Sexuelle Unlust / fehlendes Bedürfnis und Lust auf Sex
Das sexuelle Bedürfnis ist bei jedem Menschen sehr unterschiedlich und kann sowohl hinsichtlich des Alters, im Verlauf der weiblichen Periode oder unter dem Einfluss weiterer Einflüsse (z.B. Stress) stark schwanken oder reduziert sein. Daher gibt es auch keine Regel über die Häufigkeit von Sexualverkehr oder andere Praktiken im Bereich der Sexualität.
Es ist aber ein Märchen, dass nun jede Frau oder jeder Mann ein wildes Sexualleben haben müsste. Vielmehr handelt es sich dabei doch eher um Vorurteile, die selten der Realität entsprechen aber einen falschen Erwartungsdruck erzeugen. Gerade dieser Druck erzeugt aber eine Anspannung, die jegliche Spontanität und Spass am Sex verhindert und auch die normalen körperlichen Reaktionen der sexuellen Erregung verhindert.
Natürlich kann diese unterschiedliche Bedürftigkeit in einer Partnerschaft zu Problemen führen. Sexuelle Unlust oder Lust kann dabei vorrübergehend oder eben auch längerfristig bestehen. Es gilt da möglichst offen darüber zu sprechen und ggf. auch Möglichkeiten zur Lösung gemeinsam zu entwickeln. Ihr Partner könnte z.B. auch andere Praktiken als nun den Sexualverkehr praktizieren... Wichtig wäre auf jeden Fall, den Erwartungsdruck und damit den Teufelskreis von Unsicherheit, falscher Erwartung und Anspannung und damit verbundene Konflikte mit ihrem Partner zu durchbrechen.
Sicher kann eine Untersuchung durch eine Frauenärztin hilfreich sein. Ich würde jedoch nicht erwarten, dass eine hormonelle Ursache für ihre Lustlosigkeit gefunden wird. Sicherheitshalber sollten aber durch eine Blutuntersuchung auch andere mögliche Einflüsse (etwa eine Schilddrüsenstörung oder Blutarmut) geklärt werden.
Einige Patientinnen (speziell mit zusätzlichen prämentstruellen Beschwerden) können mit einer medikamentösen Therapie mit einem Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) eine Veränderung feststellen (allerdings gilt dies längst nicht für alle Frauen, da diese Medikamente auch die sexuelle Lust und Orgasmusfähigkeit mindern können). Sprechen sie bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung diese Thematik mit ihrer Frauenärztin an.