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  Re: Depressiv?
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KOM2002 (sad)  Depressiv?

To: Onlineberatung Psychologie und psychologische Probleme

Thread Messages in thread:

reply Re: Depressiv? , Martin Winkler , 15 May 2008 16:12
sad Depressiv? , ****** , 15 May 2008 13:33
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Depressiv?
From: ******
Date: Thu, 15 May 2008 13:33:48 +0200
Language: German

 


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sad
Hallo,

ich vermute, ich habe Depressionen. Ich kann schon seit Wochen, wenn nicht sogar Monaten nicht mehr richtig schlafen, wache nachts auf und kann dann nicht wieder einschlafen. Mir gehen Gedanken durch den Kopf, die total wirr sind und nix mit meinem Tagesablauf zu tun haben.
Mir machen Dinge, die ich sonst gern gemacht habe, keinen Spaß mehr.
Ich will nur noch sterben.
Vor 3 Jahren hatte ich eine Fehlgeburt, seit dem bin ich auch nicht wieder schwanger geworden, es klappt einfach nicht. Und ich wünsche mir doch so sehr ein Kind. Ein Wesen, dem ich die Welt zeigen kann, für dass es sich wieder lohnt, zu leben.
Ich könnte hier eine ganz große Liste von negativen Dingen aus meinem Leben aufzählen, es hat schon in meiner Kindheit begonnen. Ich bin nämlich vollschlank, und das schon seit Kindesbeinen an. Immer wurde ich nur niedergemacht, oder gehänselt, hatte keine Freunde und auch Knatsch mit meinen Geschwistern, ich war immer nur das lästige Anhängsel.
Ich will einfach nicht mehr! Ich kann nicht mehr, auch mein übergroßes Pflichtgefühl hilft mir momentan nicht mehr. Ich merke, wie ich langsam aber sicher ganz abbaue. Ich hangele mich nur noch durch jeden Arbeitstag und schiebe viele, relativ wichtige Dinge vor mir her, bis ich ihnen nicht mehr ausweichen kann. Ich bin müde, kann mich nicht mehr konzentrieren, und will es auch gar nicht mehr. Will einfach nur Schluss machen!
ICh habe es auch mal mit einem Psychologen versucht, doch nach der 1 Sitzung habe ich schon abgebrochen, ich fühlte mich von dem Mann nicht ernst genommen, obwohl man mir versichert hat, dass Psychologen einen ernst nehmen.
Vielleicht habe ich auch nicht dramatisch genug erzählt. Er hat gelächelt, ich möchte nicht behaupten, dass er mich ausgelacht hat, aber so ähnlich habe ich mich gefühlt. Weil mein Mann mich bzw. meine Figur akzeptiert. Aber mein Mann kann mir nicht helfen, er weiß nicht, wie er es tun soll.
Können Sie mir helfen? Obwohl ich ja eigentlich glaube, dass mir nicht mehr zu helfen ist.
Wenn doch, soll ich mich an einen Diplom-Psychologen oder einen Psychiater wenden?

Vielen Dank für Ihre Antwort

Molly
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Re: Depressiv? (Reply to: 124144 from ****** )
From: Martin Winkler
Date: Thu, 15 May 2008 16:12:16 +0200
Language: German

 


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Hallo Molly !

Ich denke, die Notlage bzw. Dramatik ist deutlich spürbar. Ich hab natürlich online so keine pauschale Hilfe parat. Nur ein paar Gedanken :

1. Ich denke, dass sie eine Anpassungsstörung mit einer depressiven Entwicklung haben. Damit ist gemeint, dass sich viele psychische Belastungen im Zusammenhang mit dem Kinderwunsch bzw. der Fehlgeburt zu einer psychischen Krise gesteigert haben. Vermutlich wird es aber Erfahrungen bzw. Persönlichkeitseigenschaften von ihnen geben, die das noch begünstigen bzw. verschärfen.
2. Durch die Probleme haben sie vermutlich sich immer weiter zurückgezogen bzw. die Hoffnung verloren. Das kann dann zu einer depressiven Störung werden.
Hier könnte es hilfreich sein, sich an eine Selbsthilfegruppe - und sei es virtuell im Internet - zu wenden. Sie würden merken, dass sie nicht allein mit der Problematik sind.

Medizinisch gesehen sollten Sie sich ihrem Hausarzt anvertrauen. Er / Sie könnte am besten entscheiden, was an Hilfe sinnvoll und machbar erscheint.

Ich denke da einerseits an eine medikamentöse Behandlung der Depressionen, ggf aber auch eine medizinische Rehamaßnahme, die sich speziell der Depressionen, dem Essverhalten bzw. auch dem Kinderwunsch annehmen könnte.

Eine ambulante Psychotherapie ist eigentlich immer eine längerfristig (zumindest 20 Wochen) angelegte Sache. In ihrer derzeitigen Situation vermute ich, dass sie sich kaum von einem Therapeuten angenommen bzw. verstanden fühlen würden. Das hat einfach viel damit zu tun, dass sie sich schützen und zurückziehen wollen / müssen. Der Weg zurück zu mehr Lebensfreunde ist aber auf jeden Fall machbar. Ihr Hausarzt könnte sie unterstützen, dies auch zu erreichen.

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