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Frage(n):
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Geschrieben von: Petros Skapinakis, Privatdozent an der Abteilung Psychiatrie der Universität Ioannina in Griechenland
Erstfassung: 12 Nov 2003. Geändert: 13 Dez 2008.
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Welche typischen Denkmuster lassen sich bei der Depression finden?
Welche Gedanken haben viele Menschen mit Depressionen?
Was passiert bei der kognitiven Therapie der Depression?
Antwort:
Bei depressiven Menschen lassen sich recht typische "Denkfehler" identifizieren, d.h. verzerrte oder eingeengte Gedanken oder Überzeugungen. Diese Gedanken verändern sich in aller Regel im Laufe einer medikamentösen wie auch psychotherapeutischen Behandlung. Für Angehörige oder Freunde sind diese negativen oder unzutreffenden Sichtweisen häufig ebenso belastend wie für die Patienten selber, die zunächst überhaupt keine Zukunft und Hoffnung sehen oder sich für alle nur erdenklichen Fehler die Schuld geben. Typische Denkfehler bei der Depression sind z.b.:
- Übertreibung und Katastrophisierung
Depressive Patienten neigen häufig dazu, die Auswirkungen eines kleinen Problems oder einer Schwierigkeit zu verallgemeinern und die schlimmste nur erdenkliche Wendung anzunehmen. Wenn z.B. ein kleineres alltägliches Problem am Morgen aufgetreten ist, denken sie das dies der Beginn einer Kette von Katastrophen sein könnte, die zum Ruin oder anderen Problemen führen muss
- Unterschätzen der eigenen Fähigkeiten
Depressive Patienten meinen häufig, dass andere Menschen Dinge mit Leichtigkeit erledigen könnten - sie selber aber völlig unfähig sein würden. Häufig sind dies Überzeugungen, die garnicht an der Realität gemessen oder überprüft werden. Die depressiven Patienten vermeiden gerade die Konfrontation mit der Realität oder wählen sich bewusst Aufgaben oder Zielsetzungen, die für ihren gegenwärtigen Belastungszustand ganz sicher eine Überforderung wären - und damit scheinbar ihre Grundüberzeugung bestätigen könnten. Ein anderes Beispiel wäre z.B. dass ein depressiver Mann beim Auffinden einzelner Ungeziefer in seinem Haus gleich befürchtet, dass nun das ganze Haus diesem Befall zum Opfer fallen müsse und man dies unausweichlich so hinnehmen müsse.
- Verallgemeinerungen
Häufig findet man auch sehr allgemeine Aussagen, die sich aber ausschliesslich auf negative Überzeugungen beziehen. Beispielsweise denkt ein Patient mit Depressionen häufig:
"Niemand mag mich" "Ich bin ein totaler Versager" "Ich werde nie im Leben das bekommen,was ich mir wünsche" "Ich werde alle meine Familienmitglieder und Freunde verlieren und völlig allein sein".
- Positive Erfahrungen ignorieren
Viele Depressive scheinen sich nur an negative Erlebnisse und Erfahrungen zu erinnern, dagegen werden alle positiven Erfahrungen des Tages vergessen oder nicht gleichwertig beachtet. Wenn man einen depressiven Patienten auffordert, ein Tagesprotokoll von Ereignissen des Tages anfertigen zu lassen und nach positiven oder negativen Erlebnissen zu bewerten, findet man weit mehr negative Aufzeichnungen. Häufig ist die Wiedereinführung von positiven Aktiviäten der erste Schritt zur Wahrnehmungsumlenkung und aus der Depression.
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