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  Könnte ich ADS haben?
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KOM2002 (question)  Könnte ich ADS haben?

Thread Messages in thread:

reply Re: Könnte ich ADS haben? , ****** , 29 Nov 2009 18:10
question Könnte ich ADS haben? , ****** , 29 Nov 2009 16:09
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Könnte ich ADS haben?
From: ******
Date: Sun, 29 Nov 2009 16:09:46 +0100
Language: German

 


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question
Guten Tag,


ich bin weiblich und 26 Jahre alt; vor 4 Jahren wurden bei mir Depressionen diagnostiziert. Entstanden sind diese, weil ich Probleme im Studium hatte. Hauptsächlich zu kämpfen hatte ich mit Antriebsproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten - irgendwann wurde ich durch die vielen Frustrationserlebnisse depressiv. Ich bekam Antidepressiva und begann eine Psychotherapie. Bis heute habe ich viele verschiedene Medikamente durch (sie wurden jeweils lange genug und in unterschiedlichsten Dosen ausgetestet), und keines hat wirklich etwas an meinen Hauptschwierigkeiten geändert.
Als ich durch Zufall auf die Thematik der ADS gestoßen bin, habe ich mich in vielen Dingen wiedererkannt (Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit, leichte Ablenkbarkeit, chaotisch, niedrige Frustrationstoleranz, sehr ehrgeizig und perfektionistisch, kreativ, Organisationsschwierigkeiten...).
Kann es sein, dass ich auch an dieser Störung leide? Gibt es Verläufe, bei denen sich das erst in der Jugend offenbart? Als ich meinen behandelnden Psychiater darauf ansprach, meinte der, dass das nicht sein könne, weil ich in der Schule ja eigentlich nie auffällig war und dazu ein zu gutes Abi gemacht hätte. Das stimmt ja, aber ich mußte auch immer extrem viel dafür tun, weswegen ich die Schulzeit als äußerst anstrengend in Erinnerung habe. Ich wurde auch viel von meinen Eltern untestützt, die mich beispielsweise immer an meine Hausaufgaben erinnerten, sich dazu setzten, oder regelmäßig mit mir
Vokabeln übten, mich bei Matheaufgaben unterstützen (die fallen mir bis heute konzentrationstechnisch besonders schwer)etc..
Ich habe aufgrund meiner Schwierigkeiten mein Studium unterbrochen und erst einmal gearbeitet. Es ging mir damit schnell besser, was ich hauptsächlich auf die feste Struktur zurückführe, die mir die Arbeit gegeben hat. Ich habe mich geärgert, weil ich weiß, dass viel mehr Potential in mir steckt, und deshalb vor 1 Jahr das Studium wieder aufgegriffen. Kurzzeitig ging es gut, aber schnell stellten sich wieder die bekannten Probleme ein. Ich bin verzweifelt und leide sehr unter der Problematik. Ich möchte so gern mein Studium schaffen und meinen Wunschberuf ausüben können!
Ich traue mich aber inzwischen auch fast gar nicht mehr, mit meinen Problemen nochmals an einen Arzt zu treten; ich habe schon einen richtigen Marathon hinter mir und fühlte mich oftmals nicht ernst genommen.
Was meinen Sie? Wie findet man überhaupt einen guten Psychiater, der die Diagnose im Erwachsenenalter stellen kann?
Ich wäre Ihnen äußerst dankbar für eine Antwort!
Viele Grüße,

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Re: Könnte ich ADS haben? (Reply to: 144071 from ****** )
From: ******
Date: Sun, 29 Nov 2009 18:10:44 +0100
Language: German

 


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Definitionsgemäss ist ADS / ADHS ein Sydrom, dass obligat = verpflichtend in der frühen Kindheit begonnen haben muss. Richtig ist aber eben auch, dass in gut strukturierten Elternhäusern bzw. eben durch eine gute schulische Betreuung Symptome der ADHS lange verborgen bleiben können. Dann ist die Diagnosestellung verdammt schwierig. Insbesondere die Abgrenzung zu hoher Sensibiltität und damit verbundenen leichter Irritationsneigung bzw. Blockaden wie bei einer chronischen Stress- oder Traumastörung kann schwierig sein.

Für ADS sprechen :
- weitere Entwicklungsverzögerungen in der eigenen frühkindlichen Entwicklung (z.B. Bettnässen, verzögerte Sprachentwicklung, Besuch bei Ergotherapeutin etc.)
- weitere Familienangehörige mit gesichertem ADHS / Hyperkinetischem Syndrom
- starke Tagträumerei in der Kindheit
- sehr langsame, unvollständige Arbeitsweise in der Grundschulzeit
- feinmotorische Probleme beim Schreiben (Druckstellen durch Stifte etc)

Es dürfte allerdings wirklich schwierig sein, dass genau zu unterscheiden. Noch schwerer, einen Arzt bzw. Psychiater zu finden, der dies ambulant machen wird bzw. dies über einen längeren Verlauf verfolgen kann und dann mit ihnen gemeinsam zu einer Schlussfolgerung kommt.

Ansprechpartner findet man vielleicht am ehesten über Selbsthilfegruppen (z.B. www.tokol.de). Hier muss man aber mit Wartezeiten und ggf. auch einem erheblichen eigenen Finanzierungsbedarf für die Untersuchung rechnen.

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