird sie noch dadurch verschärft, dass ich am Ende Dezember wieder mein Auslandsstudium fortsetzen werde UND meine Mutter für 3 Wochen in eine Klinik gehen wird, um verschiedene Therapien wegen gesundheitlicher (körperlicher)

Probleme zu machen. Sie kann das auch nicht mehr aufschieben, da sie es bereits seit dem Sommer gebraucht hätte, ihre Probleme sich verschlimmert haben und sie dringend in die Klinik muss, um ihre Arbeitsfähigkeit (und Lebensfähigkeit) aufrechzuerhalten. Zudem gibt es da noch einen kleinen Bruder von mir (15 Jahre), es ist noch nicht geklärt was wir mit ihm machen, aber da werden wir eine Lösung finden (evtl. Verwandte).

Mein Vater wäre also 3 Wochen allein. Man muss dazu sagen, er hatte von Anfang an Angst allein zu sein, ohne meine Mutter, auch bevor der Deja-Vue Sache, die alles verschlimmert hat. Damals, im Sommer, wollte er nicht, dass meine Mutter für ein paar Wochen in die USA geht. Inzwischen schmiert er sich die 2 Brote selber, die man ihm anfangs noch machen musste. Während sich daspositiv anhört, ist es sicherlich nicht ganz so positiv, dass er anscheinend immer weniger wahrnimmt (wenigstens ist das unsere Interpretation), da er immer weniger aufzeichnet. Seine Aufzeichnungen/Protokolle unserer Tätigkeiten "15:25 Sohn A kommt heim" etc sind immer lückenhafter und natürlich auch komplett fehlerhaft. Als ein Schreiner kürzlich da war, den wir seit Jahren kennen und der für uns arbeitet, schrieb er auf "Der Fenstermacher war da". Er schreibt die Namen seiner Söhne in Anführungszeichen, da er sie scheinbar für "manipuliert" hält, wie alles um sich herum.

Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich das ganze nicht so drastisch geschildert habe, wie es uns vorkommt, aber wir (meine Mutter & ich) wissen wirklich nicht weiter. Ah, da fällt mir noch etwas ein: Während mein Vater eig. in seiner Kindheit Opfer von Verfolgung war (Vertriebener, Vater evtl. vor seinen Augen erschossen, Details unbekannt), behauptet er seit dem Deja Vue TÄTER zu sein. Er hat "Verbrechen begangen". Das erschien noch theoretisch möglich, bevor er anfing meine Mutter hineinzuziehen ("Wir haben Verbrechen begangen"), wovon sie überzeugt ist, dass es NICHT der Fall ist.

Wir haben bereits verschiedene Experten kontaktiert. Ein Neurologe den wir kontaktiert haben, ist davon überzeugt, dass es sich um eine sehr schwere Depression handelt. Meine Mutter hat einige seiner Symptome aufgezählt, der Neurologe hat sie vervollständig und es waren genau die, die mein Vater hat.

Evtl. habe ich auch einige gerade vergessen. Der Neurologe hat nahegelegt, dass eine (zwanghafte, gegen den Willen) Einweisung eine Lösung wäre, da sie bei vielen solchen Problemen schlussendlich eine Besserung mit sich bringt. Allerdings stünden dann Polizei und Krankenwagen vor der Tür und es besteht laut unseren bisherigen Recherchen die Gefahr eines dauerhaften Knacks, und dass er meiner Mutter nie verzeiht, dass sie ihn hat 'einliefern' lassen. Davor hat sie auch widerum Angst (verständlicherweise, sie hat ihn scheinbar sehr geliebt). Zudem würde er dann ja mit Medikamenten vollgepumpt werden. Wir wollten ihn in eine Klinik bringen, wo mit ihm gearbeitet wird und er die Probleme stattdessen auflösen kann. Man kann aber die Klinik bei einer Zwangseinweisung nicht wählen, höchstens später umverlegen, was problematisch sein kann.

Evtl. hätten wir eine "normale" Einweisung durch seinen Haushalt bekommen können und ihn dann irgendwie dazu überzeugen, in eine solche bessere Klinik zu
gehen. Der alte Hausarzt, ein Internist, weigert sich und ignoriert die schweren Probleme. Er warf meiner Mutter vor, meinen Vater loswerden zu wollen, was sicherlich nicht der Fall ist sondern die Zwangseinweisung wurde ihr ja von dem Neurologen empfohlen wurde um das Problem langfristig zu lösen.

Ich habe auch schon darüber nachgedacht, dass man ihm AntiDepressesiva in seinen Tee mischen könnte, weiß aber weder ob es geschmacksneutrale gibt (er überprüft seinen Tee sehr genau, vllt. will ihn ja jmd. vergiften, so seine Angst) noch wer die aufschreiben könnte (evtl. der Neurologe) und am allerwichtigsten, ob es welche gibt, wo es nicht schlimm ist, wenn die wieder kurzzeitig abgesetzt werden, z.B. weil er keinen Tee mehr von uns annimmt.

Alles sehr problematisch und wir wissen nicht mehr wirklich weiter. Es ist durchaus abschreckend die Polizei hier zu haben und meine Mutter "möchte ihm das gerne ersparen", auch wenn sie in gewisser Weise inzw. selbst sieht, dass es nicht viele andere Möglichkeiten gibt. Ich selbst bin neutral und möchte einfach irgendeine gute Lösung finden, die für alle Parteien gut ist. Mein Bruder möchte ihn gleich einweisen, hält meinenVater für verrückt und hat Angst vor ihm. Mein Vater wird im Übrigen sehr schnell aggressiv und brüllt dann "Hau ab", wenn man zulange mit ihm zu reden versucht (man kann nicht mehr wirklich mit ihm reden oder irgendwas klären).

Achja, zudem besteht offenbar noch das Problem, dass eine Zwangseinweisung gar keine Option ist, da der sozial-psychatrische Dienst meint, es bestehe keine akute Gefahr für Leib und Seele meines Vaters oder anderer (uns), was ja die Vss. für eine Zwangseinweisung ist. Aber mein Vater hungert sich tot. Und meine Mutter heult jeden Tag wegen der Geschichte und versucht teilweise verzweifelt an seine Vernunft zu appelieren, die aber im Moment hinweggeschwebt zu sein scheint. Letzt meinte mein Vater: "Ich bin nicht mehr." (ob er wohl mitbekommt, dass er nichts mehr mitbekommt?)

Haben Sie irgendeine Idee was man machen könnte? Gibt es z.B. ein Medikament was man ihm verabreichen könnte, ohne dass er es merkt? Oder was sollte man tun?

Wenn er nach den 3 Wochen Klinikaufenthalt meiner Mutter verdurstet ist oder verhungert, was dann? Was sollen wir denn tun? Sie würde ihn mal einen Tag besuchen können, aber das wäre alles.

Es besteht übrigens auch die berechtigte (?) Angst, dass er doch nochmal eine Online-Überweisung macht und unser Geld-wegüberweisst. Zudem hat meine Mutter nur Zugriff auf eines unserer Konten. Die anderen, wo der Großteil unseres Geldes liegt, hat sie keinen Zugriff. Aber er macht ja nichts mehr? Es ist alles "sinnlos" in seinen Augen, daher muss man nichts mehr machen: "Alles sinnlos".

Haben Sie irgendeine Idee?
Ich weiß einfach nicht mehr weiter.











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Re: Extrem schwere Depression - Vater hungert sich zu Tode (Reply to: 144720 from ****** )
From: ******
Date: Sun, 20 Dec 2009 21:46:59 +0100
Language: German

 


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Sie schildern tatsächlich eine Problematik, in der man keinen guten Rat geben kann, gerne aber möchte.

Zunächst ist schon die diagnostische Zuordnung schwierig. Es könnte sich um eine schwere depressive Reaktion mit psychotischen Merkmalen handeln. Es könnte aber auch eine hirnorganische Wesensänderung bei dementieller Entwicklung oder einer anderen organischen Ursache sein, ja auch eine Reaktivierung alter Traumata im Alter ist möglich.

Vermutlich besteht keine vitale Gefährdung im Moment. Das ist toll gesagt oder geschrieben, denn sie machen sich ja völlig berechtigt Sorgen um seine Gesundheit. Und keine Frage : Er ist behandlungsbedürftig, kann dies aber möglicherweise krankheitsbedingt nicht einsehen.

Die Einschaltung des sozialpsychiatrischen Dienstes war schonmal ein guter Weg. Wie die Kollegen dort aber richtig bemerken, ist eine Zwangseinweisung nur bei ganz akuter Eigen- oder Fremdgefährdung möglich.

Ich persönlich hätte weniger Angst vor der Klinik selber bzw. den möglichem "Knacks" durch eine dortige Behandlung. Man könnte es doch viel eher als Chance sehen. Nur wird es dazu im Augenblick kaum kommen, weil eben die Akutgefährdung nicht besteht.

Eine weitere Option wäre die Einrichtung einer Gesetzlichen Betreuung bzw. eine Unterbringung in einer Psychiatrie nach dem Betreuungsgesetzt. Das wäre aber de facto eine Entmündigung.

Eine Idee kann ich so auch nicht liefern. Vermutlich würde ich einen Pflegedienst engagieren, der sich einmal täglich um ihn kümmern soll. Wohl wissend, dass er möglicherweise die Tür nicht aufmacht.

Bleiben Sie hartnäckig beim Hausarzt und machen sie deutlich, dass sie als Angehörige die Verantwortung nicht übernehmen können / wollen.

Mehr können / dürfen sie leider derzeit wohl nicht machen können.

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