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  Wutausbrüche
  Re: Wutausbrüche
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KOM2002 (plain)  Wutausbrüche

Thread Messages in thread:

reply Re: Wutausbrüche , ****** , 29 Jul 2008 20:54
plain Wutausbrüche , ****** , 29 Jul 2008 10:22
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Wutausbrüche
From: ******
Date: Tue, 29 Jul 2008 10:24:25 +0200
Language: German

 


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Guten Tag,

ich habe ein Problem mit den Wutausbrüchen meines Mannes (beide 27 Jahre alt). Er regt sich ständig über Kleinigkeiten auf. Dies sind wirklich nur Kleinigkeiten. Zum Beispiel hat er sich heute Morgen aufgeregt, weil ich die Wäsche nicht gemacht hatte. Ich hatte in den letzten Tagen absolut keine Zeit dafür und anstatt Verständnis zu haben, hat er nur rumgemotzt. Er fängt dann immer an schneller zu atmen und guckt dann richtig aggressiv, so dass ich schon manchmal Angst bekomme. Er ist aber nicht nur zu mir so, sondern auch zum Beispiel zu seiner Mutter. Er schreit diese auch des Öfteren an. Und diese gibt ihm dann auch manchmal noch Recht. Des Weiteren ist auch im Straßenverkehr sehr aggressiv. Vor paar Tagen musste er seinen Führerschein für einen Monat abgeben, da er jemanden mit überhöhter Geschwindigkeit überholt hat, der zu langsam fuhr und diese Person auch noch anschreien musste. Leider wurde er dann mit 40 km/h zu viel geblitzt. Wenn ich manchmal Auto fahre und jemand macht dann einen kleinen Fehler, nimmt mir fast die Vorfahrt oder so, dann greift er mir ins Lenkrad und fängt an zu hupen und rum zu schreien. Obwohl ja eigentlich nicht passiert ist. Manchmal, wenn er Alkohol getrunken hat ist er dann ganz schlimm. Er hört nicht auf mich und trinkt dann zum Beispiel erst recht noch mehr, wenn ich was sage. Ich muss mich dann echt zusammenreißen und ihn nicht anschreien, denn dann wird er ganz aggressiv. Er ist mir gegenüber auch schon leicht handgreiflich geworden. Na ja, in 10 Jahren Beziehung ist es vielleicht nur drei Mal gewesen. Am nächsten Tag tut es ihm natürlich Leid, falls er sich daran erinnern kann. Ich frage mich wirklich wieso er sich so schnell aufregt. Er ist Einzelkind und hatte eigentlich eine super Kindheit. Seine Mutter hat ihm auf gut Deutsch gesagt alles in den Hintern geschoben und sein Vater war der strengere. Können Sie mir bitte sagen, was man da machen kann? Ich kann mir bald wirklich keine Zukunft mehr mit ihm vorstellen, wenn das so weiter geht. Er ist wirklich nur am rumschreien. Und er hat wirklich eine laute Stimme, so dass es mir schon peinlich ist, weil die Nachbarn es mitbekommen.

Bitte Helfen Sie mir.

Für eine schnelle Antwort bedanke ich mich.


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Re: Wutausbrüche (Reply to: 127202 from ****** )
From: ******
Date: Tue, 29 Jul 2008 20:54:47 +0200
Language: German

 


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Tja, es ist immer schwierig bis unmöglich einen Rat zu geben, wie SIE einen anderen Menschen ändern können, wenn dieser es gar nicht will bzw. kein Problem wahrnimmt.

Sicherlich spricht einiges dafür, dass ihr Mann ein Impulskontrollproblem hat. Das bedeutet, dass er eine geringe Frustrationstoleranz hat und leichter bei emotionalen Problemen aus der Haut fährt. Das wird natürlich durch Alkohol noch deutlich verschlimmert und kann durchaus gefährlich werden. Häufig haben die Betroffenen selber lange Zeit keine Problemeinsicht bzw. führen ganz im Gegenteil Fehler bzw. Unverständnis ihrer Angehörigen für ihre Ausraster als Entschuldigung an. Tatsächlich wird man versuchen, es ihm irgendwie "recht zu machen". Nachgeben kann eine Strategie sein, die kurzfristig zum Erfolg führt, aber langfristig zu erheblichen Problemen im Umfeld führen wird. Sie werden unzufrieden sein.

Statt dies aber zu spüren oder einem Gespräch offen gegenüber zu stehen wird die nächste Stufe der Eskalation möglicherweise eher die soziale Isolierung sein. Ihnen ist es peinlich, wenn die Nachbarn reden. Es wird schwieriger, Kontakte mit Freunden aufrecht zu halten oder gar eigene Hobbies oder Aktivitäten ohne seinen Jähzorn zu gestalten.

Hier stellt sich früher oder später die Frage, was sie sich wielange gefallen lassen wollen und können. Das ist eine sehr individuelle und sicher nicht abrupt zu beantwortende Frage.

Er wird sich nur ändern, wenn er einen Anlass dazu spürt. Darauf zu setzen, dass er es ihnen zu liebe machen wird, ist vermutlich nur ein unrealistischer Traum.

Einige Frauen haben die Erfahrung gemacht, dass Anpassung nicht die schlechteste Methode sein muss (wenn die Angst vor Trennung und Alleinsein einfach zu übermächtig ist). Dann sollte man versuchen, ihn durch zunächst positive Aussagen und Komplimente "zu besänftigen". Dann in konkreten kurzen Sätzen das ansprechen, was einem wichtig ist. Und schliesslich wieder "liebsäuselnd" ihn beschwichtigen. Diese "Sandwich"-Technik kann zumindest die Eskalation verhindern.

Wichtig wäre auch, dass sie selber für sich eine klarere Position finden. Dazu sollten sie mit einer guten Freundin oder aber einer Therapeutin oder Mitarbeiterin einer Beratungsstelle für Frauen einmal überlegen, was sie wollen. Vielleicht Abgrenzen und günstigere Strategien im miteinander reden finden. Wichtig finde ich auch, dass man sich einmal einen "Notfallkoffer" für den Fall der Fälle einer Trennung überlegt und plastisch ausgestaltet. Der ist nicht dafür da, wirklich sofort eingesetzt zu werden. Aber allein schon die Überlegung wo man wie leben möchte und wo man Geld oder Unterstützung bekommen würde, hilft manchmal selbstsicherer gegenüber dem Partner aufzutreten. Dies wiederum kann dann dazu führen, dass er sich ändert.

Anders ausgedrückt : Erst wenn SIE ihm Anlass geben, sich zu verändern wird er bereit dazu werden und ggf. eine Einzel- oder Paartherapie beginnen.

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