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  Therapieresistente wiederkehrende Depression
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KOM2002 (plain)  Therapieresistente wiederkehrende Depression

Thread Messages in thread:

reply Re: Therapieresistente wiederkehrende Depression , ****** , 07 Mar 2009 10:13
plain Therapieresistente wiederkehrende Depression , ****** , 06 Mar 2009 16:03
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Therapieresistente wiederkehrende Depression
From: ******
Date: Fri, 6 Mar 2009 16:03:33 +0100
Language: German

 


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plain
Zum Hintergrund:
Ich habe bereits 4 Psychotherapien hinter mir, dabei wurden verschiedene Ansätze versucht, tiefenpsychlogisch, verhaltenstherapeutisch, sowohl Einzel-als auch Gruppentherapie.
Die Therapien erfolgten auf Grund von Depressionen, sozialer Angst, allgemeiner Angst, schnelle Erschöpfung im Alltag, wiederkehrende Krisensituationen, ausgeschlossen wurden bisher Schilddrüsenprobleme, bipolare Störung, Psychose.
Medikamentös wurde ich bislang nicht behandelt.
Bisherige Diagnose lautete selbstunsichere Persönlichkeitsstörung, die sich aus meine chaotischen Kindkeit erklärt wurde, dazu gehören Alkoholismus der Mutter, Tod der Mutter, Verwahrlosung, Verlassenwerden, mein Bruder zeigt ähnliche Symptome und befindet sich auch in einer Psychotherapie.
Aktuell besteht folgende Situation: Seit Mai 2008 wurde eine intellektuelle Hochbegabung (IQ 133) festgestellt, seit 3 Wochen, also Februar 2009, wurde eine ADHS-Struktur diagnostiziert. Lt. Diagnose ist diese ADHS-Strukur überlagert von Depression und Angst, es handelt sich um den unauffälligen (hypoaktiven ADHS-Typ)...
meine Frage, macht eine weitere Verhaltenstherapie Sinn, bei einer Therapeutin, die wiederum die ängstliche Persönlichkeit in den Vordergrund stellt ? Können die Ängste nicht Folge der Hochbegabung (Anpassungsstörung) oder der ADHS-Struktur sein ? (In meiner Familie gibt es eine Häufung von Alkoholproblemen, Suchtstrukturen und Zwänge kann ich auch bei mir erkennen).
Insbesondere verunsichert mich die Therapeutin mit ihrer Ablehnung von ADHS, obwohl die eingeleitete Behandlung mit einem Antidepressivum und Methylphenidat in den letzen Wochen zu einer deutlichen Stabilisierung geführt hat, meine chaotische Lebensweise, die bislang mit der Tendenz mich ausgrenzen zu wollen erklärt wurde, lässt sich medikamentös natürlich nicht beseitigen. Macht es mit diesem Hintergrund Sinn, mich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, um eine coachende Unterstützung zu bekommen oder soll ich mich an einen Therapeuten wenden, der Erfahrung mit ADHS und oder Hochbegabung hat ?
Ich bedanke mich für das Lesen und eine Antwort.
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Re: Therapieresistente wiederkehrende Depression (Reply to: 136975 from ****** )
From: ******
Date: Sat, 7 Mar 2009 10:13:15 +0100
Language: German

 


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Aus meiner klinischen Erfahrung würde ich nicht zu grosse Erwartungen allein an eine Medikation stellen. Ausserdem muss man unterscheiden zwischen der Behandlung der ADHS selber und der Folge- und Begleitprobleme. Zwar kann es sein, dass unter der Medikation eine Stabilisierung eintritt. Hier muss man aber sehr genau schauen, wie die individuelle Wirkung der Medikation wirklich ist bzw. wie lange die Medikation anhält.

Ich gehe in der Behandlung von komplexen ADHS-Folgeproblemen nach folgender Marschrichtung vor :

1. Zunächst Klärung und Stabilisierung der realen Lebensbedingungen bzw. existentielle Sicherung. Hierzu gehört auch die Abwesenheit von Suchtproblemen etc...

2. Tag-Nachtstrukturierung wiederherstellen (ausreichend erholsamer Schlaf, ggf. Melatonin bzw. Lichtlampentherapie, da sonst die Stimulantientherapie überhaupt nicht greifen kann).

3. Schauen, ob lebenslange "Traumata" durch das Gefühl bzw. die Realtität "anders zu sein" sich nachweisen lassen. Hierzu verwende ich ein Immaginationsverfahren auf der Grundlage der Emoflex(R)-Therapie (siehe www.besser-als-erwartet.de) und schaue mir per Timeline typische Schwierigkeiten an (beispielsweise das Gefühl "ich bin ständig falsch"). Erfahrungsgemäss haben ADHSler unverarbeitete emotionale Blockaden bis hin zu dissoziativen Phänomenen, die es aufzuspüren und zu behandeln gilt. Dies kann sich häufig in Ängsten bzw. körperlichen Symptomen psychosomatischen Ursprungs zeigen. Macht man das nicht, wird es immer wieder "haken" bzw. Abstürze sind vorprogrammiert. Gerade beim "angeblichen" hypoaktiven Subtyp von ADHS muss man da sehr sehr vorsichtig sein. Eigentlich ist dieser Typus eher selten und mit eher geringer Auswirkung bis in das Erwachsenenalter. Wenn sich nicht klare Hinweise in der Kindheit bzw. eine positive Familienanamnese ergeben, bin ich skeptisch geworden. Häufiger ist eine hohe emotionale Empfindsamkeit bzw. Verletzungen, die dann wie Trigger bzw. Traumata wirken. Klinisch kann dies aber wie eine ADS-Symptomatik aussehen. Die Medikamenten scheinen anfänglich auch zu wirken, aber eben "anders". Die Behandlung müsste aber völlig anders aussehen.

4. Um dies zu differenzieren, kann man sich über die Emoflex-Methode auch die eigene Aufmerksamkeits- / Orientierungsfunktionen im Gehirn genauer anschauen. Dies auszuführen, wäre aber zu schwierig. Es ermöglicht aber mir, genauer zu differenzieren, ob nun ADHS das Kernproblem ist oder eher Blockaden / Traumata. Noch ist diese Methode aber als "experimentell" einzuschätzen und nur bei sehr wenigen Therapeuten überhaupt bekannt.

5. Die Medikation kann hilfreich sein, wird aber eben nur ein kleiner Baustein sein. Die Bezeichnung "Hochbegabung" hilft weder, noch stört sie besonders.

6. Coaching ist gut (und schwer zu finden). Zudem zahlt die Krankenkasse keine Coaching-Leistungen. Kann und soll aber weder durch Angehörige noch durch eine Selbsthilfegruppe geleistet werden.

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