Als nächtliche
Hyperhidrosis
bezeichnet man das extreme Schwitzen während des Schlafes. Manchmal ist dabei sowohl tagsüber wie auch nachts ein starkes Schwitzen zu verzeichnen (Hyperhidrosis), bei anderen Menschen ist das Problem auf die Nacht beschränkt. Medizinisch wird krankhaftes Schwitzen als lokale Hyperhidrose ( ICD-10 R61.0) klassifiziert.
Es ist nicht einfach zwischen einem noch normalen Schwitzen und einer deutlichen Beeinträchtigung von Krankheitswert zu unterscheiden. Als ein recht zuverlässiges Kriterium hierfür gilt, ob der Schlaf in seiner Qualität deutlich beeinträchtigt wird und man z.B. in der Nacht aufstehen muss, um Wäsche oder gar Bettlaken zu wechseln.
Häufig genug wird man keine wirklich mediziniche Krankheitsursache finden. Die Ärzte sprechen dann auch von einer "idiopathischen" Ursache, d.h. es handelt sich um ein häufiges Phänomen und Problem, für das es aber keine eindeutige Erklärung bzw. Ursache von identifizierbarem Krankheitswert gibt.
Zu den häufigsten medizinischen Ursachen von starkem Schwitzen gehören wahrscheinlich:
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Adipositas / Übergewicht
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Menopause der Frau bzw. hormonelle Regulationsstörungen
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Diabetes mellitus
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Schlafbezogene Atemregulationsstörungen (sog. Schlaf-Apnoe-Syndrom)
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chronische Fieberursachen (z.B. bestimmte Autoimmunerkrankungen/ Rheuma, bestimmte Tumorerkrankungen, chronische Entzündungen)
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seltener Schilddrüsenerkrankungen
Eine ganze Reihe von Menschen haben aber nicht nur ein vermehrtes nächtliches Schwitzen, sondern sie leider generell an einer Hyperhidrosis. Die vermehrte Schweissproduktion (besonders unter den Achseln) ist dabei vermutlich durch eine anlagemässig bedingte Fehlregulation zu erklären.
Hierbei kann es zu ganz unterschiedlichen Auswirkungen kommen. Einerseits fühlen sich die Betroffenen natürlich schon selber subjektiv (und ganz objektiv) nicht wohl, da auch häufiger Deodorant-Gebrauch oder Wäschewechsel nicht wirklich hilft. Nicht selten treten aber eben auch sekundäre psychische Probleme auf, da sich die Betroffenen schämen mit verschwitzten Hemden oder einem auffälligen Körpergeruch am Arbeitsplatz bzw. generell in der Öffentlichkeit "aufzufallen". Dies kann zu Unsicherheit bzw. einer generellen sozialen Ängstlichkeit / sozialen Phobie oder aber auch einer depressiven Entwicklung beitragen.
Für die Behandlung der Hyperhidrosis wird neuerdings auch eine sog. Botulinustoxin-Behandlung angewendet. Hierbei wird ein lokal wirksames Nervengift unter die Haut gespritzt und dadurch die Schweissdrüsenaktivität gehemmt. Diese Behandlung hält für einige Wochen an und muss dann wiederholt werden. Dies kann für viele Betroffenen zumindest eine deutliche Linderung ihrer Beschwerden bewirken.
Die Behandlung wird ansonsten in aller Regel symptomatisch sein, d.h. sich nach der zugrunde liegenden Ursache richten.
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