Kann und darf eine Schule ADS-Diagnose für einen Schüler fordern?
Wenn ein Elternteil ganz sicher ist, dass es im Familienleben kein ADS-Krankheitssymptom gibt, sind dann weitergehende Untersuchungen notwendig? Kann unter den Umständen eine positive ADS-Diagnose gestellt werden durch Tests oder klinische Untersuchungen?
Keine Schule bzw. Lehrkraft wird ja so ganz ohne Grund eine diagnostische Abklärung (und dann sicher nicht allein auf ADHS !) ansprechen bzw. empfehlen. Aus irgendwelchen Gründen muss ja der Schüler / die Schülerin auffällig sein.
Es gibt ja einen himmelweiten Unterschied zwischen den Bedingungen in der Schule und zu Haus. Aus der Beobachtung, dass sich ein Kind zu Haus unauffällig verhält, kann man noch keine Rückschlüsse für die Anpassungsfähigkeit in einer Klasse oder unter Lernanforderungen stellen.
Wenn einer Lehrerin beispielsweise eine Kombination von feinmotorischen Problemen, leichter Ablenkbarkeit und geringer Ausdauer bei eher monotonen Aufgabenstellungen wie Abschreiben etc auffällt und dies vielleicht nicht nur in Deusch sondern eben auch in anderen Fächern auffällt, ist der Tip zu einer Diagnostik doch nicht verkehrt.
Es muss ja nicht zwangsläufig daraus eine (medikamentöse) Behandlung erfolgen.
Von ADHS wird man vermutlich erst dann sprechen, wenn in verschiedenen Bereichen Probleme auftreten. Dennoch würde ich eine solche Rückmeldung ernst nehmen und eher als aufmerksame Reaktion der Schule werten. Wenn das dann von einem Kinderarzt mit Erfahrung im Bereich ADHS berücksichtigt und im Auge behalten wird, ist es doch nur zum Vorteil.