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  Medikinet woran merke ich das es wirkt,bin sehr verunsichert
  Re: Medikinet woran merke ich das es wirkt,bin sehr verunsichert
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KOM2002 (plain)  Medikinet woran merke ich das es wirkt,bin sehr verunsichert

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reply Re: Medikinet woran merke ich das es wirkt,bin sehr verunsichert , ****** , 20 Dec 2008 08:44
plain Medikinet woran merke ich das es wirkt,bin sehr verunsichert , 19 Dec 2008 18:49
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Medikinet woran merke ich das es wirkt,bin sehr verunsichert
From: ******
Date: Fri, 19 Dec 2008 18:49:00 +0100
Language: German

 


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Hallo
Mein Sohn bekommt seit 2 Tagen Medikinet morgens 10mg und um 14 Uhr 10mg.Er hat einen IQ von 127 und ADHS.
Durch das Medikament wird er nicht ruhiger sondern ist wie immer.Woran kann ich es denn merken?
Heute ist er zum ersten Mal alleine in sein Zimmer gegangen und hat Musik gehört.Ist das ein Anzeichen das es wirkt?
beim Essen verhält er sich allerdings wie immer.Abgelenkt und unruhig.
Was müßte sich denn verändern.Kann ich es nur an den schulischen Leistungen sehen?
Danke
LG Sonja

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Re: Medikinet woran merke ich das es wirkt,bin sehr verunsichert (Reply to: 134254 from ****** )
From: ******
Date: Sat, 20 Dec 2008 08:44:27 +0100
Language: German

 


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Medikinet enthält den Wirkstoff Methylphenidat. Die Wirkung dieses Wirkstoffes muss jeweils individuell angepasst und eingestellt werden und man muss beachten, dass die Wirkdauer individuell unterschiedlich ist.

Eigentlich müsste der behandelnde Arzt ihnen genau erklären, wie es geht und worauf man achtet. Wenn sich da noch offene Fragen oder Unklarheiten ergeben sollten, rufen sie da unbedingt nochmal an. Nach 1 bis 2 Tagen kann man so auch noch keine wirkliche Aussage machen.

Ich persönlich würde normalerweise wie folgt vorgehen :

Nach ausführlicher Aufklärung von Ihnen und auch dem Kind in verständlicher Form würde ich mit einer halben Tablette Medikinet (5 mg), ggf. sogar noch niedriger mit 2,5 mg anfangen. Ich würde ihnen erklären, dass zunächst eher eine Gewöhnung an mögliche Nebenwirkungen in der Anfangsphase (Kopfschmerzen, Appetitminderung, leichter Pulsanstieg, ggf. ganz leichte Sehveränderungen) notwendig ist. Diese müssen vorübergehend sein und nicht zu erheblichen Problemen für das Kind führen.

Bei der Dosis von 5 mg ist meistens KEINE sichtbare Veränderung im Verhalten zu erwarten. Dennoch interessiert mich dann, wie sich das Kind (Jugendlicher oder Erwachsener) nach 1 h fühlt. Dies wäre der Zeitpunkt des maximalen Wirkspiegels. Wenn es sich da noch unruhiger bzw. unwohler fühlt, kann es eine Überdosierung anzeigen (sehr sehr unwahrscheinlich bei ihrem Sohn). Dann frage ich, wie es nach ca 3 h ist. Die Wirkung wird irgendwann in diesem Zeitrahmen nachlassen. Bei einigen Kindern tritt dann ein sog. Rebound-Effekt auf. Das bedeutet, dass sich die alte Symptomatik noch subjektiv verstärkt (da wieder wahrgenommen) zurückmeldet. Dann frage ich, wie es nach 4 bis 5 h ist. Da ihr Sohn ja "nur" zweimal täglich das Methylphenidat erhält, ist eine Wirklücke vorhanden. Gerade um die Mittagszeit hat er also gerade keinen Wirkstoffspiegel! Das kann o.K. sein, gerade wenn es Essprobleme durch das Methylphenidat gibt. Aber gerade in dieser Zeit können sie überhaupt keine Aussage über die Wirkung machen.

Nun gut. Nach 3-4 Tagen würde ich die Dosis auf 10 mg (bzw. 2 mal 10) erhöhen. Ich sage immer : Ich mache einen bewussten "Behandlungsfehler", weil eben eine Lücke zwischen der zu erwartenden Wirkdauer von 3,5 h und den Einnahmezeitpunkten besteht. Wieder frage ich wie oben, wie sich die Wirkung zu verschiedenen Zeitpunkten darstellt. Also 1 h, ca 3 h, dann 4-5 h bzw. kurz vor der 2. Einnahme.

Wenn sich ihr Sohn jetzt besser mit sich allein beschäftigen kann, kann das ein Anzeichen der Wirkung sein. Muss aber natürlich nicht. Hier muss man wirklich genauer schauen.

Bei dieser Dosis würde ich dann allerdings mich auch dafür interessieren, wie es bei den Hausaufgaben läuft. Ich würde mit ihm Diktate oder aber andere eher "monotone Aufgaben" (Telefonbuch abschreiben mit und ohne Medis) am frühen Nachmittag machen. Auf die Handschrift achten bzw. eben auf einige vorher definierte Kriterien, an der sich seine ADHS-Symptomatik besonders gut abzeichnet. Schulische Leistungen sind da zunächst kein Kriterium (ADHS ist keine Intelligenzpille, sondern hilft nur den Unterrichtsstoff auch aufzunehmen).

Im Abstand von ca 7 Tagen würde ich dann die Einzeldosis auf 12,5 oder 15 mg, ggf. bis 20 mg Einzeldosis erhöhen. Jeweils mit der Verhaltensbeobachtung. Dieses "Titrieren" = Ermitteln der individuell wirksamen Einzeldosis kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Hier ist der enge Kontakt zum Kinderarzt / Kinderpsychiater unbedingt erforderlich, da man als Eltern eben verunsichert ist. Da sie ihren Sohn ja nicht in der Schule erleben, wäre auch ein Rückmeldebogen aus der Schule hilfreich. Wichtig : Immer darauf achten, dass als Beobachtungszeitraum eben ein Zeitpunkt gewählt wird, wo auch wirklich Wirkspiegel im Gehirn ankommen kann.

Wenn man die Einzeldosis ermittelt hat (eben irgendwas zwischen 5 und 20 mg), dann bestimmt man die Einnahmezeiten bzw. wechselt ggf auf ein länger wirkendes Präparat (Retardformen von Methylphenidat).


Die Behandlung mit Methylphenidat sollte immer durch eine psychosoziale / psychotherapeutische Begleitung des Kindes und der Familie unterstützt werden. Sie müssen darauf eingestellt sein, dass ihr Kind (und natürlich sie auch) durch die veränderte Wahrnehmung, das Erleben von Gefühlen und das Verhalten stark verunsichert sind. Hier ist der Austausch mit einem Fachmann bzw. ggf der Kontakt zu einer Elternselbsthilfegruppe unbedingt zu empfehlen.



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