Hallo, ich habe im Oktober entbunden-die Geburt war ein absoluter Horror für mich und ich leide immer noch sehr darunter-
Ständig fange ich ohne Grund an zu weinen-mir stehen ständig die Tränen in den Augen-ich möchte mich nur noch verkriechen und alles stehen und liegen lassen-
Habe Angst mit meinem Mann zu schlafen - es ist mir auf einmal unangenehm - ich habe einfach angst- beim sex stehen mir die Tränen in den augen - ich kann nicht genießen geschweige denn entspannen-bin froh wenn es vorbei ist.
Mein Mann spricht immer von einem zweiten Kind - aber ich habe totale Angst
vor dieser Geburt- was wenn es noch schlimmer wird - ich habe Angst es durch-
zustehen- habe Angst mit der Situation dann nicht fertig zu werden- habe angst
dann aggresiv zu werden.
Am liebsten würde ich falls es passieren würde- mich einfach unter Vollnarkose aufschneiden zu lassen- vielleicht bleib ich dabei auf der Strecke-dann wäre die ganze belastung von mir genommen.
Ich schäme mich total für diese Gefühle- bin traurig das ich so denke-
ich hatte noch nie in meinem Leben so viel Angst-ich könnte schon wieder losheulen- ich fühle mich missverstanden - alles um mich scheint in sich zusammenzubrechen-
ich weiß nicht was ich tun soll
Normalerweise sollte ein Ereignis wie die Geburt (trotz der damit häufig verbundenen Schmerzen) als schönes Ereignis in Erinnerung sein. Wenn - aus welchen Gründen auch immer - aber Komplikationen auftreten, kann es durchaus traumatisch verarbeitet werden. Es ist und bleibt halt eine Ausnahmesituation. So wie sie es schildern, könnte durchaus eine Art Posttraumatische Belastungsstörung entstanden sein. Dafür spricht, dass sie in mit dem Ereignis verbundenen Situationen übermässig stark emotional reagieren und am liebsten die damit verbundenen Gedanken und Gefühle vermeiden würden.
Aus meiner Sicht kann hier eine Psychotherapie helfen. Sie können lernen, über die negativen Erlebnisse zu sprechen und sie in ihr Leben einzubinden. Möglicherweise können dabei auch spezielle Traumatherapieverfahren wie z.b. EMDR hilfreich sein. Dies kann man natürlich so aus der Onlineberatung nicht abschätzen.
Natürlich brauchen Sie sich für ihre Gefühle nicht zu schämen. Vielmehr sollten sie so mutig sein und sich Hilfe suchen. Den ersten Schritt haben Sie ja allein hier schon getan. Lassen sie sich von ihrem Hausarzt oder ggf. auch Frauenärztin eine geeignete Ansprechperson empfehlen. Manchmal können auch Hebammenpraxen hier hilfreich sein, da sie mit ihrem Problem natürlich nicht allein sind.